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Fiji-Inseln: Miniuniversum im Pazifik
10.05.2004
Noch im Mittelalter glaubten die Menschen, dass weit draußen im westlichen Meer die Insel der Seligen, das Paradies auf Erden liege. Heute kann man für einen paradiesischen Urlaub woanders hinfliegen - nämlich nach Fiji im Herzen der Südsee. Wer auf Fiji ankommt, wird ziemlich sicher als erstes mit "Bula!" begrüßt. Das bedeutet gleichzeitig "Herzlich willkommen, gute Gesundheit, entspannen Sie sich!" Ihre Ruhe und Freundlichkeit macht die Fijianer zu geborenen Gastgebern, die ihre Besucher in ihren idyllischen Lebensstil mit einbeziehen. Die Teilnahme an einer der berühmten Kava- oder Tabuazeremonien gehört ebenso zu den unvergesslichen Momenten einer Fijireise wie der Genuss der lokalen kulinarischen Spezialitäten: Im "Lovo", einem mit heißen Steinen beheizten Erdofen, werden frische Meeresfrüchte und eine Vielzahl anderer Speisen in Bananenblättern zubereitet. Das "Miniuniversum" im Pazifik besteht aus über 330 Inseln und so hat jeder Urlauber die Möglichkeit, seinen Neigungen entsprechend das richtige Eiland auszuwählen: Tauchen, Trekking, Naturbeobachtung oder einfach faulenzen - in Fiji kein Problem. Schon die ersten Siedler der sog. Lapita-Kultur, die ca. 1500 v. Chr. entweder von Zentral- oder Nord-Vanuatu oder aber von den östlichen Salomonen Inseln anlandeten, schätzten die Fruchtbarkeit des vulkanischen Untergrundes und die Fülle der maritimen Reichtümer. Tonscherbenfunde bezeugen den hohen kulturellen Stand dieser ersten Siedlergruppe. Nicht wenige Wissenschaftler nehmen an, dass von den Fiji-Inseln aus später Samoa und Tonga, die Cook-Inseln, später sogar Tahiti und die Osterinseln besiedelt wurden.
Unterstützt durch die üppigen Ernten der traditionellen Landwirtschaft und den Reichtum der See, orientieren sich viele Bewohner bis heute an der einfachen, überaus positiv tradierten Lebensweise vorheriger Generationen. So können bis heute selbst älteste Traditionen in nahezu völlig unsprünglichen Strukturen überleben. Die tagtägliche Integration dieser sozialen und kulturellen Traditionen hilft auch allen Besuchern der Fiji-Inseln, in diesen nicht nur ein ökologisch intaktes tropische Südseeparadies zu sehen. Kava-Zeremonie Allem voran hat die Yacona- bzw. Kava-Zeremonie nach wie vor ihren festen Platz im Leben der Fijianer, das weniger durch Familien- als durch Gemeinschaftsbande geprägt ist. Fiji-Besucher sollten eine Einladung zu einer solchen Zeremonie auf jeden Fall wahrnehmen. Yacona bezeichnet eine Nutzpflanze, aus deren Wurzeln nach festen zeremoniellen Regeln ein traditionsreiches Getränk, die nach einem tonganischen Wort so bezeichnete Kava hergestellt wird. Das Kava-Getränk wird zu nahezu allen festlichen, gesellschaftlichen und sozialen Anlässen zubereitet. Sollten Sie zu einer Kava-Zeremonie eingeladen sein, beachten Sie bitte die Regeln der Gastfreundschaft, die die entsprechende Kleidung sowie den Respekt vor der rituellen Zubereitung mit einschließt. Auch die Beachtung der sozialen Reihenfolge, in der das Getränk angeboten wird, ist empfehlenswert. Filmen und Fotografieren sollten überhaupt erst gegen Ende einer Kava-Zeremonie stattfinden. Insbesondere in den dörflichen Landgemeinden werden Besucher noch auf die Wahrung traditioneller Werte treffen. Da Fijianer nur äußerst selten eine negative Meinung über ihre Gäste äußern, empfiehlt es sich, Rücksicht auf die dörflichen Sitten und Gebräuche zu nehmen. Um so wärmer und intensiver wird Ihre Aufnahme sein...
Viti Levu Viti Levu, »Großes Fiji«, die Hauptinsel, ist durch Queens und Kings Road, die südliche bzw. nördliche Küstenstraße, perfekt für Erkundungstouren erschlossen. Straßen und Pisten führen zudem in das ländliche Hochland, wo Dörfer wie das vollständig in traditioneller Bauweise errichtete Navala in den Nausori Highlands entzücken. Die dortigen Bure- und Vale-Bauten (Männer- und Familienhäuser) sind besonders schön. In der Zuckermetropole Lautoka (43 000 Einw.), Ausgangspunkt der 221 km langen Queen's Road zur Hauptstadt Suva, lohnen Marina, Moschee und Sikh-Tempel die Besichtigung. In der nahen Koroyanitu Range, die mit spektakulären Ausblicken auf die vorgelagerten Mamanuca- und Yasawa-Inselgruppen aufwarten, finden nicht nur Trekking-Fans ihr Eldorado. Vuda Point, eine Halbinsel zwischen Lautoka und Nadi, und das Dörfchen Viseisei Village gelten als mythischer Ankunftsort der ersten Melanesier auf Fiji. Die berühmten Sanddünen von Sigatoka ziehen sich auf einer Länge von fünf Kilometern die Küste entlang. Ausflüge in Fijis Gemüsegarten, das Sigatoka Valley, führen in die Töpferdörfer Lawai und Nakabuta oder zu den alten Höhlenfestungen wie dem Tavuni Hill Fort.
In der Hauptstadt Suva (165 000 Einw.) lohnen das Government House, der Albert Park und der Botanische Garten eine Besichtigung. Das Fiji Museum (»Na Vale Ni i Yaya Maroroi«) im Herzen der Thurston Gardens vermittelt nicht nur in der prähistorischen Abteilung einen lebendigen Eindruck vom Reichtum der Kultur auf Fiji. In der Historischen Galerie wird die vorkoloniale Kultur der Entdecker, der ersten gestrandeten weißen »Beachcomber«, der Walfänger und ersten Siedler ebenso lebendig wie deren Auswirkungen auf das traditionelle Leben der Bewohner. Auch Teile der legendären HMS »Bounty«, die an der abgelegenen Südseeinsel Pitcairn zerbarst, sind ausgestellt. Moschee, Hindu-Tempel sowie die katholische Kathedrale dokumentieren die religiöse Vielfalt des Landes. Anschließend lohnt ein Bummel über den größten Freiluftmarkt der Fiji-Inseln. Vanua Levu Vanua Levu, das »Grosse Land«, Fijis zweitgrößte Insel, lockt mit Tauchen und Schnorcheln am Rainbow Reef, mit Fahrradtouren, Regenwald und Vogelbeobachtung. Nahe der Hauptstadt Labasa (24 000 Einw.) liegt die Wasvula Ceremonial Site mit zwei 2m x 77m langen Zeremonialplattformen, die einmal dem Naga-Kult, Geister- und Ahnenglauben dienten. Savusavu an der gleichnamigen Bay ist ein vorzügliches Taucherrevier.
Auf der Insel Ovalau, die zur Lomaiviti-Inselgruppe gehört, stehen im Hauptort Levuka (3000 Einw.), die schmucken Kontoren der ersten europäischen Sandelholz-Händler. Das Royal Hotel und die Atmosphäre am Gun Rock inspirieren zu einer Zeitreise in das 19. Jahrhundert. Bei einer Wanderung zum Dorf Lovoni, nahe einem erloschenen Vulkankrater, kann man die ursprünglichen Reize von Ovalu sowie die traditionelle Küche genießen. Taveuni ist die drittgrösste der Fiji-Inseln. Den Namen Garteninsel hat Taveuni dank seiner reichen Flora und Fauna. Bouma-Wasserfälle, der Lavena Coastal Walk und der Kratersee Lake Tagimaucia (823 m über NN) sind lohnenswerte Ausflugsziele. Die Mamanuca-Inselgruppe zählt zu den beliebtesten Zielen auf Fiji. Tauchen, Schnorcheln, Surfen, Fischen: Hier sind alle Freunde des Wassersports richtig. Oder faulenzen Sie ganz einfach unter der Südseesonne, z.B. am exklusiven Strand von Vomo Island. Besonders reizvoll sind die abgelegenen Lau-Inseln: 57 Eilande, viele davon unbewohnt, ermöglichen den ursprünglichen Traum von der einsamen Südseeinsel. Eines ist sicher: Fiji mit seinen mehr als 300 Eilanden kann ganz persönliche, unvergeßliche Erlebnisse und Eindrücke vermitteln: Schließlich sind die Inseln »The truly relaxing tropical getaway«...
(Text: djd / Rainer Roßbach ) |
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