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Aktualisiert am 31.12.2011
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Mitsubishi Lancer: Emotionalität ganz praktisch

06.09.2003

Lancer
Fast wie aus der französischen Design-Schule: Der Lancer betont seine eigene Persönlichkeit

Der Mitsubishi Lancer gehört traditionell zu den Stillen im Lande, die ihren Dienst unauffällig, aber dabei zuverlässig versehen. So ist es Vielen nicht einmal aufgefallen, dass von 2000 an kein Auto dieses Namens mehr in Deutschland angeboten wurde.

Zum 6. September 2003 ist es wieder soweit. Ein neuer Lancer kommt auf den Markt, vorerst in zwei Versionen. Als erstes Modell mit dem neuen Mitsubishi-Outfit, bestehend aus dem geteilten Frontgrill, einem großem Logo in der Mitte eines dreieckigen Designelements und einer in die Motorhaube laufenden erhabenen Sicke, führt der neue Lancer die progressiven Gestaltungselemente aus dem Pajero Evo 2+2 von 2002 in die Serie ein.

Die Limousine mit Stufenheck wurde speziell für Ost- und Südeuropa konzipiert, wo man eher konservatives Design schätzt. Der Kombi, zur Zeit die einzige andere Variante, zielt stärker auf den mitteleuropäischen Markt. Hier werden bekanntlich vor allem Variabilität, gepaart mit Agilität geschätzt.

Mit dem Lancer will sich Mitsubishi im C-Segment - dem mit über vier Millionen Einheiten pro Jahr volumenstärksten Marktbereich Europas - neu etablieren. Nicht zuletzt durch die sportlichen, fahrspaß- und lifestyleorientierten Kombiversion soll die Baureihe neue Potentiale im hiesigen Markt erschließen. Die dynamische Silhouette des Kombis, verbunden mit dem Nutzwert einer bis 2.630 Millimeter langen Ladefläche, soll für die gewünschte Abgrenzung zu den Mitbewerbern sorgen. Vor allem die 99 kW/135 PS starke 2,0-Liter-Variante zeigt sich als attraktives Angebot, da sie besondere Dynamik verspricht.

Lancer
Die Domstrebe des Sportkombi verbessert das Fahrverhalten deutlich

Die Karosserie des sportlichen Japaners ist um 30 mm tiefergelegt, eine Federbein-Domstrebe vorne sorgt für eine verbesserte Karosseriesteifigkeit und die 195/50 VR16-Bereifung auf Fünfspeichen-Leichtmetallfelgen stellt einen guten Fahrbahnkontakt her. Auf dem Fahrersitz fühlt man sich auf Anhieb wohl, wozu die ordentlichen Sitze sowie die Ergonomie des Cockpits beitragen. Aber nicht nur die Anordnung der Bedienelemente stimmt – auch das Design des Armaturenträgers, der mit einem gelungenen Mix von Funktionalität und Eleganz aufwartet, weiß zu überzeugen. Um es kurz zu machen: der Sportkombi paßt wie ein italienischer Slipper. Weiß unterlegte Instrumente sowie ein dreispeichiges Momo-Lenkrad verstärken ihrerseits den Wohlfühleffekt.

Eine Stimmung, die sich auch beim Fahren einstellt. Willig dreht das Zweiliter-Aggregat hoch und das straffe, aber nicht unkomfortable Fahrwerk, freut sich auf jede Kurve. Die direkt ansprechende Servolenkung gibt eine gute Rückmeldung über die Fahrzustände und die Bremsen sind dem flüssigen und schnellen Rhythmus, der sich fast spontan einstellt, jederzeit gewachsen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in 10 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 199 km/h – eine Leistung, die mit einem Verbrauch von durchschnittlich 8,7l nicht zu teuer erkauft wird. 18.990 Euro verlangen die Japaner für diesen auch in funktionaler Hinsicht überzeugenden Kombi.

Der Sport Kombi wird mit abgedunkelten hinteren Scheiben angeboten: "Privacy Glass" nennt man bei Mitsubishi dieses Design. Das sieht ein wenig nach Tuner aus und ist durchaus gewöhnungsbedürftig – man sollte den Kunden die Wahl lassen, ob sie dieses Accessoire ordern wollen.

Lancer
Der Innenraum wirkt sachlich elegant und kann mit seiner Funktionalität überzeugen

Ansonsten werden für die Lancer-Baureihen noch ein 1,6-Liter-Motor mit 72 kW/98 PS sowie ein 1,3-Liter mit 60 kW/82 PS angeboten. Das kleine Triebwerk ist ausschließlich der Limousine vorbehalten. Leider werden aus Kostengründen weder die von Mitsubishi maßgeblich entwickelte GDI-Technologie noch ein Diesel angeboten. Bei einem angepeilten Absatz von 6000 Einheiten im Jahr mag das betriebswirtschaftlich durchaus verständlich sein, die Eroberung eines höheren Marktanteils dürfte sich aber so als schwierig erweisen.

Trotz dieser Politik will sich die Marke durch eine konsequente Nischenstrategie vom Wettbewerb differenzieren; Individualität, Image, Rentabilität und eine hohe Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse regionaler Märkte sollen für eine präzisere Markenpersönlichkeit sorgen, mit dem Ziel, mittelfristig einen jährlichen Absatz von 300.000 Fahrzeugen zu erreichen.

Mit dem neuen Lancer hat die japanische Firma ein wichtiges Signal gesetzt: Neben den alten Tugenden wie ausgereifter Technik, hohem Nutzwert und ausgeprägter Wirtschaftlichkeit bietet der neue Mitsubishi so viel Spaß und Emotion, das einem Erfolg wenig entgegenstehen sollte.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Mitsubishi )

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