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Die Thraker: Das goldene Reich des Orpheus
03.08.2004
Die Thraker, eines der ältesten und größten indoeuropäischen Völker, beherrschten vom Zweiten Jahrtausend v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. das Gebiet des heutigen Bulgarien. Homer verdanken wir die wohl frühesten Nachrichten über die Thraker. Er spricht von den hohen schneebedeckten Bergen Thrakiens, rühmt das Land als Mutter der Schafe und Heimat schneller Rösser, nennt die festländischen Kikonen und die Sinter von der Insel Lemnos als Verbündete der Troianer im Krieg gegen die achäischen Angreifer unter der Führung des mykenischen Königs Agamemnon. Ursprünglich aus Asien kommend errichteten sie eine der am längsten dauernden Kulturen des antiken Europa im Schatten des strahlenden Griechenland und der dominierenden römischen Zivilisation. Ihre Land ist von Beginn an geprägt durch regen kulturellen Austausch es war Durchgangs- und Kontaktzone sämtlicher bedeutender Zivilisationen der Alten Welt. Ihre Kultur wuchs im Austausch mit den Griechen, den Persern, den Skythen und anderen eurasischen Steppenvölkern, den Kelten, den Römern und sogar mit dem ägyptischen Reich.
Die Kunst der Metallbearbeitung, die vor allem durch die reichhaltige Aussstattung der Gräber überliefert ist, ist das Thema der Ausstellung in Bonn. Mit etwa 1000 Objekten stellt ab dem 23. Juli 2004 die Ausstellung "Die Thraker - das goldene Reich des Orpheus" das Erbe dieses nahezu unbekannten Volkes vor. Zu sehen sind die spektakulärsten Funde aus bulgarischen Museen, rituelle Gaben an die Götter und Grabbeigaben von Königen und Fürsten, darunter die außerordentlichen Goldschätze von Varna, Valcitran, Panagjuriste und Rogozen. Ein besonderer Höhepunkt sind die erst vor wenigen Jahren entdeckten Wandgemälde aus der Grabkammer von Aleksandrovo aus dem 4. Jh. v. Chr., die für die Ausstellung rekonstruiert wurden und zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. In Thrakien, der Heimat von Boreas, dem König der Winde, wurden besonders weibliche und männliche Naturgottheiten verehrt. Obwohl ohne eigene Schriftkultur, verdankt die Antike den Thrakern zwei der bildmächtigsten Themen. Orpheus und Dyonisos sind mythische Gestalten, die Eingang in den griechischen Pantheon gefunden habe.
Die Kultur Thrakiens wird umfassend präsentiert, die Themen reichen von der orphischen Religion mit ihren engen Kontaken zur griechischen Mythologie bis zur virtuosen Metallbearbeitung der thrakischen Schmiede, von den reich ausgestatteten Fürstengräbern bis zu jüngsten Erkenntnissen der Siedlungsarchäologie. Die Präsentation des berühmten Goldes der Thraker wird in dieser Ausstellung in einen gesamtkulturellen Zusammenhang gestellt, dessen Faszination der des Goldes ebenbürtig ist. Zu sehen ist die Ausstellung ab dem 23.07.2004 bis zum 28.11.2004 in der Öffnungszeiten Eintritt
(Text: Rainer Roßbach) |
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