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Hannoversche Museen: Entdeckungsreise in eine Kulturmetropole
27.07.2004
Man mag zum deutschen Föderalismus stehen, wie man will: Dass er für eine wohl weltweit einzigartige kulturelle Vielfalt und Qualität im ganzen Land gesorgt hat, dürfte unbestritten sein. Das beste Beispiel dafür ist Hannover. Gleich sechs renommierte Museen und Kunsthäuser wetteifern heute in der niedersächsischen Hauptstadt mit ihrem facettenreichen Angebot um die Gunst der Besucher. Gemeinsam präsentieren sie sich unter dem Label "KulturBewegung2004", mit dem Hannover auf seine lebendige Kulturlandschaft aufmerksam macht und Kunstfans zu einer kurzweiligen Entdeckungsreise einlädt. Mit einer großen Picasso-Schau, die noch bis zum 19. September dauert, feiert das Sprengel-Museum in Hannover seinen 25. Geburtstag. Gezeigt werden Werke aus der hauseigenen Picasso-Sammlung, die zu den umfangreichsten in Deutschland zählt. Eine besondere Attraktion des Hauses ist das Kurt Schwitters Archiv. Dieser bedeutendste deutsche Dadaist lebte und arbeitete in der niedesächsischen Kapitale. 33 Gemälde der bedeutenden deutschen Expressionistin Paula Modersohn-Becker enthält die Sammlung im Niedersächsischen Landesmuseum. Vom 15. September an erhält das Haus prominenten Besuch aus Berlin. Dann machen die berühmten venezianischen Bronzeplastiken aus dem Bode-Museum Station in Hannover.
Exotische Ansichten hingegen präsentiert das Kestner-Museum noch bis zum 17. Oktober mit der Fotoausstellung "Die Reise zum Nil - Maxime Du Camp und Gustave Flaubert in Ägypten". Flaubert nahm von 1849 bis 1851 an einer Orient-Expedition teil, von der es historische Aufnahmen gibt, die einen faszinierenden Blick auf das damalige Ägypten erlauben. Nicht zu verwechseln mit dem Kestner-Museum ist die Kestner-Gesellschaft, der wohl bedeutendste Kunstverein der Bundesrepublik, der spezialisiert ist auf zeitgenössische Kunst. Dort zeigt bis bis zum 12. September der in Trinidad lebende Maler Peter Doig in der Ausstellung "metropolitain" Werke voller Doppelbödigkeit ein absolutes Highlight im deutschen Kultursommer. Auch der Kunstverein Hannover versteht sich als Schnittstelle für die Vermittlung von Gegenwartskunst. Noch bis zum 5. September stellen hier die jungen und in Deutschland weitgehend unbekannten Künstler Ingrid Calame, Mathilde ter Heijne und Jörg Wagner aus. Im Historischen Museum dreht sich dagegen alles um Geschichte und Geschichten. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Jahre zwischen 1714 und 1837 gelegt - die Zeit, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem englischen Königreich verbunden war.
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