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Ford Streetka: Soviel Roadster braucht der Mensch
10.06.2004
In Zeiten der metallenen Klappdächer ist es schon mutig, einen kleinen Roadster mit klassischem Look anzubieten. Mit dem Streetka versucht Ford, im wachsenden Segment der kleinen offenen Sportwagen ein eigenständiges Angebot zu präsentieren. Die Optik ist gelungen. Das unmodifizierte, freche Gesicht der kleinen Limousine wird durch ein flach abfallendes Heck ergänzt. Das nimmt dem Wagen den etwas pummeligen Auftritt des Ausgangsprodukt und lässt ihn sehr viel leichter und dynamischer erscheinen. Natürlich leidet das Ladevolumen darunter, aber durch den Wegfall der hinteren Sitzreihe der Streetka ist ein konsequenter Zweisitzer bleibt ausreichend Platz, um das Gepäck für einen längeren Urlaub verstauen zu können. Im Gegensatz zum direkten Konkurrenten Smart Roadster passt sogar eine Wasserkiste in den Kofferraum, die Größe beträgt genau 214 Liter. Die Zuladung ist mit 149 kg zwar knapp, aber für einen Zweisitzer ausreichend. Innen bleibt es bei dem gewohnten Mobiliar der Limousine und das ist schade, denn die Materialanmutung ist leider billig, die Gestaltung gewöhnungsbedürftig und die Verarbeitung ist verbesserungsfähig. Die Amaturentafel passt zum Kleinwagenformat des Ka, aber sicher nicht zu einem kleinen Sportwagen eine Chance für die Veredlerbranche. Ansonsten ist der Streetka eine sehr erfreuliche Erscheinung. Man sitzt bequem, die Dachöffnung lässt einen freien Blick in die Landschaft und in den Himmel zu, und Platz ist auch für große Fahrer ausreichend vorhanden. Allerdings vermisst man die eine oder andere Ablage für Kleinteile. Das ungefütterte Verdeck verschwindet mit wenigen Handgriffen hinter den Sitzen unter einer Klappe ein elektrischer Antrieb ist überflüssig. Mit dem optional erhältlichen Hardtop lässt sich der Wagen auch für weniger Wetterfeste wintertauglich machen. Allen echten Roadsterfahrern wird das Verdeck vollkommen ausreichen.
Der Streetka ist wie geschaffen für schmale, gewundene Landstrassen. Hier kann er seine Vorteile voll ausspielen. Der kurze Radstand und das kompakte Format machen ihn agil und wendig, das Fahrwerk erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten. Der kleine Roadster zeigt kaum Schwächen, seine gute Strassenlage lässt allerdings ab und an den Wunsch nach mehr Leistung aufkommen, obwohl er objektiv gesehen mit 93 PS nicht untermotorisiert ist. Der Motor ist drehfreudig und hängt gut am Gas. Bei höheren Drehzahlen wird er laut, ohne dabei aufdringlich zu werden. Bei 1136 kg Leergewicht reicht die Leistung für eine Spitzengeschwindigkeit von 173 km/h und eine Beschleunigung von 0-100km in 12.1 Sekunden. Der Streetka ist also kein verkappter Rennwagen und für weitere Reisen beschränkt man sich besser auf die Richtgeschwindigkeit, um den Motor in niedrigeren Drehzahlen und den Lärmpegel erträglich zu halten, aber entspanntes Reisen ist dann sehr gut möglich. Bei einem Normverbrauch von 7,9 Liter/100km schränkt der Tankinhalt von 40 Liter die Reichweite allerdings etws ein. Wer einen kleinen Sportwagen ohne Allüren und modernistischen Schnickschnack sucht, ist mit den Streetka gut bedient. Er erhält ein Roadster nach guter alter Bauart, unverfälscht und ehrlich, mit all den kleinen Ecken und Kanten, die einem Auto heute Charakter geben, zu einem Preis ab 16.990,00 Euro.
(Text: Dieter Roßbach )
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