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Aktualisiert am 31.12.2011
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Pontiac Solstice: Amerikanischer Purismus

22.01.2004

Pontiac Solstice
Von vorne ...

Nur zwei Jahre hat es gedauert: Aus der Pontiac Solstice-Studie von 2002 wurde ein Serienmodell entwickelt, das im Herbst 2005 bei den US-Händlern stehen wird. Das ist insofern bemerkenswert, da ein völlig neuer Spaceframe aus einem Aluminium-Stahl-Verbund, der auch in anderen Baureihen Verwendung finden soll, entwickelt werden mußte.

Diese sogenannte "Kappa-Architektur" soll mit ihrer besonders steifen Struktur für präzise Handlingeigenschaften, die ja gerade bei einem Sportwagen wichtig sind, sorgen. Eine verbesserte Verwindungsteifigkeit ist ebenso willkommen, da sie den Qualitätseindruck bei einem Cabrio entscheidend beeinflußt. Der Schönheit kommt zugute, dass durch den Aluminiumrahmen besonders kurze Karosserieüberhänge möglich wurden.

Pontiac Solstice
und hinten macht der Pontiac Solstice eine ausgesprochen gute Figur

Auch die Mechanik präsentiert sich auf dem neuesten Stand: Fords Ecotec-DOHC-Vierzylinder ist auf hohe Drehzahlen ausgelegt und produziert 170 PS bei 6400 U/min. Nicht zuletzt dadurch, dass das Triebwerk komplett aus Aluminium gefertigt wird, leistet es einen Beitrag zu einer ausgeglichenen Gewichtsverteilung des Hecktrieblers. Bei 4400 U/min stehen 230 Nm Drehmoment zur Verfügung, die über ein manuelles Fünfganggetriebe auf die Strasse gebracht werden. Die Leistungsdaten in Verbindung mit dem relativ niedrigen Gesamtgewicht von 1300 kg lassen einen recht lebendigen Roadster erwarten.

Damit kann der Solstice seine wesentliche Aufgabe erfüllen – und das ist nichts weniger als die Renaissance von Pontiac als der sportlichen GM-Marke in den USA. So ist es auch keine Überraschung, dass die Designer den größten Ehrgeiz entwickelten, die perfekten Linien der Studie so kompromisslos wie möglich auf die Serie zu übertragen. Kleinere Konzessionen an die Fertigung mussten gemacht werden: So sind die vorderen und hinteren Überhänge etwas länger als im Konzept. Auch mussten einige Gleichteile aus der GM-Produktion verwendet werden, zu nennen wären Türgriffe, Nebelscheinwerfer und Sitze.

Bei der Entwicklung des Serienfahrzeugs wurde deshalb streng darauf geachtet, dass die Proportionen und das Zusammenspiel von Volumen und Linien überzeugen. Zum Beispiel wurden die Heckleuchten so geformt, dass auf die in Amerika üblichen seitlichen Markierungslichter verzichtet werden konnte.

Pontiac Solstice
Die neue "Kappa"-Spaceframe-Architektur soll in verschiedensten Baureihen Verwendung finden

Das Ergebnis ist gelungen: Die niedrige Silhouette und der lange Radstand verleihen dem Solstice ein ausgeprägt dynamisches Erscheinungsbild. Klassisch gezeichnete Fünfspeichen-Aluminiumfelgen bilden die elegante Basis für eine schwungvolle Seitenlinie. Zwei niedrige Hutzen, die als Verlängerung der Überrollbügel dienen, setzen einen zusätzlichen Akzent, das Stoffdach verschwindet unter der darunterliegenden Klappe.Vorne zeigt der Roadster den klassischen Pontiac-Doppelgrill und expressiv angeordnete große Scheinwerfer – ein Motiv, das sich in der Heckansicht wiederholt.

Innen findet der Fahrer einen Arbeitsplatz vor, der konsequent auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die sportlichen Rundinstrumente liegen genau im Blickfeld des Fahrers, der Schalthebel ist griffgünstig platziert. Trotzdem sind die Platzverhältnisse so ausgelegt, dass genügend Raum für die Passagiere vorhanden ist und das der Solstice auch für eine längere Reise genutzt werden kann.

Kompakte Maße, Heckantrieb, leistungsfähig und dynamisch gezeichnet: Der Pontiac Roadster löst das Versprechen - "back to the basics" – ein, das Bob Lutz bei der Vorstellung 2002 gegeben hatte. Welches Potential in diesem Konzept schlummert zeigt die Vauxhall VX Lightning-Studie, die die gleiche technische Basis nutzt. Und vielleicht wird ja Realität, was hinter vorgehaltener Hand erzählt wird: Der Nachfolger des Opel Speedster soll auf dem Solstice aufbauen. Schöne Aussichten also für die Zukunft!

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: General Motors)

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