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Daewoo Nubira: Neue Qualitäten
22.07.2003
Nachdem der koreanische Autohersteller Daewoo bei General Motors untergeschlüpft ist, geht es aufwärts mit dem Unternehmen. Mit dem Kalos und dem jetzt vorgestellten Nubira hat man zwei interessante Modelle im Angebot, die sich qualitativ deutlich von den bisherigen Produkten abheben. Vor allem die zweite Generation des Mittelklassemodells, das in Zusammenarbeit mit Pininfarina entstanden ist, entpuppt sich als interessantes Angebot. Die Karosserie des Nubira ist sachlich und gefälllig geformt, ohne jedoch durch stilistische Mätzchen aufzufallen. Die Frontpartie trägt den neuen, dreigeteilten Chrom-Kühlergrill, am Heck setzen die hochformatigen, kantigen Rücklichter einen Akzent. Ansonsten folgt der Wagen mit seinen akzentuierten Radläufen, den ausgeprägten Schultern sowie der kleinen, kecken Abrisskante europäischen Vorbildern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und vom Nutzwert her stimmt das Konzept auch. Da die Koreaner vor allem Kunden ansprechen möchten, die nur über ein Familienfahrzeug verfügen, hat man für Variabilität und Komfort gesorgt. Die Serienausstattung beinhaltet eine asymmetrisch umklappbare Rücksitzlehne, zahlreiche Ablagen, Getränkehalter, elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung und elektrisch verstellbare Außenspiegel. Beim Top-Modell CDX erhält man zusätzlich elektrische Fensterheber hinten, ein Lederlenkrad, einen Leder-Schaltknauf, eine Musikanlage mit 5-fach CD-Wechsler, Nebelscheinwerfer, Regensensor und eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Vier Airbags, ABS und elektronische Bremskraftverstärkung komplettieren die Serienausstattung.
Im Innenraum herrscht eine gepflegte Atmosphäre. Das Design der Instrumente bietet einen Hauch von Lexus IS 200, das Cockpit ist übersichtlich, ebenso die Bedienelemente an der Mittelkonsole. Die Sitze sind bequem und bieten ausreichenden Seitenhalt. Nur der breite Zierstreifen aus Walnussholz-Imitat in der CDX-Version wäre besser durch ein sachlicheres Material ersetzt worden. Statt dieses Pseudoluxus hätte man besser die kleinen Schwächen in der Qualitätsanmutung der Kunststoffoberflächen beseitigen sollen. Doch dies zu stark zu betonen wäre kleinlich, denn der Nubira ist ein überzeugendes und vor allem ein grundsolides Auto, das sich hinter der europäischen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Alles was fehlt ist ein Image, weshalb die Koreaner auf die bewährte Niedrigpreis-Strategie setzen. So wird der 4,50 Meter lange und vor allem auch auf den Rücksitzen sehr geräumige Nubira in der Basisversion bereits für 14 390 Euro angeboten. In dieser treibt ein 1,6-Liter-Benziner mit 109 PS (80 kW) den Wagen an. Die Topversion Nubira 1.8 CDX kostet 16 550 Euro.
Mit einem 1,8-Liter-Vierzylinder, der 122 PS (90 kW) mobilisiert, ist das Spitzenmodell angemessen motorisiert. Die Lenkung arbeitet präzise und sorgt in Verbindung mit dem agilen Antrieb für ein leichtfüssiges Fahrverhalten, das sogar Spass macht. 9,5 Sekunden werden für den Sprint von Null auf Hundert angegeben und erst bei 194 km/h findet der Vortrieb ein Ende: Ein Verbrauch von 7,5l/100km erscheint da durchaus günstig. Die Abstimmung, speziell für Europa etwas straffer ausgelegt, ist nicht unkomfortabel geraten. Die Liste der Zusatzausstattungen ist kurz: Außer Metallic-Lackierung und Alufelgen braucht man nichts extra zu zahlen. Die Absatzziele sind bescheiden: 900 Nubira möchte man dieses Jahr in Deutschland verkaufen. Im kommenden Jahr, wenn eine Kombi-Version dazukommt, sollen es 2000 sein. Die Koreaner planen zudem, später die fortschrittlichen 1.3l- und 1.9l-Multijetdiesel von Fiat anzubieten. Angesichts der Fortschritte in Qualität und Technik, die Daewoo erzielt hat, möchte man wünschen, dass die im wahren Sinne preiswerten Nubira ihren Weg auf dem deutschen Markt machen. Verdient wäre es allemal.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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