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Aktualisiert am 31.12.2011
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Provence-Côte d Azur: Gärten und Parks

12.07.2004

Provence
Die Provence ist ein üppiger Garten voller Blumen und Kräuter

Die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur mit ihren unterschiedlichen Landschaftszonen und der hohen Anzahl Sonnenstunden offeriert dem Reisenden eine üppige und reichhaltige Vegetation. Von Olivenbäumen, Zitrusfrüchten, Kakteen über prächtige Gemüse- und Obstgärten, bis zu wohlriechenden Kräutern und Alpenblumen wächst und gedeiht hier fast alles wie im Garten Eden. Kein anderer Landstrich Frankreichs verfügt über eine höhere Dichte an Parks und Gärten, die zum Verweilen, Geniessen und Erleben einladen. Gleich drei Nationalparks (Mercantour, Ecrins, Port-Cros) und vier regionale Naturparks (Queyras, Verdon, Camargue, Luberon) bezeugen die Vielfalt der Region am Mittelmeer.

Der Nationalpark Mercantour liegt in den Alpes Maritimes und den Alpes de Haute Provence. 68.500 Hektar groß, erstreckt er sich über mehr als 120 km vom Col de Tende bis nach Ubaye und beherbergt seltene endemische Pflanzenarten. Aber auch die Fauna ist spektakulär: Steinadler, Rehe, Gemsen, Mufflons, Hermeline, Füchse und Murmeltiere lassen sich von geduldigen Entdeckern beobachten.

Exemplarisch für die Flora der Hochprovence ist der botanische Franziskanergarten in Digne-les-Bains. In diesem Garten finden sich über 350 Arten von Kräutern und Heilpflanzen, die typisch für die Haute Provence sind. Aber auch die Gärten von Salagon in Mane (Alpes de Haute-Provence) sind sehenswert. Das Kloster von Salagon, das auf einem alten gallo-römischen landwirtschaftlichen Anbaugebiet errichtet wurde, beherbergt das ethnobotanische Konservatorium der Hochprovence. Die vier Gärten (mittelalterlicher Garten, Garten der Heilkräuter, Garten der Düfte, Garten der Moderne) sind der Wiederentdeckung vergessenenen Wissens um die Wirkungen und Eigenschaften von Kräutern gewidmet.

Esterel
Im Massiv d'Esterel befindet sich ein wunderschöner Naturpark, den es zu entdecken gilt

Der Garten La Thomassine in Manosque (Alpes de Haute-Provence) widmet sich der Vielfalt von Nutzpflanzen. Dieser biologisch vielfältige Garten gibt sich der Suche nach vergessenen Genüssen hin. Mit 4 Ha Obstgarten und 5000 qm Gemüsegarten ist dies ein Museum für in Vergessenheit geratene Kulturpflanzen. 12000 Obstbäume die 290 alte Obstsorten gedeihen lassen und auch fast verloren gegangene Gemüsesorten werden hier wieder angebaut. Geleitet wird dieser Garten vom Regionalpark Luberon, der 1998 das Prädikat „Réserve de Biosphère“ (biosphärisches Reservat) erhalten hat.

An der Mittelmeerküste führten englische Residenten bereits im letzten Jahrhundert in der mediterranen Pflanzenwelt mit Olivenbäumen, Pinien, Weinregen und Johannisbrotbäumen unzählige exotische Arten ein: Palmen, Agaven, Bananenbäume, Eukalyptus, Bougainvilleas, Hibiskus, Barbariefeigen und Aloen. Aber die exotischen Pflanzen bezaubern nicht nur durch ihre Schönheit – die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ist in der Produktion von Duftpflanzen die wichtigste Region Frankreichs. Pflanzen wie der Lavendel zur Parfümherstellung, aber auch wohlriechende Küchen- und Heilkräuter, wildwachsend oder aus dem mittelalterlichen Klostergarten, sprechen die Sinne an. Grasse, in den Bergen über Cannes, ist die Welthauptstadt des Parfums. Dank des Mikroklimas, das sich gut für den Anbau von Pflanzen für die Parfumerie (z. B. Jasmin, Rose und Tuberose) eignet, werden hier seit dem 18. Jahrhundert die Extrakte und Destillate für die Parfumherstellung hergestellt. Auch heute noch werden die meisten großen Parfums, darunter das berühmte Chanel No 5, in Grasse gemischt. Viele Hersteller bieten Seminare und Führungen durch die Fabrikationsanlagen an.

Das wohl mildeste Klima Frankreichs hat das subtropische Menton. Hier wurden Im 19. Jahrhundert herrliche Parks angelegt. Sie sind für ihre tropischen Pflanzen berühmt und bilden eine der schönsten Facetten dieser Bäderstadt. Mentons Geschichte spiegelt sich in seiner Architektur: Mittelalterliche Stadt, barocke Architektur und die Bauten der Belle Époque formen sich zu einem harmonischen Ganzen. Fährt man Richtung Nizza kann man in Saint-Jean-Cap-Ferrat die Gärten der Villa Ephrussi de Rothschild besichtigen. Dieses Museum der klassischen Moderne in einer prunkvollen Villa wird ganz von sieben thematischen Gärten umgeben, die von der Baronin Béatrice de Rothschild im spanischen, florentinischen, japanischen, provenzalischen, orientalischen, exotischen und französischen Stil angelegt wurden.

Camargue
Auch jenseits der Klischees ist die Camargue ein faszinierendes Naturparadies

An der Küste selbst findet sich auch ein Nationalpark: Port-Cros (Var) umfasst die Orte und Inseln Port-Cros, Porquerolles, le Cap Lardier, die Halbinsel Giens und die Salzseen von Hyères. Die Inseln können mit dem Schiff angesteuert werden und bieten die landschaftliche Schönheit und die typische Vegetation des französischen Südens. Hier findet man auch das botanische Konservatorium von Porquerolles. Bekannt für seinen über hundertjährigen Ölgarten, organisiert das Konservatorium Führungen, wo man alte Obstsorten entdecken und die Früchte probieren kann.

Und selbstverständlich sollte man den regionalen Naturpark Camargue (Bouches-du-Rhône) besuchen. Es ist eine aussergewöhnliche Landschaft, in der Reis gedeiht sowie weisse Pferde und schwarze Stiere aufwachsen. In diesem Land der Flamingos und des Salzes verschmelzen im Küstenstreifen Meer, Himmel, Erde und Dünen miteinander. Ein Kleinod der Natur und eine der schönsten Naturlandschaften Europas.

Viele weitere Orte wären eine Beschreibung wert: so etwa die Gärten der Abtei Saint-André in Villeneuve-les-Avignon, die mediterranen Gärten von Rayol oder die Domaine von Gap-Charance. Das Maison de la France (Westendstrasse 47, 60325 Frankfurt am Main, info.de@franceguide.com, www.franceguide.com) gibt gerne weitergehende Auskunft.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Maison de la France, Lejeune/Thierry)

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