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Aktualisiert am 31.12.2011
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August Horch Museum: Die Keimzelle

29.08.2004

Horch Museum
Eine Heimat für traditionsreiche Automobile: Das neue August Horch Museum in Zwickau.

Am 10. September 2004 zog die "Dokumentation zur Geschichte des Automobilbaus in Zwickau" in die älteste Audi-Fabrik: In der sogenannten Audi-Keimzelle, wo August Horch 1910 die Audi Automobilwerke GmbH in der ehemaligen Walther-Rathenau-Straße, heute Audistraße, in Zwickau ins Handelsregister eingetragen hat. Vor exakt 100 Jahren hatte August Horch hier mit dem Automobilbau begonnen. In der Sammlung des Museums befinden sich äußerst seltene, mitunter einmalige Exponate des frühen Automobilbaus.

Begonnen hatte die Geschichte des August Horch Museums 1988 noch zu DDR Zeiten, als man in einem ehemaligen Speisesaal des Sachsenring-Werkes eine kleine Traditionsausstellung einrichtete - in jenem Betriebsteil, der einstmals das Audi Werk beheimatete. Während VEB Sachsenring nach der Wende liquidiert wurde, blieb die historische Sammlung bestehen und wurde mit Fördergeldern aufrecht erhalten. Die historische Bausubstanz war indes in einem derart schlechten Zustand und die Fördertöpfe so knapp, dass nur ein entsprechendes Engagement aus Wirtschaft und Industrie dem Museum das Überleben sichern konnte.

Die Ausstellungsflächen erfuhren eine umfassende Neugestaltung. Sie wurden nicht nur vergrößert (Ausstellungsfläche 2500 Quadratmeter) - durch eine Bodenabsenkung im Untergeschoss war es möglich, zusätzliche Raumhöhe zu gewinnen. Durch den Einbau großer Fensterflächen erfuhr dieser Bereich auch eine optische Aufwertung. Gerade hier haben sich die Museumsmacher etwas Besonderes einfallen lassen: Man baute einen Teil der historischen Leipziger Straße aus dem Zwickau der 1930er Jahre nach, worauf Automobile aus dieser Zeit vor den nachgebauten Fassaden parken.

Horch 853
Das Horch 853 Sport-Cabriolet wurde zwischen 1935 und 1940 gebaut

Für den Besucher beginnt die Dauerausstellung im Obergeschoss mit den luxuriösen Horch und Audi Modellen. Besondere Highlights hier: Der Auto Union Rennwagen Typ C von 1936 sowie der Audi Typ C Alpensieger von 1914, mit dem August Horch die damals schwierigste Rallye der Welt gewann. Dazu gesellt sich der weltweit letzte Horch LKW 25/42 PS von 1916 sowie das Fahrgestell eines Audi Typ M von 1927. Ein ganz außergewöhnliches Antriebsaggregat ist ebenfalls zu sehen: Einer der ältesten Horch Motoren überhaupt - der erste 14-17 PS Vierzylindermotor von 1904. Das älteste Fahrzeug der Ausstellung ist ein Horch 12/28 Phaeton von 1911. Auch an Inszenierungen fehlt es nicht: Ein IAA-Stand der Auto Union AG aus den 1930er Jahren wurde genauso nachempfunden wie eine historische Tankstelle.

Doch nicht nur die Vorkriegsgeschichte wird gezeigt: Im Untergeschoss finden sich auch sechs Räume, welche die Trabant-Geschichte dokumentieren. Zu sehen wird auch der DDR-Exportschlager-LKW H3A sein und die Staatskarosse "Repräsentant" aus dem Jahre 1969. Die Klammer schließt sich mit dem VW Polo und dem einmillionsten Passat - Autos, die im VW-Werk Mosel bei Zwickau gebaut wurden. Insgesamt sind 50 Automobile ausgestellt, dazu gesellen sich Hunderte von Klein-Exponaten. Natürlich wird es im neuen August Horch Museum auch Sonderausstellungen auf einer speziellen Fläche geben. Den Auftakt macht hier der "Prototypenbau in der DDR-Zeit".

Auto Union Typ C
Bernd Rosemeyer siegte 1937 mit dem Auto Union Rennwagen Typ C 16-Zylinder beim Grand Prix im Donington Park, Großbritannien

Am Tag nach der Ausstellungseröffnung kann man in Zwickau am 11. September Audi Renngeschichte hautnah erleben. Auf dem Altstadt nahen Kurs, wo sonst die Sachsenring-Rallye ihre Kreise zieht, werden ab 10 Uhr alle Rennfahrzeuge, die sich je mit den vier Ringen schmückten, im Fahreinsatz zu bewundern sein. Hierbei kommt es zu einem bisher einmaligen Moment: Erstmals werden drei verschiedene Auto Union Rennwagen auf gleicher Strecke ihre 12- beziehungsweise 16-Zylinder-Aggregate anwerfen: Der Typ A, mit dem Hans Stuck 1934 Europameister wurde, der Typ C, den Bernd Rosemeyer 1936 zu Europameisterehren pilotierte und der Typ D, mit dem Tazio Nuvolari 1939 den letzten Großen Preis (Belgrad) vor dem 2. Weltkrieg gewann.

Das August Horch Museum in der Audistraße (ehemals Walther-Rathenau- Straße) in Zwickau ist von Dienstag bis Donnerstag, 09.00 bis 17.00 Uhr, Freitag bis Sonntag, 10.00 bis 17.00 Uhr, geöffnet. Montag Ruhetag.

(Text: rr / pt )
(Fotos: Audi )

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