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Aktualisiert am 07.09.2010
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Opel-Studie TRIXX: Multitalent mit Mini-Maßen

07.06.2004

Opel Trixx
Bis auf einen vierten Erwachsenen kann so ziemlich alles verstaut werden

Das jüngste Opel Konzeptfahrzeug interpretiert die Raumkultur in seiner Klasse neu. Mit einer Länge von 3,04, einer Breite von 1,66 und einer Höhe von 1,57 Metern sowie einem Radstand von 1,94 und einer Spurweite von 1,51 Metern ist der Trixx ein idealer Partner für alle urbanen Mobilitätsbedürfnisse.

Kühleranordnung über dem Motor

Möglich wurde diese kompakte Auslegung erst durch ein intelligentes Packaging. So platzierten die Konstrukteure den Kühler auf dem Motor. Allein durch diese Anordnungg sparten sie 130 Millimeter Baulänge ein. Ein Hitzestau droht dem TRIXX-Triebwerk trotzdem nicht. Im Stand oder bei ausgeschaltetem Motor fließt die nach oben steigende Wärme durch die beiden verrippten Öffnungen in der Motorhaube ab. Ist der kleine Opel in Fahrt, werden sie mit Klappen verschlossen und stattdessen wird die Wärme mit Hilfe eines Ventilators durch zwei Lüftungsschlitze hinter den Scheinwerfern seitlich abgeleitet.

Dass der Kleine beim Transport von Personen und Gütern ganz groß ist, zeigt sich bei einem Blick in den Innenraum. Das "Flex3"-Innenraumkonzept ermöglicht im Zusammenspiel mit der asymmetrischen Auslegung des Fahrzeugkonzepts, dass alternativ entweder zwei Passagiere mit Gepäck, drei Erwachsene und ein Kind oder eine Person unterwegs sein können. Maximal steht ein Laderaum von 1.010 Litern (VDA-Norm) bis unters Dach zur Verfügung. Bis zur Gürtellinie sind es 790 Liter.

Beifahrersitz lässt sich vollständig im Boden versenken

Erreicht wird dieses Maxi-Fassungsvermögen durch zwei völlig neuartige Sitzkonstruktionen. So lässt sich der Beifahrersitz dank eines ausgeklügelten Klappmechanismus, bei dem der Sitz gleichzeitig um die Mittelachse rotiert, vollständig im Boden versenken. Dadurch entsteht neben dem TRIXX-Piloten eine völlig ebene Ladefläche, denn die Lehnenrückseite schließt bündig mit Mitteltunnel, Seitenschweller und Fondabteil ab. Damit auch schwere Lasten auf dem zusammengeklappten Sitz untergebracht werden können, wird er seitlich abgestützt. Insgesamt entsteht so ein großer Stauraum, in dem sich beispielsweise ein mittelgroßer Kühlschrank transportieren ließe. Bei einer maximalen Ladelänge von 1,53 Metern zwischen Rückwand und Armaturentafel lässt sich sogar ein komplettes Mountainbike im Innenraum verstauen, ohne dass es vorher demontiert werden müsste.

1,50 Meter breiter Zugang auf der Beifahrerseite

Leicht laden lassen sich sperrige Güter durch die beiden elektrisch angetriebenen, nach vorne und nach hinten öffnenden Pantograph-Türen auf der Beifahrerseite. Mit Hilfe eines einzigen Tragarms pro Portal können die Türen ohne hässliche Führungsschienen oder -Stangen, parallel zum Fahrzeug geöffnet werden.

Freier Zugang zum Gepäckabteil ist garantiert, weil die beiden Pantograph-Türen so weit öffnen, die hintere ragt sogar 55 Zentimeter über das Heck hinaus. Insgesamt entsteht so eine bis zu 1,50 Meter breite Öffnung. Dadurch ist ein leichter Zugang zum Fond ebenso gewährleistet wie das einfache Verstauen sperriger Güter. Dadurch konnte auf eine Heckklappe verzichtet werden. Hinzu kommt: Das Ein- oder Aussteigen der Passagiere und das Be- oder Entladen geschieht beim TRIXX immer auf der ungefährlichen rechten Straßenseite - ein Sicherheitsaspekt, der vor allem für die Kinder an Bord im Stadtverkehr von großer Bedeutung ist.

Opel Trixx
Die an Pantographen geführten Türen ermöglichen den ungehinderten Zugang zum Innenraum

Einen Spielraum bietet auch der Beifahrersitz, wenn es um den Fußraum für den Fondpassagier geht. Möglich macht dies ein langer Verstellweg, durch den sich der Sitz um bis zu 30 Zentimeter nach vorne rücken lässt. Mit extrem viel Beinfreiheit reist der "dritte Mann", wenn er bei weggeklapptem Vordersitz wie in einer Lounge auf dem rechten Fondsitz Platz nimmt. Die tragende Struktur der beiden Frontsitze besteht aus Fiberglas und Aluminium. Bezogen sind sie mit Stoff und Leder.

Dritter Platz im Fond wird aufgeblasen

Ebenso ungewöhnlich wie die Konstruktion des Beifahrersitzes ist der Aufbau des dritten Platzes im TRIXX-Fond. Bei Nichtgebrauch ist der Sitz flächenbündig im Laderaum verborgen. Mit Hilfe eines On-Board-Kompressors und einer Vakuumpumpe lassen sich innerhalb von rund zehn Sekunden die ausgeschäumten Formteile mit Druckluft aufblasen oder mittels Unterdruck wieder hinter die Ladefläche zurückziehen. Der spezielle Stützschaum, der die konkave Form des Sitzes vorgibt, gewährleistet einen guten Komfort. Das Kommando zum Befüllen oder Entleeren des dritten Platzes wird mit Hilfe der zugehörigen Kopfstütze gegeben: Ist sie in Parkposition in die Rückwand eingeschoben, entweicht die Luft; befindet sie sich in der Fahrstellung, wird das Luftpolster aufgeblasen.

Für die Befüllung beziehungsweise Entlüftung sorgen insgesamt neun Ventile. Zudem lässt sich mit ihrer Hilfe der Sitzkomfort variieren. Beispielsweise indem die Sitzfläche je nach Druck weicher oder härter aufgeblasen wird. Und weitere neue Komfortmöglichkeiten des Konzepts deuten sich bereits jetzt an. In Kombination mit einer entsprechenden Sensoren-Steuerung ließe sich beispielsweise die Druckverteilung sogar fahraktiv beeinflussen, etwa bei einer Kurvenfahrt. Sitzfläche und Rückenteil des als temporärer Sitz gedachten Fondplatzes bestehen aus Neopren, einem sehr strapazierfähigen und multiaxial elastischen Material. Ansonsten ist der gesamte aus Fiberglas geformte Fondbereich mit Leder bezogen.

Sicher sind in der Opel-Studie auch Kinder bis zum Alter von vier Jahren unterwegs. Denn bei Bedarf kann ein aus Aluminium sowie Schaumstoff geformter und mit Leder überzogener Kindersitz aus der Rückwand hinter dem Fahrer geklappt werden.

Pickup-ähnliche Transportöffnung für lange Gegenstände

Mit dem vielfältigen Stauraumangebot im Beifahrer- und Fondbereich sind die Transportmöglichkeiten des TRIXX aber noch nicht erschöpft. Denn wird die Heckscheibe elektrisch in der Rückwand versenkt und die hintere Hälfte des Glasdachs der Studie auf die gleiche Weise nach vorne verschoben, entsteht eine Pickup-ähnliche Transportöffnung. Durch diese können bis zu 960 Millimeter breite, 430 mm tiefe und 1.400 mm lange Gegenstände eingeladen werden. Gleichzeitig geöffnet und geschlossen werden Glasschiebedach und Heckscheibe ebenso wie die drei Pantograph-Türen mit Hilfe einer Fernbedienung. Zusätzlich können Schiebedach und Heckscheibe aber auch durch zwei Schalter in der Fahrertür getrennt gesteuert werden.

Für den Transport eines staubigen Sackes Zement vom Baumarkt oder des nadelnden Tannenbaumes nach Weihnachten gibt es einen wie eine Schublade herausziehbaren Heckgepäckträger für den Transport von Gütern, die den Innenraum nicht verschmutzen sollen. Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm können während der Fahrt auf diesem Lastenschlepper verstaut werden.

Das Raumgefühl an Bord der Studie ähnelt dem des wesentlich größeren Opel Meriva. Erheblichen Anteil daran hat die erhöhte Sitzposition, die noch um 14 Millimeter über der des Microvan Agila liegt. Diese Position vermittelt dem Fahrer des formal an einen SUV (Sport Utility Vehicle) erinnernden TRIXX ein wenig das Gefühl, "King of the road" zu sein. Womit er auch nach der Einschätzung der Concept Car-Macher gar nicht so falsch läge.

Aluminium-Cockpit und Info-Instrument mit 3D-Effekt

Ganz auf den Fahrer zugeschnitten ist das TRIXX-Cockpit. Die beiden wichtigen Fragen "Wohin?" und "Wie schnell?" werden vom Navigationssystem auf dem fünf Zoll großen Display und dem davor angeordneten Hauptinstrument mit beantwortet.

Opel Trixx
Sympathisch und flexibel

Auf dem komplett aus Aluminium gefrästen Instrumententräger sind Tachometer, Drehzahlmesser und Ganganzeige platziert. Dadurch liegen die wesentlichen Informationsanzeigen wie bei einem Motorrad im zentralen Blickfeld. Und das bleibt auch so, wenn das Lenkrad in der Höhe verstellt wird. Denn dann schwenken beide Instrumente mit. Gestaltet im Stil amerikanischer Autos der 50er-Jahre erzeugen die tief liegenden, halbkreisförmigen und aus Aluminium gefrästen Ziffern des Tachos beim Betrachter einen 3D-Effekt. Alle anderen Funktionen wie Audio- und Klimaanlage sowie Navigationssystem werden auf dem Display angezeigt. Dessen Menüführung steuert der Fahrer über einen Dreh/-Drückschalter auf der rechten Seite des Instrumententrägers. Mit einem zweiten Drehschalter wird dort die elektrische Parkbremse betätigt, die Zündung ein- oder ausgeschaltet sowie der Motor gestartet. Auf der linken Seite werden mit den beiden Pendants alle Lichtfunktionen bedient. Zwei Wippschalter am Lenkrad dienen der Anwahl der einzelnen Programme und Gangstufen. Ins rechte Licht setzen sie ebenso wie die Scheinwerfer, Bremslicht und Heckleuchten insgesamt rund 30 Leuchtdioden-Einheiten.

Markentypische Designelemente

Der optische Auftritt des TRIXX ist geprägt durch klare Linien und kurze Überhänge. Zu den markentypischen Designelementen zählen beispielsweise die "Bügelfalte" der Motorhaube, die charakteristische seitliche Fenstergrafik, ausgeprägte Radläufe, eine kräftige Schulterlinie, die markante C-Säule sowie die weit vorgelagerte A-Säule. Charakteristisch ist die starke Pfeilung von Front und Heck, die jeweils in ein prägnantes Blitz-Emblem mündet.

1,3 Liter-ECOTEC-Diesel

Den Sprint aus Stand auf Tempo 100 bewältigt der 850 kg wiegende Trixx in 13,2 Sekunden und auf der Autobahn erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Der Verbrauch beträgt 3,9 Liter pro 100 Kilometer: Ein Multijet-Direkteinspritzsystem versorgt das 1,3 Liter CDTI-Dieselaggregat mit 1.600 bar Druck mit Kraftstoff.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Opel)

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