|
|
|
|
Im stillen Herzen des Elsass: Ferme-Auberge Christlesgut
26.05.2004
Wandern und Genießen im stillen Herzen des Elsass Eine Woche auf der Ferme-Auberge Christlesgut bei Munster Spätestens an der Abzweigung nach Breitenbach wissen wir, dass wir die Ausbaustrecke verlassen haben. Die Straße führt durch den kleinen Ort hindurch, wird schmaler. Ein Wegweiser bestätigt: Die Richtung stimmt. Einige Minuten später: Oberbreitenbach, ein Weiler mit einer Handvoll Häusern. Die Straße passiert einen Bauernhof und schrumpft auf Wanderwegbreite. Nach kurzer Zeit endet der Asphalt, und wir drehen um. In Oberbreitenbach bestätigt man uns, dass der Weg der richtige war. Also wieder zurück und über die holprige Schlaglochpiste weiter durch den Wald. Schließlich – wir hätten kaum noch damit gerechnet, dass hier jemand wohnt – taucht rechter Hand ein kleines Haus mit moosüberwuchertem Dach auf: die Ferme-Auberge. Hier, auf 850 Metern über dem Meer, umgeben von Wäldern und Wiesen, hört man nur noch den Wind und die Glocken der weidenden Kühe. Ein Ort der Stille nach der langen Fahrt über die Autobahn. Ortsbesichtigung im Zimmer "Speedy": eine Küche mit einer riesigen Baumscheibe als Tisch, ein kleines Bad, ein Wohnraum mit zwei urigen Kajütenbetten und… ein großes Fenster, von dem aus der Blick weit über das Tal bis zu den bewaldeten Hügeln auf der anderen Talseite schweift. Keine Luxus-Suite, aber schliesslich haben wir ja eine Woche auf dem Bauernhof gebucht. Heute beschließen wir noch nicht selbst zu kochen – in der Wirtsstube gibt es deftige Elsässer Hausmannskost zu familiären Preisen: Kartoffel-Zwiebel-Auflauf mit Munsterkäse überbacken, Käsefondue und natürlich Choucroute, Sauerkraut mit Fleisch und Würsten. Frau Dischingers Küche ist beliebt, das zeigen die vielen einheimischen Gäste am Wochenende. Solchermaßen gestärkt kann am nächsten Tag die erste Wanderung in Angriff genommen werden. Am Col de la Schlucht beginnt der "Sentier des Roches" ("Felsenweg"), und felsig ist der Weg allemal. Ein Schild warnt hier vor Gefahren durch Wind, Wetter und Steinschlag. Nach dieser Anstrengung geht es mit dem Auto über die Vogesen-Höhenstraße zum Grand Ballon, von wo aus man eine großartige Aussicht auf die Vogesen, das Rheintal und den Schwarzwald genießt – an klaren Tagen kann man sogar die Alpen mit Eiger, Mönch, Jungfrau und Montblanc sehen. Auf dem Rückweg entdecken wir in Munster einen Feinkostladen mit allerlei Delikatessen. Wir kaufen frische Pilze für ein abendliches Risotto in unserer friedlichen, abgeschiedenen Herberge. Am nächsten Morgen kaufen wir bei unserer Wirtin frische, noch warme Milch und Käse aus eigener Produktion. Die Ferme-Auberge stellt kräftigen Munsterkäse und milderen Bergkäse her. Wir melden uns zu einer Visite in der kleinen Käserei an. Hier können wir den gesamten Prozess der Käseherstellung von der Fermentierung der Milch über das Abfüllen in die Formen und das Einlegen in Salzlake bis hin zur Reifung miterleben. Nun sind wir hungrig auf die Elsässer Kultur – und den Käse! – geworden. Eine kurze Fahrt durch das Munstertal bringt uns nach Colmar mit seiner idyllischen, von Kanälen durchzogenen Altstadt und dem Unterlinden-Museum, wo es den berühmten Isenheimer Altar zu bewundern gibt. Auch Straßburg, das Cinderellaschloss Hochkönigsburg und Weindörfer wie Kaysersberg, Riquewihr oder Ribeauvillé wären nicht weit entfernt, doch uns zieht es nach so viel Aktivität zurück nach Christlesgut, wo der Abend bei einem guten Buch, dem Blick aus dem Fenster auf die funkelnden Lichter im Tal, dem leisen Läuten der Kuhglocken und dem sanften Säuseln des Windes ausklingt. Ferme-Auberge Christlesgut Danièle + Frédéric Dischinger 162, Christlesgut, F – 68800 Breitenbach Tel. 0033 - 3 - 89775111 (Nov – Apr 89775356) Fax 0033 - 3 - 89775356 geöffnet Mai-Oktober
(Text: Falko von Ameln ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||