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Aktualisiert am 31.12.2011
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Nissan 350 Z: Satte Leistung

Nissan 350 Z: Satte Leistung

01.03.2004

pfeil  Technische Daten  

350Z

Die große Kühlluftöffnung verleiht dem 350 Z einen aggressiven Touch.

 

280 PS aus 3,5 Liter Hubraum machen die Absicht deutlich: Der Nissan 350 Z stellt sich in die Tradition der amerikanischen "Muscle-Cars". Und das ist kein Zufall, ist der amerikanische Markt doch traditionell der wichtigste Abnehmer für die japanischen Coupés. Mittlerweile wurde der Nissan über 40.000 mal an den Mann gebracht und damit ist er der meistverkaufte Sportwagen in den USA.

Mit seiner bewusst kompakt gehaltenen Passagierkabine und den kurzen Karosserieüberhängen ist der Frontmotor-Sportler ein echter Hingucker. Trotz klassischer Proportionen werden Kurven und Kanten so geschickt gemischt, dass der Spannungsbogen zwischen optischer Zurückhaltung und Provokation nahezu komplett ausgereizt wird. Ein aggressiver, kantig gefasster Kühllufteinlass dominiert im Dialog mit den zwei schmalen Belüftungsschlitzen der Bremsen die Front, dagegen sind die unter einer transparenten Abdeckung liegenden Frontscheinwerfer bündig und zurückhaltend in die Fronthaube eingepasst. Auch das Heck ist auf Kontrast gezeichnet: Die runde Grundform wird durch einen leicht anachronistisch wirkenden Spoiler auf dem Kofferraumdeckel angeschärft. Schön sind die Details, wie die aus Aluminium gefertigten Türgriffe und die durch das Heckfenster sichtbare Domstrebe mit eingeprägtem Z-Logo.

Der eigenwillige Stil setzt sich innen fort. Wenn man auf dem gut konturierten und bequemen Fahrersitz Platz genommen hat, findet man vor sich ein schön gemachtes Lenkrad mit einem zentral im Blickfeld liegenden Z-Logo. Kunststoff-Oberflächen in angenehmer Qualität und in verschiedenen Schwarz-Tönen beherrschen den Innenraum – aufgelockert wird das Ganze durch Alu-Applikationen. Ein breiter Kardantunnel zwischen dem Gestühl und das niedrige Dach schaffen sportliche Enge und eine durchaus angenehme Atmosphäre. Die drei zentral liegenden und übersichtlich gehaltenen Rundinstrumente – u.a. Drehzahlmesser und Tachometer – können zusammen mit dem Lenkrad in der Höhe verstellt werden. Ergänzt wird das Armaturen-Ensemble durch drei dem Fahrer zugeneigte Zusatzinstrumente auf der Mittelkonsole. Im anregend komponierten und leicht höhlenartigen Innenraum fühlt man sich auf Anhieb wohl, die Sicht zur Seite und nach hinten ist jedoch bauartbedingt etwas eingeschränkt.

350Z

Auffälligstes Element im hinteren Bereich sind die Rückleuchten, die von der Flanke aus bis ins Heck laufen. Die flüssige Linie wird leider durch die plumpe Antenne gestört.

 

Während die USA oder auch Japan klassische "Niedriggeschwindigkeits-Märkte" sind, wird hierzulande bekanntermaßen schneller gefahren. Nissan hat dem Rechnung getragen und den elektronisch bei 250 km/h abgeregelten 350Z an die höheren Geschwindigkeiten und abweichenden Fahrgewohnheiten angepasst. Neben einem ESP und einem vergrößerten Kühler sind die Modifikationen primär aerodynamischer Natur: Veränderte Kanäle am Unterboden leiten gezielt Luft zum Differenzial, das mit zusätzlichen Kühlrippen versehen ist. Ein "Aero Kit" mit Spoilern und speziell geformtem Unterboden (Diffusor) senkt den cw-Wert auf 0,29 und reduziert den Auftrieb bei schneller Fahrt. Das aus Aluminium bestehende Multi-Link-Fahrwerk sorgt im Zusammenspiel mit dem langen Radstand von 2,65 Meter und einer Gewichtsverteilung von 53 zu 47 für ein ausgezeichnetes Fahrverhalten.

Der konstruktive Aufwand ist sinnvoll, da der 350 Z äußerst leistungsfähig ist. Er absolviert den Sprint von Null auf 100 km/h in 5,9 Sekunden und sein 3,5-Liter-V6-Saugmotor mit vier obenliegenden Nockenwellen, der 206 KW/280 PS leistet, mobilisiert ein maximales Drehmoment von 363 Nm bei 4.800 Umdrehungen. Über eine Kardanwelle aus Kohlefaser-Verbundstoff treibt der Frontmotor die Heckräder an. Das Getriebe hat sechs Gänge — die ersten fünf sind kurz übersetzt, der Sechste ist lang ausgelegt und soll den Benzinverbrauch niedrig halten. Der leicht hakelige Schalthebel liegt hervorragend in der Hand, vibriert jedoch im Fahrbetrieb. 11,1 Liter/100 km Durschnittsverbrauch sind kein niedriger Wert, aber angesichts der Leistungsdaten vertretbar — der 80 Liter fassende Tank sorgt für 700 Km Reichweite.

Nach dem Drehen des Zündschlüssels meldet sich der V6 mit einem dumpfen Brabbeln, das sich beim ersten Gasstoß zum fauchenden Grollen wird. Ein sportlich klingender Sound untermalt den Fahrbetrieb in verschiedensten, wohlkomponierten Klangfarben und macht Lust auf die Strasse.

Nach dem Losfahren stellt man erfreut fest, dass die akustischen Reize auf eine passende Technik treffen: Der Nissan klebt auf dem Asphalt ohne unkomfortabel zu sein, Querrillen werden gut weggefiltert, ebenso verursacht das Überfahren von Kanaldeckeln keine allzu grosse Pein. Selbst bei Höchstgeschwindigkeit ist der Geradeauslauf des Zweisitzers ohne Tadel. Andererseits ist der Frontmotorsportwagen ziemlich knackig und kurvengierig geraten. Ohne Verzögerung folgt er jeder Lenkbewegung. Durch schnelle Kurven lässt sich der 350 Z leicht und zielgenau lenken – die Seitenneigung ist denkbar gering. Das Mehrlenker-Achsensystem und die steife Karosserie sorgen für hohe Präzision und Beherrschbarkeit.

Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten sind hoch und der turbinenartig hochdrehende Motor stellt jederzeit reichlich Pferdestärken zur Verfügung, die man auch gern ob ihrer mühelosen Verfügbarkeit abruft. Die serienmäßigen 245er-Reifen bringen die hohe Leistung sauber auf die Straße. Eine Traktionskontrolle und das ESP kontrollieren die Fahrphysik – wer es gern authentischer und ungefiltert haben will, kann das ESP ausschalten und die Kurven im Power-Slide umrunden. Auch die Bremsen überzeugen: Die Brembos mit ABS und elektronischer Bremskraftverteilung packen willig und kräftig zu.

350Z

Das Cockpit mit seinen qualitativ guten Sitzen und der schönen Instrumentierung sorgt für ein fast perfektes Wohlbefinden.

 

Ein paar Negativpunkte weist allerdings auch der 350Z auf. Bei hohen Autobahngeschwindigkeiten schmälern Wind- und Abrollgeräusche etwas den Langstreckenkomfort und die Transportkapazitäten sind minimal. Selbst der notorische "Golf-Bag" dürfte wegen der Domstrebe kaum ins gläserne Heck passen, zudem liegt das Gepäck offen auf dem Präsentierteller. Ablagen hinter den Vordersitzen können diese Not nur begrenzt mildern. Die dadurch eingeschränkte Reisetauglichkeit ist bedauerlich, da der 350 Z von seinen fahrdynamischen Qualitäten her ein echter Grandtourismo ist. Er bietet einen ausgewogenen Mix von Leistung und Komfort und überzeugt durch seine Unangestrengtheit.

Die Preise für den Japaner betragen 33500 Euro in der Grundausstattung und 35900 Euro für das Premium Pack. Gegen Aufpreis gibt es zunächst nur eine Lederausstattung in Orange für 500 Euro, die 18-Zoll-Rays-Felgen für 1000 Euro und eine Metallic- Lackierung für 490 Euro. Schon die Basisversion enthält Annehmlichkeiten wie z.B. Xenon-Scheinwerfer, Klimaautomatik, 18-Zoll-Felgen und ein Radio mit Sechsfach-CD-Wechsler - ein faires Angebot, wenn man für die spezifischen Reize dieses Sportwagens empfänglich ist.

Wer eine ungewöhnliche Optik, gepaart mit reichlich Leistung zum günstigen Preis will, wird in diesem Segment kaum ein besseres Angebot finden. Der 350Z ist eine reizvolle Fahrmaschine, bei der der Heckantrieb und das sportliche Fahrwerk für reichliches Vergnügen sorgen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Nissan)

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