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BMW Concept M5: Zehn gewinnt
19.03.2004
M steht bei BMW traditionell für höchste Leistung, und die absolute Performance bietet zur Zeit der bayerische V10 im BMW-Williams. Da lag der Wunsch einen Zehnzylinder in eine M-Limousine einzubauen, sicher ganz oben in der Schublade der Entwickler. Denn die Idee fasziniert: Ein Serienauto wird von einem Zehnzylinder-Ottomotor angetrieben, der eng verwandt ist mit der stärksten Antriebsquelle der Formel 1. Die Forderungen an ein mögliches Triebwerk sind hoch angesiedelt: Ein besonders drehfähiger Saugmotor soll 500 PS (368 kW) aus fünf Liter Hubraum mobilisieren und ein maximales Drehmoment von gut 500 Newtonmetern bereitstellen. Denn eine M5-Limousine, in die diese Spitzentechnik eingebaut werden soll, muss natürlich außergewöhnliche Fahrleistungen bieten. Jenseits der rein technischen Leistungswerte sollte der neue Zehnzylinder-V-Motor aber auch in der Art der Leistungsentstehung überzeugen. Nicht allein schieres Drehmoment, sondern auch eine optimale Schubkraft über alle Drehzahlbereiche war gewünscht. So standen bei diesem speziellen Motor M typische Merkmale wie Hochdruck-VANOS, Einzeldrosselklappen, eine eigens bei BMW M entwickelte Motorelektronik - abgeleitet aus den Erfahrungen in der Formel 1 - sowie eine querkraftgeregelte Ölversorgung im Entwicklungsheft.
Besonders fortschrittlich ist auch das Antriebskonzept: Ein komplett neu entwickeltes Siebengang-SMG ermöglicht manuelles Schalten mit extrem kurzen Schaltzeiten, gleichzeitig kann man sich mit der Automatikfunktion aber auch entspannt dem Verkehrsfluß anpassen. Die besondere Klasse des M5 zeigt sich beim klassischen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100: dazu werden weniger als fünf Sekunden gebraucht. Die 200 km/h-Marke fällt bereits nach rund 13 Sekunden. Im gesamten Paket spielt das Fahrzeuggewicht eine ebenso wichtige Rolle. Ziel der Entwicklung war, das Auto mit den besten Leistungsgewicht im Marktsegment zu bauen. Nicht zuletzt waren auch eine hohe Längs- und Querdynamik gefordert, eine Vorgabe, die sich nur mit intelligentem Leichtbau realisieren läßt. Um die Leistung dynamisch auf den Boden zu bekommen, wurde das Vollaluminium-Fahrwerk des 5er BMW mit Zutaten des 7er angereichert. Neben einer speziell abgestimmten Dynamic Stability Control (DSC) sorgt auch ein variables M Sperrdifferenzial für optimalen Kraftschluß mit der Straße. Nicht zuletzt wurde auch dem Komfort Rechnung getragen. Stop-and-Go im Stadtverkehr, lange Autobahnetappen und auch die Nordschleife des Nürburgrings sollten mit gleichbleibender Souveränität und passender Fahrweksauslegung befahren werden können. Eine verstärkte, eigens entwickelte Bremsanlage verzögert entsprechend der hohen Motorleistung.
Der BMW Concept M5 rollt auf extrabreiten Spezialreifen: hinten ist die Größe 285/35 ZR 19 aufgezogen, an der Vorderachse ist die Dimension 255/40 ZR 19 montiert. Die Richtung wird mit einer neu abgestimmetn Servotronic-Lenkung bestimmt. Eigens gestylte 91&Mac218;2-Zoll-Leichtmetallrädern akzentuieren die sportliche Optik des BMW. Die Frontschürze, wie ein sich öffnender Mund geformt, scheint den Aphalt schlürfen zu wollen vier Auspuffendrohre mit Augenbrauen aus Aluminium betonen das Leistungspotential in der rückwärtigen Ansicht. M typische Kiemen im vorderen Kotflügel, nach oben gespannte Schweller und die tiefergelegte Karosserie vermitteln den dynamischen Anspruch im Profil. Wann genau ein neuer M5 in die Produktion geht, steht derzeit noch nicht fest. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass im Laufe des Jahres 2004 der Startschuß erfolgen könnte.
(Text: Rainer Roßbach )
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