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Aktualisiert am 31.12.2011
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MG ZS: Individuelle Sportlimousine

10.10.2004

MG ZS
Klarglasscheinwerfer und MG-Kühler geben dem ZS ein selbstbewußtes Gesicht

Wunderbar ungleichzeitig ist der renovierte MG ZS, dessen Wurzeln zum Rover 400 zurückreichen. Dieser wurde noch gemeinsam mit Honda entwickelt und kam 1995 auf den Markt. Seit 2001 gibt es die sportliche Variante MG ZS – Zeit also für eine Runderneuerung.

Der Engländer verbindet in seiner aktualisierten Form Elemente, die so nur in wenigen Fahrzeugen zu finden sind: Zuallererst sind da die niedrige Gürtellinie und die großen Fensterflächen. Während mittlerweile viele Autos eine hohe Schulterlinie haben und den Fahrer wie einen Kokon umschließen, gibt es hier Helligkeit und offene Sicht. Der transparente und lichtdurchflutete Innenraum trägt entscheidend zum Wohlbefinden bei.

Das Cockpit ist gut strukturiert. Vier klar gezeichnete Rundinstrumente, ein griffiges Lederlenkrad mit großem MG-Emblem und große, Aluminium-umrandete runde Lüftungsöffnungen prägen die Optik des Innenraums. Der Schalthebel steckt in einem Ledersack und wird von einer Aluminiumkugel gekrönt, die gleichfalls mit einem großen Markenemblem verziert ist. Die Oberfläche der Mittelkonsole ist platinfarben und die Zifferblätter der Armaturen haben eine Struktur wie geätztes Aluminium. Formen und Stil der verwendeten Materialien im Innenraum sind den größeren ZT-Modellen entlehnt und machen einen hochwertigen Eindruck.

Andererseits sind Bedienelemente, wie etwa die elektrischen Fensterheber, im Stil der Neunziger Jahre ausgeführt – und statt der mit schwarzem Gummi belegten Pedale wären gelochte Metallausführungen für den ZS die richtige Wahl gewesen. Auch die dürftig bestückte und lieblos gezeichnete Mittelkonsole hätte mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Dafür wird man aber durch hervorragende vordere Sportsitze entschädigt, die gut aussehen und tadellosen Halt bieten. Auf der Rückbank ist der Knieraum jedoch begrenzt und es fehlen Mittelarmlehne und die heute üblichen Cupholder.

MG ZS
Die Anordnung der Instrumente und die Materialien im Innenraum überzeugen. Manche Komponenten hätten allerdings mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Die Technik des ZS ist unverändert geblieben und ist das Glanzlicht des Wagens. In Deutschland wird nur der V6 mit 2,5 Liter Hubraum angeboten. Dessen 177 PS haben mit dem Fahrzeug leichtes Spiel: Die Limousine reagiert äußerst spontan auf Gasbefehle und hat in jeder Situation reichlich Leistung. Zusammen mit der leichtgängigen und direkt ansprechenden Lenkung macht sowohl das Fahren auf der Landstrasse wie auch auf der Autobahn richtig Spaß. Spontan folgt der MG den Lenkbewegungen und läßt ein fast GoKart-ähnliches Fahrgefühl aufkommen. Dazu trägt auch das gut schaltbare Getriebe bei, bei dem allerdings der Weg zum fünften Gang etwas lang ist. Der Motor klingt gut und ist dabei dezent, die Windgeräusche werden nicht lästig und das Fahrwerk ist, wenn man schneller als 50 km/h fährt, geschmeidig, straff und komfortabel. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten spürt man aber, dass einer sportlichen Abstimmung der Vorrang gegeben wurde. Und wenn man bremsen muß, kann man mit vertrauenerweckenden Reaktionen rechnen: Der Druckpunkt des Pedals ist gut definiert und die gebotenen Verzögerungswerte sind den Fahrzeugleistungen angemessen. Wenn man danach wieder aus dem Stand beschleunigt, kann man die 100 km/h-Marke in 7,7 Sekunden erreichen – erst bei 224 km/h Spitze ist Schluß mit dem Vortrieb.

MG ZS
Bis auf den deplatziert wirkenden Spoiler warten das Heck und die Silhouette mit einer schönen Linie auf.

Die Karosserie trägt natürlich die Insignien eines Sportlers. Die neuen Klarglasscheinwerfer, der robuste MG-Grill und die Lamellen hinter dem vorderen Radlauf wirken dynamisch und kraftvoll. Die 17-Zoll-Leichtmetallräder in einem filigranen Speichendesign wirken hochwertig und passen gut zum Charakter des MG. Nur der Heckspoiler trägt ein wenig dick auf: Das Schwestermodell Rover 45 hat eine Heckklappe, die von einer kleinen Abrisskante gekrönt wird, die auch gut zum ZS passen würde. Schade, dass man nicht einmal die Option hat, auf den Flügel zu verzichten.

Unter der Heckklappe findet man einen Stauraum von 470 Liter Fassungsvermögen, der auch für einen Familienurlaub reicht und den man, wenn man die Rücksitze umklappt, auf großzügige 720 Liter erweitern kann.

Der Sicherheit dienen vier Airbags und ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ESP ist nicht zu haben. Dafür sind Klimaanlage, CD- und MP3-Spieler, Nebelscheinwerfer, Zentralverriegelung und ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk im Preis von 23.650 Euro inbegriffen.

Der kompakte MG ist mit seinem leichtfüßigen und kraftvollen Fahrverhalten der ideale Partner für Fahrer, die Lust auf Leistung haben und die den ungewöhnlichen Design-Mix zu schätzen wissen. Angesichts des sympathischen Auftretens und des hohen Spaßfaktors kann man dem ZS eigentlich nur "Good Luck" wünschen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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