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Honda Sports Concept: Baby-Enzo
03.04.2004
In den Sechzigern war das Kopieren europäischer und amerikanischer Industrieprodukte die Grundlage für den Aufstieg der japanischen Wirtschaftsmacht. Im Großen und Ganzen sind diese Zeiten vorbei. Hin und wieder aber fallen die fernöstlichen Designer reflexartig in dieses Verhalten zurück. So gibt es aktuell und durchaus verständlich einen Fall von schwerer Verliebtheit in europäisches Design. Dieser seelische Ausnahmezustand bei dem Objekt der Begierde handelt es sich um den "Enzo Ferrari" und die Tatsache, dass das Ziel des Begehrens limitiert ist, verführte Hondas Designer wohl zum Plagiat. Die Karosserielinie und die Fahrerkabine des V6-Mittelmotorsportlers zeigen mehr als nur Verwandschaft mit dem Ferrari-Supersportwagen. Um die Inspiration nicht allzu deutlich durchscheinen zu lassen, veränderte man die Front und das Heck des Pininfarina-Konzepts: Die Enzo-Formel 1-Nase wurde nach hinten verlegt und beim Heck entwickelte man ein neues Leuchtenlayout. Statt des filigranen Rücklichter-Designs des Ferrari ist das des Honda mit intensiv leuchtenden LEDs ausgestattet, die durch ihr 3D-Design und das schnellere Ansprechen die Information schneller an nachfolgende Fahrer weitergeben sollen. Eine CCD-Rückblickkamera verschafft dem Fahrer einen besseren Überblick über die Heckpartie.
Ein mittig platzierter leichter, kompakter V6-Motor ist auf hohe Effizienz und eine Leistung von über 300 PS ausgelegt. Neben einem Wahlschalter kann der Gangwechsel im HSC über eine sportlich ausgelegte Paddle-Schaltung erfolgen. Im sportlich gezeichneten Innenraum zeigt das Cockpit-Design eine Farb- und Materialskala, die von schwarz und Karbonblau bis zu farbigem Aluminium, glänzendem Aluminium und Nubukleder reicht. Die Anzeigen sind übereinander angeordnet, um dem Fahrer zwei Informationen gleichzeitig und kompakt an einer Stelle zu liefern. Der aktuelle und, zumindest in Europa, wenig erfolgreiche NSX braucht schon bald einen Nachfolger. Nachdem es bei nicht wenigen Besitzern des japanischen Mittelmotor-Sportwagens üblich war, Ferarri-Aufkleber am Auto zu befestigen, ist eine sich eng am italienischen Vorbild orientierende Neuschöpfung möglicherweise der richtige Weg. Vielleicht hat man ja mit einem Baby-Enzo besseren Erfolg.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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