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Aktualisiert am 31.12.2011
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Saab 92.001: Abteilung "Tragflächen"

16.06.2004

Saab 92.001
Heute noch ist der Saab 92.001 eine Persönlichkeit, der man mit Sympathie begegnet

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Mai 1945 erste Überlegungen bei dem 1937 gegründeten schwedischen Unternehmen, zu diversifizieren und neben dem Bau von Kampfflugzeugen noch ein zweites Standbein zu etablieren. Als die Svenska Aeroplan Aktiebolaget vor fast 60 Jahren ihr erstes Strassenfahrzeug vorstellte, kam es vielen vor wie ein Objekt aus einer anderen Welt. Und das war es eigentlich auch: Als Ergebnis der Arbeit einiger Luftfahrt-Ingenieure um Gunnar Ljungström, Flugzeugkonstrukteur und Leiter der Abteilung "Tragflächen" des Flugzeugbauers SAAB, mutete die geschwungene, aerodynamische Linienführung des Prototyps des Saab 92.001 im Juni 1946 beinahe revolutionär an. Das Fahrzeug war als erschwingliches Massen-Transportmittel im wirtschaftlich angeschlagenen Schweden der Nachkriegszeit konzipiert worden, und Produkte dieser Art kamen gemeinhin in Billigbauweise und zweckmäßiger Gestalt daher, wirklich Wert auf Design und Aussehen gelegt wurde. Im Vergleich zu zeitgenössischen Fahrzeugen mit ihren steilen Kühlern, freistehenden Lampen und ausgeprägten Kotflügeln war das Erscheinungsbild eindeutig unkonventionell und von der Luftfahrt geprägt - eben das Produkt eines Flugzeugbauers.

Dieser erste Prototyp bildet nicht nur den Grundpfeiler der Automarke Saab, er hat auch die Geschichte des Automobils beeinflußt. Die Silhouette erinnert an ein Tragflächenprofil. Das Know How aus der Luftfahrt mündete in einem cw-Wert von 0,32: im Jahr 1946 für ein Straßenfahrzeug sensationell. Er übertraf den damaligen Durchschnittswert um mindestens 50 Prozent und war das Ergebnis konsequenter Arbeit am Modell im Windkanal. Diese Arbeit gehörte zwar zur täglichen Routine eines Luftfahrtingenieurs, war aber im Entwicklungsprozess eines Straßenfahrzeugs höchst ungewöhnlich.

Die Stromlinienform war kein kalkuliertes Design nach Schönheitsgesichtspunkten sondern, wie es der damalige Projektleiter Gunnar Ljungström betonte, ökonomisch begründet: "Wenn die Form dieses Autos dazu beiträgt, 100 Liter Kraftstoff pro Jahr einzusparen, ist schon allein damit sein froschartiges Aussehen gerechtfertigt."

Die so gefundene Form steht für einen weiteren Wert, der auch mit der Marke Saab assoziiert wird, auch wenn ihm von den damaligen Entwicklern wenig Beachtung geschenkt wurde: Unfallsicherheit. Für einen Luftfahrtingenieur war eine den Piloten schützende Konstruktion selbstverständlich, und auch Autofahrer sollten in den Genuß dieser Errungenschaft kommen. So gesehen war der Ur-Saab eines der ersten Serienfahrzeuge mit Sicherheitskäfig, d,h.verstärkten A-, B- und C-Säulen und einer bei einem Überschlag Schutz bietenden Dachkonstruktion. Zwar war die Knautschzone damals noch kein Thema, die Gesamtstruktur jedoch war schon unfallsicher ausgelegt.

Saab 92.001
In der Silhouette ist das Tragflächenprofil des Karosseriekörpers deutlich zu erkennen

Für die Konstrukteure von Saab Ende der Vierziger Jahre war die Maximierung von Festigkeit und Steifigkeit bei gleichzeitiger Minimierung von Masse und Gewicht, auch eine Lehre aus dem Luftfahrzeugbau, selbstverständlich. Im Unterschied zu der damaligen konventionellen Fahrzeug-Bauweise mit separatem Leiterrahmen und aufgeschraubter Karosserie wies der Ur-Saab eine selbsttragende, monocoque-ähnliche Konstruktion auf; die Träger und das Karosserieblech wurden geformt und zusammengeschweißt und bildeten die tragende Struktur.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit fällt beim Motor die Wahl auf einen Zweitakt-Zweizylinder. Da selbst konstruierte Triebwerke in dieser Phase noch nicht zur Verfügung stehen, wird der Saab 92001 von einem DKW-Aggregat mit rund 20 PS angetrieben. Zwei weitere Prototypen, 92002 und 92003, entstehen. Das Trio legt auf Erprobungsfahrten rund um den Globus insgesamt über 530.000 Test-Kilometer zurück.

Das Getriebe und das Antriebsaggregat waren jedoch quer statt längs im Motorraum eingebaut und trieben die Vorderachse an. Diese Konstruktion war neu im Automobilbau, 13 Jahre bevor sie durch den Morris Mini populär wurde. Diese Anordnung haben die Schweden seither beibehalten, da sie eine gute Straßenlage, ein sicheres und berechenbares Handling und eine gute Raumökonomie gewährleistet.

Der Prototyp des Ur-Saab erfüllte seinen Zweck und überzeugte den Vorstand von Saab, die Produktion von Automobilen aufzunehmen. Im Dezember 1949, drei Jahre und fünf Prototypen später, rollten im Werk Trollhättan, 70 Kilometer nördlich von Göteborg, die ersten Serienfahrzeuge vom Band. Die Typenbezeichnung der ersten Baureihe, Saab 92, war eine logische Fortführung der Bezeichnung der Flugzeugprojekte von Saab nach dem Saab Scandia Transportflugzeug (90) und dem Schulflugzeug Safir (91).

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Saab)

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