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Venturi Fétish: Elektro-Schocker
17.01.2005
Paris 2002: Venturi stellt seinen "Grand Tourisme Light" vor. Der Fétish ist ein traumhaftes Coupé, es soll mit einer Maschine von etwa 2l-Hubraum und technischen Komponenten aus der Großserie ausgerüstet werden - für Käufer, die eine starke Affinität zu französischem Design und französischer Lebensart haben. Seitdem hat sich wenig getan, was im Ergebnis wohl heißt, dass der Fétish mit diesem Konzept nicht zu verkaufen ist. Für das Unternehmen stellte sich damit dringend die Frage, was man denn produzieren könne, und die Antwort fiel radikal aus. Nichts weniger als "einen Sportwagen für die nächsten zwanzig Jahre" wolle man bauen, sagt Gildo Pallanca Pastor, Eigentümer der Firma. Auf dem Pariser Salon 2004 konnte man das Ergebnis betrachten. Venturi stellte sich den ersten Elektro-Sportwagen der Automobilgeschichte auf den Stand. Unter der Leitung des ehemaligen Formel 1-Konstrukteurs Gérard Ducarouge entstand ein Spider, der Alltagstauglichkeit, Sportlichkeit und Attraktivität verbinden soll: Eigenschaften, die man mit diesem Antriebskonzept bisher nicht zusammengebracht hat. Dazu war es erforderlich, die neuesten Technologien bei Energiespeicher und Motor einzusetzen. Lithium-Ionen-Batterien liefern eine Leistung von 180 kw bei 14.000 U/min-1. Das konstante Drehmoment des elektrischen Antriebs, das jederzeit verfügbar ist, macht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden möglich. Die Höchstgeschwindigkeit kann da nicht mithalten: Lediglich 170 km/h werden erreicht, wobei die Konstrukteure argumentieren, dass diese weit über den meisten Geschwindigkeitsbegrenzungen liegt.
Wie es sich für einen richtigen Sportwagen gehört, hat der Fétish einen Mittelmotor. Zudem ist das Monocoque, ganz wie im Rennsport, in Carbon-Faser ausgeführt. Damit kommt das nackte Chassis auf 750 kg Gewicht. Dieses niedrige Gewicht ist auch absolut nötig, da die Batterien zusätzlich 350 kg auf die Waage bringen. Versprochen wird eine Reichweite von 350 Kilometern, danach muß der Zweisitzer für etwa zehn Stunden ans Stromnetz. Erfolg verspricht man sich vor allem auf dem amerikanischen und japanischen Markt, aber auch Paris, London und Monaco werden ins Visier genommen. Obwohl der Spider formal dem 2002er Coupé nicht das Wasser reichen kann, ist der Zweisitzer doch ein recht attraktives Auto. Es scheint jedoch, dass der Venturi die Antwort auf eine Frage gibt, die nicht gestellt wurde. Da dürften nur die "Visionäre" zugreifen, die für ein exotisches und exzentrisches Spielzeug die Kleinigkeit von 540.000 Euro in der Schublade liegen haben. Für so viel Geld gibt es deutlich Besseres.
(Text: Rainer Roßbach )
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