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Dacia Logan: Ein "unmögliches" Auto
04.07.2004
Von der Renault-Tochter Dacia in Rumänien stammt die jetzt vorgestellte Limousine Logan X90. Die bis zu 90 PS starke Stufenhecklimousine für Schwellenländer in aller Welt wird zum Basispreis von 5000 Euro angeboten. Trotz allgemeiner Skepsis in der Fachwelt wird das Low-Budget-Car auf Basis der Renault-Nissan-B-Plattform keineswegs ein Primitiv-Auto sein. Zulieferer wie Bosch, Delphi, Continental und Michelin stehen mit ihren Komponenten für Zuverlässigkeit und Qualität. Der Logan ist geräumig und bietet eine moderne Ausstattung: Zwei Front-Airbags, Servo-Lenkung und Dreipunkt-Sicherheitsgurte gehören zur Serienausstattung. Zudem erfüllt die Limousine die Euro-4-Norm und soll, so Renault, im NCAP-Crashtetst fünf Sterne erhalten. Auch in punkto Umweltverträglichkeit entspricht der Fünfsitzer westlichen Standards: er ist zu 95 Prozent recyclebar. Als Antrieb stehen ein 1,4 Liter und ein 1,6 Liter großer Benzinmotor mit einer Leistung von 75 bzw. 90 PS zur Auswahl. Das maximale Drehmoment gibt Renault mit 112 Nm und 128 Nm an. Die 925 Kilo schwere Limousine absolviert den Spurt von Null auf 100 Sachen in bis zu 11,5 Sekunden und für die stärkere Motorisierung werden 175 km/h Spitze angegeben. Neben fünf Fahrgästen können noch etwa 510 Liter Gepäck untergebracht werden.
Für den 1,6-Liter gibt es ab Werk ABS und einen elektronischen Bremsassistenten. Spätestens 2007 wird es auch einen Kombi und einen Van geben, bereits ab 2005 ergänzen ein 1,5 dCi-Diesel mit 65 PS und ein 107 PS starker 1,6 Liter 16V die Motorenpalette. Mit der neuen Stufenhecklimousine will Renault auf den wachstumsstarken Märkten in Osteuropa, dem Mittleren Osten, in Nordafrika und in Südamerika langfristig weiter wachsen. Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll die Produktion an insgesamt fünf Fertigungsstandorten kontinuierlich auf jährlich 700 000 Einheiten steigen. Der Logan wird in Abhängigkeit vom jeweiligen Markt als Renault oder Dacia vertrieben. Die Herausforderung an die Ingenieure war besonders hoch. Um Kosten zu sparen baute man das Fahrzeug auf der zukünftigen Clio-Plattform auf. Die Motoren, Sitze, Scheibenwischer, Rückspiegel und Türgriffe sind keine Neuentwicklungen, sondern kommen aus dem Renault-Teileregal.
Die Heckscheibe ist flach, und die Schweißstellen sind auf das Nowendige reduziert. Die Hinterachse kommt vom neuen Renault Modus, die Vorderachse vom Clio. Auch das einteilige Armaturenbrett spart gegenüber den üblichen mehrteiligen Kosten. Die niedrigen Löhne in Rumänien besorgen den Rest. Extras wie Radio, ABS, Zentralverriegelung oder elektrische Scheibenöffner könnten den Endpreis allerdings um bis zu 2000 Euro anheben. Renault zeigt mit dem Logan, dass ein modernes Fahrzeug zu deutlich geringeren Kosten als gewohnt angeboten werden kann ohne Verzicht auf die technischen Ausstattungen, die man heute erwartet. Schade, dass die kleine Limousine nicht beweisen kann, dass sie auch auf dem westeuropäischen Markt konkurrenzfähig ist.
(Text: Rainer Roßbach) |
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