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Georg Baselitz: Bilder, die den Kopf verdrehen
03.04.2004
Eine Retrospektive. Bilder und Skulpturen von 1959 bis 2004 "Die Bilder hängen fest am Haken, was herunterhängt, zeugt von Schwerkraft. Was drauf ist auf dem Bild, das an der Wand hängt, und wenn es noch dazu verkehrt herum drauf ist, fällt nicht runter, es fällt nur mehr auf und springt mehr ins Auge." Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn präsentiert auf 2000 qm eine umfangreiche Retrospektive zum Werk von Georg Baselitz. Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von 130 Arbeiten eines der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstler. Durchaus umstritten den einen wegen seiner konservativen, komponierten Tafelmalerei, den anderen als motivdrehender Provokateur öffnet sich dem der offen ist das überraschend breite uvre von Baselitz. Auf den Kopf gestellte Motive, also Bilder, die den Kopf verdrehen, machen das Werk seit 1969 unverwechselbar. Auf diesen Wiedererkennungswert allein lässt sich der Künstler allerdings nicht reduzieren. Vom malerischen Duktus her auf dem Expressionismus aufbauend, sind die Werke mal erzählend, mal eruptiv, manchmal von betörender Sinnlichkeit oder mit subtilen Zeichen versehen. Der Entwicklung des Baselitz'schen Kosmos kann man von frühen, selten zu sehenden Werken wie den "Heldenbilder" Mitte der 60er Jahre, den Fraktur-Bildern, den ersten "Kopfstand"-Bildern, die ihm eine neue malerische und kompositorische Freiheit gaben, bis hin zu den Fingermalereien Mitte der 70er Jahre folgen.
Mit den Orangenessern Anfang der 80er Jahre sowie den romantischen Arbeiten aus der Auseinandersetzung mit Caspar David Friedrich, die seit 1999 auch im Reichstag in Berlin hängen sowie neuen Arbeiten aus den Jahren 2002 bis 2004, die den Blick zurück im künstlerischen uvre erlauben, rundet sich der retrospektive Charakter der Ausstellung. Für überraschende Kontraste sorgen die rohen und ungeschönten Holz-Skulpturen. Mit Meißel und Kettensäge zu einer fast grafischen Wirkung gebracht, sind die teilweise bemalten und mit Farbspuren versehenen Bildwerke von archaischer Schönheit. Die Schau präsentiert einen Künstler, der sich sowohl durch handwerkliches Können und Komprimierung im Ausdruck wie auch durch motivische Wandlungsfähigkeit auszeichnet und der dem Betrachter Sensibilität und unvoreingenommene Neugier abverlangt. Zu sehen ist die Baselitz-Retrospektive vom 2. April bis zum 8. August 2004 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Geöffnet ist Dienstag und Mittwoch von 10 bis 21 Uhr sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Montags ist geschlossen.
Weitere Informationen:
(Text: Rainer Roßbach ) |
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