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50 Jahre Giulietta Sprint: Alfa Romeos Plattformstrategie zum Erfolg
15.05.2004
Ein ewig junger Alfa Romeo wird 50: der Giulietta Sprint. Das erfolgreichste Alfa Romeo Coupé der 50er Jahre und seine nicht minder populären Derivate - Giulietta Berlina und Spider - schrieben Automobilgeschichte und führten die Mailänder Avantgardemarke in neue Absatzregionen. Mehr als 28.000 Kunden entschieden sich für das Coupé. Ein in jenen Tagen außergewöhnlicher Markterfolg, zu denen sich über 131.000 Guilietta Berlina und 17.000 Giulietta Spider addierten. 1954 - das Debüt Alfa Romeo präsentierte am 19. April 1954 auf dem Turiner Salon einen Prototypen des Giulietta Sprint. Die Medien feierten den in Turin gezeigten Giulietta Sprint als automobilen Traum. Unter der Motorhaube des knapp vier Meter langen und 1,32 Meter hohen Hecktrieblers befand sich ein 1.290 cm3 großer Leichtmetall-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Dessen 65 PS (bei 6.500/min) waren für 165 km/h Höchstgeschwindigkeit gut. Obwohl der Giulietta Sprint deutlich günstiger angeboten wurde als alle Alfa Romeo Sportwagen zuvor, war auch er kein Fahrzeug für die breite Masse (Der Preis in Deutschland betrug 1957 umgerechnet 8.104 Euro). Dennoch gingen bereits während des Turiner Salons 700 Bestellungen ein. Ein Trend, der sich fortsetzen sollte und schnell die ursprünglichen Kapazitätsgrenzen für die bei Bertone hergestellten Karosserien sprengte. Verschiedene Karosseriebauer der Region sprangen ein, um die Hülle des Alfa Romeo in Handarbeit zu fertigen, bis 1960 ein neues Bertone-Werk dem anhaltenden Zuspruch der Kunden vollends gerecht werden konnte. Wegweisend war nicht nur die Technik des Coupés (z.B. rundum Einzelradaufhängung, Aluminium-Schaltgetriebe), sondern ebenso das Design. Nuccio Bertone und Franco Scaglione hatten einen 2+2-Sitzer geschaffen, der die Dynamik und Eleganz der großen Alfa Romeo Coupés auf eine neue, kompaktere Klasse übertrug. Über einen Radstand von 2,38 Metern spannte sich eine zeitlos elegante Karosserielinie; vorne dominierten den Giulietta Sprint der typisch V-förmige Chromgrill und seitlich zwei weitere, ebenfalls chromeingefasste Lufteinlässe. Der Giulietta Berlina und Giulietta Spider
Im April 1955, erneut auf dem Turiner Salon, wurde der Giulietta Berlina präsentiert. Die 4,0-Meter-Limousine teilte sich ihre Bodengruppe mit dem Sprint und distanzierte die Konkurrenz mit seiner ausgezeichneten Fahrwerksdynamik. Bereits im Herbst des selben Jahres reichte Alfa Romeo als Weltpremiere im Rahmen der IAA (Internationale Automobil Ausstellung / Frankfurt) den von Gian Battista Farina gezeichneten Giulietta Spider nach. Mit diesem Triumvirat aus Sprint, Berlina und Spider demonstrierten die Mailänder als einer der weltweit ersten Hersteller, wie varianten- und erfolgreich eine einzige Baureihe aufgestellt werden konnte. Der Giulietta Sprint Veloce Zwei Jahre nach dem Debüt des ersten Giulietta Sprint folgte die nächste Evolutionsstufe der Baureihe: der Giulietta Sprint Veloce, eine Homologationsserie zur Teilnahme an der Mille Miglia 1956. Die Hauben, Türen und Stoßfänger bestanden aus Leichtmetall; in Verbindung mit weiteren gewichtsreduzierenden Maßnahmen ging der Veloce mit nur 780 Kilogramm (72 Kilo weniger als das Basisfahrzeug) an den Start. Seine 80 PS erlaubten 170 km/h Höchstgeschwindigkeit. Kurz nach dem Sprint kam auch ein Giulietta Spider Veloce auf den Markt, der allerdings - da er nicht für den Einsatz im Motorsport konzipiert war - ohne Leichtbauteile auskommen mußte.
Die zweite Serie ab 1959 Am 24. Juni 1959 präsentierte Alfa Romeo in Monza die zweite Generation des Giulietta Sprint. Das auf der oberitalienischen Rennstrecke vorgestellte neue Modell war von Giorgetto Giugiaro, der damals für Bertone arbeitete, dezent verbessert worden. Die Leistung der Serienversion stiegt auf Veloce-Niveau (80 PS), die Spitzengeschwindigkeit ebenfalls. Nahezu parallel entstand auch die zweite Serie des Veloce; der war nun 96 PS stark und 175 km/h schnell. Gegen Aufpreis stand für den Giulietta Sprint Veloce jetzt auch ein Fünfganggetriebe zur Verfügung, das erstmals 1957 für die aerodynamisch optimierte, 100 PS starke und über 180 km/h schnelle Sonderversion Giulietta Sprint Speziale eingesetzt wurde. Aus Giulietta wird Giulia Wie dieser Speziale (später 112 PS stark), debütierten über die Bauzeit des Giulietta Sprint weitere sportliche Sonderversionen, wie etwa der ebenfalls 100 PS starke Giulietta SZ, der gemeinsam mit Zagato konzipiert und dort auch gebaut wurde. Im Juni 1962 taufte das Unternehmen den Giulietta Sprint und Spider in Giulia um. Hintergrund: Die neue Giulia Limousine hatte inzwischen den viertürigen Giulietta abgelöst und damit eine modifizierte Nomenklatur für die Mittelklasse-Modelle eingeführt. Als wünschenswerten Nebeneffekt erhielten Sprint und Spider den neuen 92-PS-Motor des Giulia.
1300 Sprint - die letzte Serie Ein Jahr später folgt der gänzlich neue Giulia Sprint. Und doch war der "Alte" aufgrund anhaltender Beliebtheit weiterhin im Programm. Zwei Autos, ein Name? Ging nicht. Der nun - als Abschiedserie - wieder vom 1.290 cm3 großen 80-PS-Motor angetriebene "Giulietta Sprint" erhielt deshalb die Bezeichnung 1300 Sprint. Allein zwischen 1964 und 1965 wurden von ihm weitere 1.800 Exemplare ausgeliefert. Dann war endgültig Schluss, denn Alfa Romeos neue Giulia, die insgesamt in mehr als 224.000 Exemplaren gebaut werden sollte war die Zukunft. Geburtstagsfeiern in Mailand und Monza Doch das Styling des Giulietta Sprint prägt die Marke Alfa Romeo bis heute. Nicht zuletzt deshalb feiert die 94 Jahren alte Mailänder Marke vom 15. Mai bis zum 20. Juni mit einem umfangreichen Geburtstagsprogramm den Stammvater aller modernen Alfa GT-Modelle. So gibt es zwei internationale Giulietta-Treffen (rund 70 Prozent aller jemals gebauten Giulietta Sprint erfreuen sich auch 2004 bester Gesundheit) sowie die Ausstellung "Der Giulietta und seine Zeit" (jeweils in Mailand), ein historisches Rennen in Monza und ein Open-Air-Konzert der Mailänder Scala.
(Text: pt / rr )
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