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1000 km Nürburgring: Doppelsieg für Audi
21.07.2004
Zur Zeit sind intensive Bemühungen im Gang, die Tradition der Langstreckenprüfungen mit zweisitzigen Sportwagen neu zu beleben. 2004 werden im Rahmen der neuen Le Mans Endurance-Serie (LMES) wieder vier der traditionellen 1000 km-Rennen ausgetragen, die in den Sechziger und Siebziger Jahren spektakulären Motorsport geboten haben. Monza, Spa, Nürburgring und Silverstone sind die Austragungsorte. Das LMES-Reglement sieht vier Prototypen-Klassen sowie GTs in zwei Kategorien vor. Im Rahmenprogramm sorgen die Classic Endurance Challenge, die Formula X (www.fxracing.com) sowie in die Formula Palmer Audi-Monoposto-Serie (www.formula-palmer-audi.com) für Abwechslung. 1000 km-Rennen der Le Mans Endurance-Serie Vom 1.Juli bis zum 4.Juli 2004 fand auf dem Grand Prix-Kurs des Nürburgrings die Neuauflage des legendären 1000 km-Rennens statt. 41 Prototypen und GT hatten sich für das Rennen am Samstag eingeschrieben, das um 16:00 Uhr gestartet wurde. Favoriten waren das Semi-Audi-Werksteam von Audi Sport UK Team Veloqx. Allerdings hatte Nicolas Minassian den DBA-Zytek von Creation Autosportif auf die Pole gestellt. Zudem ließ typisches Eifelwetter zwischen Regen und Sonnenschein den Rennverlauf unkalkulierbar werden. Sofort nach dem Start setzt sich Minassian an die Spitze, verfolgt von den zwei Audi R8, die von Johnny Herbert und Pierre Kaffer pilotiert werden. Ab der dritten Runde übernehmen dann die R8 die Führung, der Zytek reiht sich dahinter ein. Kaffer überholt schnell seinen Teamkameraden und übernimmt die erste Position. Herbert wird von Minassian bedrängt und wieder überholt. Erst der mittlerweile einsetzende Regen gibt Herbert erneut die Chance Minassian wieder hinter sich zu bringen.
Auf der feuchten Strecke dreht sich der führende Pierre Kaffer mit seinen Slicks in den Kies und verliert eine ganze Runde. Minassian nutz die Gunst der Stunde und übernimmt wieder die Führung, die er bis zu einem Verbremser in der 56. Runde verteidigt. Ein schleichender Plattfuss zwingt den DBA-Zytek in langsamer Fahrt an die Boxen, um neue Reifen zu holen. Kaffer wechselt, als der Regen nachlässt, als erster aus der Spitzengruppe wieder auf Slicks, die anderen Teams folgen schnell. Zur Halbzeit des Rennens führen die beiden Veloqx-Audis vor dem japanischen Goh-R8 und Minassian auf dem blauen Zytek. In Runde 108 übergibt der führende Johnny Herbert an seinen Teamkollegen Jamie Davies, eine Runde später wechselt Allan McNish in den Kaffer-R8. Dadurch fallen die beiden Audi um einen Platz zurück, können aber aufgrund des Routinestops des Goh-R8 in der nächsten Runde wieder die Führung übernehmen. Die 114. Runde bringt dann den teaminternen Führungswechsel: McNish bremste sich in der Mercedes-Arena an Davies, der trotz feuchter Strecke auf Slicks unterwegs ist, vorbei. Doch der Einsatz McNishs zahlt sich nicht aus. Wegen Überschreitung des Tempolimits in der Boxengasse wird der Kaffer/McNish-R8 mit einer Stop-and-Go-Strafe belegt, die das Team hinter den drittplatzierten Goh-Audi zurückwirft.
Mittlerweile kündigt sich wieder ein heftiger Regenguss an. Die Audi liegen innerhalb von 20 Sekunden an der Spitze, dahinter der Goh-R8 und der DBA-Zytek. McNish wechselt auf Regenreifen, während Davies pokert und auf Slicks weiterfährt. Offensichtlich eine falsche Entscheidung, denn McNish gelingt es, an seinem Teamkollegen vorbeizugehen. Der schnelle Zytek kann 45 Minuten vor Rennende wieder den dritten Platz übernehmen. Minassians Teamkollege Jamie-Campbell Walter holt nun plötzlich sechs Sekunden je Runde auf den vor ihm liegenden Davies auf. Doch der hat Glück: Eine mehr und mehr abtrocknende Strecke kommt seinen Slicks zugute, so dass er seine Position halten kann. Die Zielflagge fällt um 22:02 Uhr: Pierre Kaffer/Allan McNish gewinnen vor Johnny Herbert/Jamie Davies und dem bravourös kämpfenden DBA-Zytek-Team Nicolas Minassian/Jamie-Campbell Walter. Nach zwei Läufen der Le Mans Endurance-Serie (LMES) liegen die vier Audi Piloten nun punktgleich an der Tabellenspitze.
Classic Endurance Series Insgesamt 24 Wagen nahmen sonntags am Rennen der Classic Endurance Series teil. 16 Prototypen standen acht GTs gegenüber. Bemerkenswert war, dass an diesem Rennen viele Fahrzeuge teilnahmen, die schon in den Siebzigern am Nürburgring angetreten waren. In der Qualifikation wurde schnell deutlich, dass das Rennen ein Zweikampf zwischen den Pole-Settern Siggi und Phillip Brunn auf Porsche 908/3 sowie Juan Barazi auf dem 917K im Martini-Design würde. Schon in der zweiten Runde übernimmt der Fünfliter-Porsche die Führung, die er bis zum Rennende nicht mehr abgibt. Im Teilnehmerfeld tummelten sich Lola T 212, Porsche 906, Ligier JS3, Ford 3L, Chevron B 16, ein Lola T70-Roadster und viele andere seltene historische Rennwagen, die das Rennen zu einem absoluten Vergnügen werden ließen. Dieses Wochenende in der Eifel war Rennsport pur. Die Mischung zwischen aktuellen High-Tech-Rennwagen, historischen Langstreckenfahrzeugen sowie interessanten Nachwuchsformeln überzeugte. Vor allem der hervorragende Motorsport, den die Le Mans Endurance-Serie bietet, hätte eine größere Zuschauerresonanz verdient gehabt. Etwas mehr Pressearbeit, mehr Plakate und eine offensivere Vermarktung hätten sicher mehr als 5000 Zuschauer in die Eifel gelockt. Teams und Fahrer, die hervorragende Unterhaltung geboten haben, hätten das verdient.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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