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VW Concept T: Surfin'' Safari
06.01.2004
Wo anders als auf der bedeutendsten Autoshow des Jahres in den USA, der NAIAS in Detroit, kann man eine Studie wie das Concept T von Volkswagen präsentieren? Auch wenn die Wolfsburger einen völlig neuen Mix aus Sportwagen und Offroader propagieren, so ist doch unübersehbar, dass die Gene der aktuellen Studie eindeutig im Kalifornien der 60er Jahre liegen. Bruce Meyers Manx-Buggy und auch Joe Vittones EMPI Imp liefern wesentliche Ideen: Proportionen und Designs bis hin zur Form der Hardtops werden überzeugend aufgefrischt. Der Concept T, als Offroad-Coupé bezeichnet, verstömt, genau wie die Vorbilder, den Geist der legendären Baja California und der Surferkultur Südkaliforniens. Aber er will mehr sein: Ein Allrounder, dessen Variabilität und Antriebseigenschaften die Faszination eines reinrassigen Sportwagens mit der Vielseitigkeit eines echten Offroaders in Einklang soll. Ein 177 kW / 241 PS starken V6-Motor liefert die Leistung, die mit dem Allradantrieb 4MOTION und einem Automatikgetriebe (Tiptronic) auf den Boden gebracht wird. Der Sprint auf 100 km/h erfolgt in 6,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 230 km/h begrenzt.
Ein besonderes Karosserie-Merkmal sind die Flügeltüren. Beim Öffnen schwenken sie gleichzeitig leicht nach außen und steil nach oben. So soll ein besonders bequemer Ein- und Ausstieg möglich sein sowie der Raumbedarf der geöffneten Türen zur Seite verringert werden. Die zwei vorderen Dachhälften des Concept T können mit wenigen Handgriffen herausgenommen werden. Das hintere Dachmodul mit integrierter Heckklappe ist als Hardtop ausgeführt und kann ebenfalls abgenommen wird. Ein V-förmiger und in den Stoßfänger integrierte Kühlergrill sowie die wie Augen gestalteten Scheinwerfer, wie sie ähnlich schon beim Seat Formula von 1998 zu sehen waren, prägen das Gesicht. Hier wirken sie, um den Buggy-Charakter zu unterstreichen, "schwebend". Die Kotflügel sind seitlich weit ausgeschnitten und sollen die19-Zoll-Räder freistehend erscheinen lassen. Im kurzen hinteren Karosserieüberhang sind die Leuchten ebenfalls "schwebend" in die Stoßfänger und Kotflügel integriert. Innen, neben den Rückleuchten, befinden sich die großen Edelstahlendrohre der Abgasanlage. Deren hohe Position unterstreicht die Geländetauglichkeit der Studie.
Das Design der hinteren Kotflügel zeigt aus der seitlichen Perspektive einen klassischen Hüftschwung. Im hinteren Bereich formen die sehr breiten Kotflügel eine ausgeprägte Schulterpartie, nach vorne gehen sie mit ihrer Flankenlinie nahtlos in die Türaußenhaut über. Der Endpunkt dieser Linie befindet sich mittig vor dem Radlauf der Vorderräder. Zusammen mit dem vorderen Türabschluss wurde dabei ein pfeilartiges Design realisiert. Im Innenraum des Offroad-Coupés finden sich Aluminium-Flex-Schalensitze, für die Armaturen, Türverkleidungen und Sitze kommt ein weiches Kunststoffmaterial mit satinartiger Oberflächenstruktur zum Einsatz. Dieses "Outdoor-Trimm" kann mittels Schnellverschlüsse gegen ein "Downtown-Trimm" in Leder getauscht werden. Der Innenraum bietet zudem eine Menge Variabilität: Unter der kombiartigen Heckpartie verbirgt sich Stauraum entweder für das Gepäck oder für eine zweite Sitzreihe plus Gepäck.
Die Informationen im Cockpit werden auf ein Head-up-Display projiziert. Ebenfalls neu ist die Form der Datenkommunikation und der individuellen Einstellungen im Concept T: Unter der Bezeichnung Personal Mobility Gateway (PMG) ist eine drahtlos gesteuerte Kommunikationseinheit installiert, die in Form und Funktion einem Taschencomputer (PDA) ähnelt, und über die der Datenaustausch erfolgt. Über den PMG regeln Fahrer und Beifahrer einerseits Funktionen wie die der Klimaanlage, andererseits steuern sie über den auch außerhalb des Concept T als PDA nutzbaren PMG das Telefon, den High-Speed-Internet- und Email-Zugriff sowie den MP3-Player und das Navigationssystem. Der Concept T ist eine faszinierende Studie. Das für diese Art Fahrzeug ein, wenn auch kleiner, Markt exisitiert, haben die kalifornischen Bausatzhersteller in den Sechzigern vorgemacht. Dennoch wird die VW-Studie wohl das Schicksal der meisten Konzepte erleiden und ein Einzelstück bleiben. Wer sich für diese Fahrzeugkategorie erwärmt, hat aber Alternativen: So bietet Altmeister Bruce Meyer einen neuen Buggy, den Manxster, an. Zweifellos ist dieser Bausatz im Vergleich zum Concept T reinstes Low Tech was aber bekanntlich dem Fahrspass noch nie entgegen gestanden hat. Interessierte finden Informationen über die legendären Dune-Buggies unter www.meyersmanx.com und www.empiimp.com.
(Text: Rainer Roßbach )
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