Viel ist über den Käfer geschrieben worden. Allerdings ist die Geschichte seiner Entwicklung noch nie Gegenstand einer intensiven Betrachtung gewesen. Hier setzt Chris Barber an: Er begleitet Ferdinand Porsche auf dem Weg von den frühen Studien zum Projekt eines "Volkswagens" über den "KDF"-Wagen und seine militärischen Derivate bis zum Ende der vierziger Jahre, in denen die Entwicklung dann auch in die Porsche-Sportwagen mündet. Der Volkswagen sollte, wie man weiß, einfach zu bedienen sein, er sollte einer fünfköpfigen Familie ausreichend Platz bieten, er sollte robust sowie in Großserie zu produzieren sein und er war ein Objekt der politischen Propaganda. Ob mit Absicht oder nicht, ist das Buch auch ein Lehrstück über die Nazi-Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg. An Hand der Bilder und Daten wird dem Leser bewußt, daß der KDF-Wagen auch, und vielleicht wesentlich, ein Projekt der Wehrtechnik war. Chris Barber blendet das Politische aus und konzentriert sich auf die Ingenieure und ihre Projekte. Durch die Möglichkeit, tief in die Archive von Volkswagen einzusteigen, bringt er eine Vielzahl von bislang unveröffentlichten Fotos und Entwicklungsplänen ans Tageslicht. Sehr detailreich und mit Bildern gut dokumentiert zeigt das Buch die Arbeit von Ferdinand Porsches Team und würdigt dessen Leistung in einem schwierigen Umfeld. Übersetzt wurde dieses Buch von Dr. Bernd Wiersch, der schon seine Promotion über den Käfer verfasste und über viele Jahrzehnte das Wolfsburger Volkswagen Museum leitete.
Chris Barber
Der Käfer
Ferdinand Porsche und die Entwicklung des Volkswagens
320 Seiten,
297 S/W-Fotos,
77 Zeichnungen,
Format 21 x 27 cm,
gebunden mit Schutzumschlag
34,90 Euro
Delius & Klasing
ISBN: 3-7688-1582-X