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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Mini Cooper Convertible: Offene Herausforderung

14.05.2004

pfeil  Technische Daten  

Mini Cooper Convertible
Mini Cooper Convertible: der Sommer kann kommen

Nach dem erfolgreichen Neustart der Marke Mini als Premiumanbieter für kompakte Fahrzeuge weitet BMW das Angebot nun um ein attraktives Angebot aus. Cabrio-Dervate des Urmini waren Umbauten von Drittanbietern, mit entsprechenden technischen und formalen Schwächen, BMWs Neuling dagegen wurde mit der Erfahrung von drei Generationen 3e-Cabrios, vier Roadstern der Z-Reihe und dem 6er-Cabrio entwickelt. Offen wie geschlossen wirkt das gleiche Cabriolet wohlproportioniert, das Stoffdach formt die Linie der Limousine nach.

Auch als Cabriolet bleibt der Mini ein Viersitzer, Abstriche am Platzangebot zur Limousine müssen im Vergleich kaum in Kauf genommen werden. Auf den Vordersitzen ist das Raumgefühl tadellos. Die Innenbreite auf den Rücksitzen reduziert sich um 15 cm, die Beinfreiheit schrumpft um nur drei cm. Der Grund liegt in der geschickten Konstruktion des Faltdachs. Die kompakte Z-Faltung legt die Dachhaut platzsparend auf den Kofferraum hinter die Rücksitze, der Verzicht auf eine Persening vereinfacht die Handhabung und reduziert die Aufbauhöhe, auf einen Verdeckkasten im Kofferraum kann verzichtet werden. Trotzdem ist das Ladevolumen im Heck des Autos sehr beschränkt, minimal sind es nur 120 Liter. Ein Golfbag, die neue Maßeinheit für das Schluckvermögen des Gepäckabteils in der Premiumklasse, lässt sich nur unterbringen, wenn man dir Rücksitze umklappt. Reisegepäck für vier Personen muss per Bahn vorausgeschickt werden, will man sich nicht auf ein paar T-Shirts, ein Stück Seife, Zahnpasta und Rei in der Tube beschränken. Maximal lässt sich das Ladevolumen auf gut 600 Liter vergrößern, dann ist der Wagen allerdings nur noch als Zweisitzer und kaum noch als Cabrio nutzbar, da die Ladung auf den umgeklappten Rücksitzen verteilt ist. Die aussenliegenden Scharniere der Heckklappe stören den Linienfluss, sind aber wohl notwendig, um das Kofferraumvolumen nicht noch weiter zu reduzieren und die Beladbarkeit zu verbessern. Zusätzlich hilft das Easy-Load-System, mit dem das zurückgeklappte Dach angehoben werden kann, um die Ladeöffnung zu erweitern. Die Zuladung ist mit 400kg eher knapp, aber durch die stark eingeschränkte Ladekapazität des Kofferraums dann doch wieder ausreichend: vier Personen und ein gut gefüllter Picknickkorb lassen sich legal befördern. Der Tankinhalt von 50 l erlaubt eine Reichweite von über 600 km und macht das Auto reisetauglich.

Mini Cooper Convertible
Kompakt, kräftig, offen

Die Sicht nach hinten ist offen wie geschlossen schlecht, der hohe Aufbau mit den Kopfstützen und den integrierten Überrollbügeln behindert die Sicht und stört im offenen Zustand auch nicht die an sich sehr elegante Fahrzeuglinie. Auf die Insassen wirkt die Konstruktion so, als hätten sie eine Schrankwand auf die Rücksitze geladen. Auch nach schräg hinten sieht man bei geschlossenem Verdeck deutlich schlechter als in der Limousine, aber wer will ein Cabrio schon geschlossen fahren?

Das ungefütterte Verdeck öffnet sich automatisch, dabei wird erst der vordere Teil wie ein Stoffschiebedach nach hinten verschoben, in einem zweiten Schritt faltet sich das Dach dann hinter die Sitze. Der Knopf muss während des gesamten Vorgangs gehalten bleiben. Der vordere Teil kann auch während der Fahrt geöffnet und geschlossen werden, soll das Dach weggeklappt oder aus der ganz offenen Stellung wieder geschlossen werden, muss das Fahrzeug stehen.

Ein Zentralschalter erlaubt es, alle Fenster zu öffnen oder zu schliessen, dabei fahren erst die hinteren Fenster herunter, dann die vorderen, zum Öffnen gibt es eine Komfortschaltung, ein einfaches Antippen des Schalters genügt, um alles bewegliche Glas zu versenken, zum Schliessen muss der Schalter dagegen festgehalten werden, bis alle Fenster wieder oben sind. Die hohe, steil stehende Frontscheibe bietet gutem Windschutz, ohne den Blick in den Himmel einzuschränken. Hier zeigt sich der Vorteil des Stoffdachs gegenüber den in Mode geratenen Stahl-Klappdächern, die alle übergroße und weit nach hinten ragende Windschutzsscheiben erfordern. Auf das Windschott kann, besonders bei geschlossenen Seitenscheiben, auch bei schneller Autobahnfahrt verzichtet werden. Die Windgeräusche belieben selbst bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn so niedrig, dass man die Kommunikation mit dem Beifahrer nicht einstellen muss.

Mini Cooper Convertible
gezielte Verstärkungen sorgen für ein tadeloses Fahrverhalten

Die Sitze sind angenehm straff, nicht unbequem und erlauben es, lange Etappen beschwerdefrei zurückzulegen. Der gute Seitenhalt ergänzt die Fahrwerksqualitäten.

Die Materialanmutung im Innenraum wird dem Premium-Anspruch gerecht, sie ist hochwertig, allerdings für ein Cabrio möglicherweise etwas zu schmutzempfindlich, besonders die vielen Rillen und Kanten am Zentralinstrument und der Schalterklaviatur werden bei offenem Verdeck Staubfänger sein. Bei Sonneneinstrahlung von oben sind die LED-Information in den Instrumenten schlecht zu ab zu lesen.

Trotz deutlicher Strukturverstärkungen wurde der Mini Cooper Convertible nicht zu einem Schwergewicht, das Basisgewicht liegt bei 1150kg. Dickeres Blech und Schotte in den Schwellern, Streben zur Versteifung des Vorderwagens , ein Querschott vor den Vordersitzen, ein kräftiger Bügel im Fensterrahmen der Frontscheibe und, als einzig sichtbares Element, der Überrollbügel hinter den Rücksitzen ergeben eine sehr steife Karosserie. Selbst auf schlechten Strassen verwindet das Auto nicht, kein Knarzen und Knistern, kein Schütteln. Das zeugt von einer exzellenten Verarbeitung. Davon profitiert natürlich auch das Fahrverhalten. Der Mini Convertible ist genauso agil, handlich und kurvengierig wie die Limousine.

Beim Motor unterscheidet sich der Mini Cooper Convertible nicht von seinem geschlossenem Pendant. 115 PS aus 1600 ccm sind für 193 km/h Spitze gut, aber der Motor ist etwas durchzugsschwach, er will geschaltet werden. Vielleicht ist das sogar Absicht, denn so kommt man häufiger in den Genuss, die Gänge mit der in gewohnter BM W-Qualität gefertigen Schaltung wechseln zu dürfen. Zudem ist der Motor sehr drehwillig und geht leichtfüßig bis über 7000 1/min. Dann wird er auch laut, bleibt aber angenehm in Ton.

Da nicht zu viel Elektronik-Spielereien verbaut wurden, ist der Mini Cooper Convertible ein geradliniges Auto, das Spass macht und Autofahren wieder als aktive Tätigkeit erleben läßt. Im Gegensatz zu manchem Oberklasseauto wird man nicht gefahren, sondern fährt selbst.

Der Mini ist ab Mitte des Jahres zu haben, wer aber ein indivuell ausgestattes Fahrzeug haben möchte, muss schon jetzt mit einem Liefertermin im September rechnen.

Die Preisgestaltung ist, zumindest für den Mini One, agressiv. Mit 18.000 Euro kostet das Fahrzeug etwa so viel wie ein Streetka oder ein Smart Roadster, der Cooper beginnt bei 20.000 Euro, für den 170 PS starken Cooper S muss man mindestens 24.000 Euro ausgeben. Nach oben ist der Preis wie üblich durch eine Vielzahl von Optionen offen.

BMW erwartet, daß 20 Prozent aller gefertigten Mini Cabrios sein werden.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bilder: Dieter Roßbach )

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