|
|
|
|
Toyota Alessandro Volta: Unter Strom
01.11.2004
Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich einer von Italiens Topdesignern daran machen würde, einen Hochleistungs-Hybridantrieb von Toyota als Supersportwagen zu verpacken. Mit dem Antrieb aus dem Lexus RX 400 konnte ItalDesign auf ein passendes Aggregat zugreifen: Ein V6-Benzinmotor mit 3,3 Litern Hubraum ist mit zwei Elektromotoren gekoppelt, die jeweils eine Achse antreiben; ein echter Allradantrieb also. Zudem gewannen die Entwickler mit der Verwendung des Mischantriebs Platz, der im Innenraumdesign und in der Fahrzeuggestaltung neue Ideen erlaubt. Durch eine Steuerelektronik, die die Leistung direkt an die Räder liefert, konnte auf Kupplung und Schalteinheit komplett verzichtet werden. Da die Batterien mit 70 kg reichlich Gewicht bringen, entwickelten die Italiener ein besonders leichtes Karbonfaserchassis, um das Gesamtgewicht günstig zu halten. Eine ausgeglichene Verteilung der Achslasten, eine Leistungsabgabe von 300 kW/408 PS, eine auf 250 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km in 4 Sekunden ergeben beim Toyota Alesandro Volta ein agiles und leistungsbetontes Fahrzeug. Besonders stolz ist man bei ItalDesign auf den Verbrauch: Der Tank mit 52 Litern Fassungsvermögen erlaubt bei mittlerer Geschwindigkeit eine Reichweite von 700 km. Das ist auch ein Resultat der optimierten Aerodynamik: Der Verzicht auf Antriebswellen und Auspuffrohre macht einen flachen Unterboden möglich und ein dreisitziges Layout für die Kabine.
Durch die gute Gewichtsverteilung und den flachen Unterboden war es möglich, den Innenraum völlig flexibel zu halten. Die drei Sitze sind nebeneinander angeordnet. Pedale und Lenksäule gleiten auf Schienen und können, dank by-wire-Technologie, verschoben und von allen drei Plätzen aus bedient werden. Der Armaturenblock wurde auf das Wesentliche reduziert: Tachometer, Drehzahlmesser und Tankanzeige müssen genügen. Stereoanlage und Navigationssystem stammen aus dem Regal von Toyota. Das Gestühl verfügt über eine ausgefeilte Ergonomie, die dem Fahrer eine exakt einstellbare Sitzposition erlaubt zudem können Sitze entfernt und die verbliebenen neu positioniert werden. Eingekleidet ist die Technik in das Outfit eines klassischen Supersportlers: niedriges Dach, schmale Schnauze, kleiner hinterer Überhang und eine hintere harte Abrisskante rezitieren das geläufige Mittelmotor-Layout. Das "Kamm"-Heck zwingt die abfließende Luft auf den richtigen Weg. Der vordere Lufteinlass ist groß dimensioniert und die schmalen Schlitze der Scheinwerfer entwickeln ihre Form aus dem Profil des Kotflügels. Vorderer und hinterer Radlauf werden durch eine geschwungene Linie verbunden, die durch zwei schmale, schlitzförmige Lufteinlässe vor dem hinteren Radhaus akzentuiert wird. Durch zwei betonte Sicken und die Auspuffrohre erfährt die Fahrzeugbasis eine besondere Betonung. Eine grosse Glasfläche zieht sich von der Motorhaube bis ins Heck, unterbrochen nur durch eine Überrollbügel-ähnliche Form quer über die Karosserie sowie die schmalen Einfassungen für die Türen. "Mit dem Volta", so Fabrizio Giugiaro, "haben wird hohe Leistung mit einer niedrigen Schadstoffemission sowie minimaler Geräuschentwicklung in Einklang gebracht" eine schöne Hommage an den italienischen Physiker Alessandro Volta, den Erfinder der "Batterie".
(Text: Rainer Roßbach )
Verwandte Themen:
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||