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La Cenerentola: Rossini, Arthur Brown, Freddy Mercury und die Dot-Coms
15.07.2003
In nur drei Wochen hatte Rossini diese Oper zum Anfang des Jahres 1817 komponiert, die Uraufführung fand noch im gleichen Jahr im Teatro Valle in Rom statt. Torsten Fischer, der lange Jahre Schauspieldirektor der Kölner Bühnen war, nimmt sich die Freiheit, Rossinis Entwurf mit aktueller Musik zu ergänzen. Dabei gelingt es ihm, Moderne mit Ursprünglichem auf ästhetische und überraschende Art zu kombinieren. Schon mit dem Einstieg in das Stück hat er das Publikum sofort auf seiner Seite: Der verkleidete Prinz beginnt mit Arthur Browns "This is a man's world" und geht nach der ersten Strophe nahtlos in die Eröffnung von "La Cenerentola" über. Diese Verbindung von moderner Popmusik und Opernmusik nutzt der Regisseur als seinen roten Faden durch die Oper. Auch bei der Besetzung der Rollen hatte man in der Oper Köln eine gute Hand. Scott Hendricks in der Rolle des Dandini wartet mit einer Interpretation von Freddy Mercury und Michael Jackson auf, die die Figur des verkleideten Prinzen perfekt in dieser italienisch-amerikanischen Variante des Aschenputtel-Märchens darstellt. Man ist unwillkürlich an Szenen aus Agatha Christie-Romanen erinnert, als in der Pause im Publikum nach einem Arzt gesucht wird. Aber es ist kein weiterer Regie-Gag, Joslyn Rechter, die die Rolle der Tisbe singt, hatte sich beim Finale zur Pause eine Beinverletzung zugezogen. Daß sie trotz ihrer offensichtlich schmerzhaften Verletzung auf die Bühne zurückkehrt und ihren Part sitzend zu Ende spielt, wird vom Publikum mit besonderem Applaus honoriert. Das Bühnenbild ist raffiniert und abwechslungsreich gestaltet, Kostüme und Ausstattung beuten auf witzige Weise die aktuelle Popkultur aus. Die eingeblendeten deutschen Untertitel sind nicht nur ein Zitat aus der modernen Medienwelt, sondern haben auch einen praktischen Nutzen, denn die Oper wird italienisch gesungen. Inszenierung, Musikauswahl, Sänger- und Statisten-Team und Orchester, alles passt punktgenau zusammen, die Oper ist ein wunderbares Erlebnis! Wer sie noch sehen will, muss sich beeilen - sie ist noch bis Ende Juli 2003 auf dem Spielplan La Cenerentola (Komponist: Gioacchino Rossini)
mit einem Libretto von Jacopo Ferretti
in Anlehnung an das Märchen "Aschenputtel"
Regie: Torsten Fischer
(Text: Heike Roßbach ) |
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