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Villa D'Este: 75. Concorso d'Eleganza
07.0 5.2004
Seit 75 Jahre werden beim Concorso d'Eleganza Villa D'Este elegante und innovative Designkreationen einer fachkundigen Jury vorgeführt und von dieser prämiert. Zur Feier dieses Jubiläums nahmen am diesjährigen Wettbewerb 52 historische Fahrzeuge und zehn aktuelle Konzeptautos teil und sorgten so für eine Rekordbeteiligung. Erstmals beteiligte sich ein japanischer Autohersteller im Wettbewerb der aktuellen Studien: Nissan brachte mit dem Jikoo ein Konzept an den Comer See, welches vorher nur auf dem Tokioter Salon 2003 zu sehen war. Bemerkenswert an diesem Fahrzeug ist die Integration traditioneller japanischer Handwerkstechniken in ein Automobildesign. Dieses Konzept war allerdings zu skurill und eigenwillig, um einen Preis gewinnen zu können. Der Concorso d'Eleganza Villa d'Este Design Award ging, wie nicht anders zu erwarten, an den eher konservativ gezeichneten Alfa Romeo 8C Competizione aus dem Jahr 2003. Mercedes Vision CLS, VW Concept R, Renault Wind und die wunderschöne Lancia Fulvia gingen ebenso wie Bertone Jet 2, Rinspeed Splash oder Aston Martin Vanquish Zagato Spider leer aus. Hier bewahrheitete sich wieder, dass Heimspiele leichter zu gewinnen sind Innovatives Design hatte dieses Jahr keine große Chance auf den Pokal. Auch der Publikumspreis Coppa D'Oro di Villa D'Este ging an ein italienisches Fahrzeug: Ein Lancia Astura Double Phaeton mit einer zweifarbigen Karosserie von Castagna aus dem Jahr 1933 wurde dieser Auszeichnung für würdig befunden. Aber auch hier war die Qual der Wahl groß: Ein wunderschöner Delahaye mit Saoutchik-Karosserie von 1947 hätte den Preis genauso verdient gehabt wie der Fiat Stanguellini 1200 aus dem Jahr 1959, der Ballot RH von 1932 oder der Maserati 450 S von 1956 um nur einige Aspiranten zu nennen. Die Trofeo Corrado Millanta gewann mit dem 375 America Coupé Pinin Farina 1955 ein ungewöhnlicher Ferrari. Aus dem Erstbesitz von Gianni Agnelli stammend, präsentierte sich dieses britisch wirkende Coupé in dunkelgrüner und roter Lackierung und begeisterte durch seine stimmigen Details. Ein Sportwagen aus Modena gewann auch die Trofeo BMW Group - Best of Show by the Jury. Mit dem Ferrari 250 GT Cabriolet Pinin Farina 1957 kührte die Jury einen eleganten, offenen Zweisitzer zum Gewinner. Die Carlo Felice Bianchi Anderloni Memorial Trophy gewann ein Alfa Romeo 6C 2500 Coupé Villa d'Este Helvetia aus dem Jahr 1951 und die Trofeo Rolls-Royce errang ein Rolls-Royce Phantom II Sedanca de Ville Barker von 1932 Sonntags war das allgemeine Publikum eingeladen, die Luxuskarossen in Augenschein zu nehmen. Im Park der Villa Erba konnten die Sieger der Wettbewerbe bestaunt werden, und wie in jedem Jahr wurde ein Teil der Schau einem bedeutenden Designstudio gewidmet. Diesmal feierte der Concorso die Kreationen von Zagato. In einer Sondershow präsentierten die Mailänder ihre Arbeiten der vergangenen 85 Jahre. Einige Lücken waren zu verzeichnen etwa der Lamborghini Raptor von 1996, der Aston Martin DB 4 GTZ von 1960 oder der Formel 1-Weltmeisterschaftsgewinner von 1951, der Alfa Romeo 159 aber trotzdem dürfte diese Präsentation die vollständigste Ausstellung von Zagato-Entwürfen der letzten Jahren gewesen sein. Die aktuellen Concept Cars, eine Auswahl von Fahrzeugen des Rolls-Royce Enthusiast Club sowie Fahrzeuge und Meilensteine des Hauptsponsors BMW rundeten die Veranstaltung ab. Durch eine gewohnt kluge und interessante Auswahl an Fahrzeugen konnte der Concorso d'Eleganza wieder seinen herausragenden Rang in Europa unter Beweis stellen.
(Text: Rainer Roßbach )
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