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Aktualisiert am 31.12.2011
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Bremer Universum: Lebendige Wissenschaft

26.10.2003

Universum Science Center
Die außergewöhnliche Architektur lädt zur Reise in die Welt des Wissens ein

Ein Erdbeben in Deutschland? Zuerst sträuben sich die Nackenhaare, aber dann beruhigt man sich: das ist ja nicht möglich! Ist es aber doch. In Norddeutschland gibt es einen Platz, an dem die Erde bebt. Im Universum Science Center in Bremen kann man hautnah spüren, wie sich das anfühlt. In einem rüttelfesten Raum geht es die offene Richter-Skala rauf und runter. Nachdrücklich erfährt man, wie diese Naturgewalt auf einen selbst wirkt, und diese unmittelbare Erfahrung ist genau das, was die Betreiber dieser außergewöhnlichen Erlebniswelt erfahrbar machen wollen.

Naturwissenschaft als Abenteuer: So könnte man das Programm dieser Attraktion beschreiben. Schon allein das Gebäude ist ungewöhnlich. Wie eine halb im Boden versunkene Muschel liegt das silbrig schimmernde Gebäude da und bietet im Inneren 4000 Quadratmeter Fläche für Neugierige und Entdecker jeden Alters. Mehr als 200 interaktive Ausstellungsstücke versuchen die Geheimnisse der Welt und des Universums zu entschlüsseln.

Universum Science Center
Nur geschützt durch dünne Seile kann man unter dem 500kg-Findling die eigene Gefühlswelt intensiv erkunden

Eine Kosmos-Reise führt die Besucher vom Rande des Universums an Sternen, Galaxien und schwarzen Löchern vorbei bis zur Sonne und zu den Kräften der Erde und den kleinsten Bausteine der Materie. So kann man während einer kurzen Zeitreise die Entstehung des Sonnensystems und der Planeten verfolgen, wobei der Erde natürlich besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Auf unserem Heimatplaneten kann man eine Exkursion vom heißen Mittelpunkt bis in die oberen Schichten der Atmosphäre unternehmen – und man kann sich in einen Ledersessel in ein Wohzimmer setzten und auf Knopfdruck 90 Sekunden lang den Boden wackeln lassen. Natürlich wird einem auch auf verständliche Weise erklärt, warum viele Länder der Erde tektonisch instabil sind und deshalb dort der Boden bebt. Aber es gibt noch mehr zu erleben: Die Kälte der Arktis, eine Fahrt mit einem Forschungsboot in die Tiefe der Ozeane oder wie sich ein Tornado entwickelt.

Im Mittelpunkt der „Expedition Mensch“ steht ein überdimensionales Gehirn. Hier wird die Komplexität unseres Denkens und die komplexe Welt unserer Sinne und Gefühle unter die Lupe genommen. Um Angst zu verstehen, kann man sich unter einen 500 Kilogramm schweren Stein legen, der an dünnen Seilen aufgehängt ist. In einem anderen Bereich erprobt man den Tastsinn. Im abgedunkelten Taktildom kommt man mit kalten, spitzen, rauen und weichen Dingen in Berührung und stellt sehr schnell fest, dass man ohne seine Augen Schwierigkeiten mit dem Erkennen hat..

Universum Science Center
Der Raum der Einzigartigkeit: Alle Telefonbücher in diesem Raum enthalten 3 Milliarden Informationen – so viel, wie eine einzige menschliche Zelle

Alle drei Expeditionen enden im Bereich Zeit. Dort wird das Alter der Erde anhand von verschiedenen Evolutionsstufen illustriert. Im Kreidezeitraum wird der Einschlag des Meteoriten vor 65 Millionen Jahren erlebbar, der zum Aussterben der Dinosaurier führte. Schlammspringer, Fische, die sowohl an Land wie auch Wasser leben können, dienen als lebendes Symbol für den Anfang des Lebens auf dem Festlandes vor etwa 400 Millionen Jahren.

Wo komme ich her? Warum scheint die Sonne? Wie entsteht ein Regenbogen? Im „Universum Science Center“ geht man diesen Fragen nach und hat sie nachvollziehbar gemacht: Für alle grossen und kleinen Forscher, die die Welt als Abenteuer empfinden.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Bremer Universum Science Center)

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