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Aktualisiert am 31.12.2011
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Lancia D24: Dreifach-Triumph bei der Carrera 1953

23.05.2005

D24
Mit seiner rationalen und kühlen Taktik sicherte sich Juan Manuel Fangio den Sieg

Der 23. November 1953 markiert einen der größten Triumphe in der Geschichte des italienischen Traditionsherstellers Lancia. Damals, an jenem denkwürdigen Tag in Mexiko, steuerte Juan Manuel Fangio als Sieger einen Lancia D24 über die Ziellinie eines der härtesten und gefährlichsten Rennens jener Zeit. Die Carrera Panamericana ging über fünf Tage, acht extreme Etappen und eine Distanz von 3.077 Kilometern.

Die vierte Panamericana war ein besonderes Rennen in einer Motorsportepoche, wie sie heute nicht mehr denkbar ist. Erstmals ausgetragen wurde es 1950 und als Veranstalter fungierte der mexikanische Staat.

Initialzündung für die Veranstaltung dieses legendären Rennens war die Ferrtigstellung des mexikanischen Teilstücks des Panamerican Highway von der nördlichen bis zur südlichen Landesgrenze im Jahr 1950. Die neue Verbindung sollte mit einem Autorennen auf dem Highway gebührend gefeiert werden: Damit war die Carrera Panamericana erfunden. Aufgrund ihrer immensen Risiken, bei denen Karl Klings Geierunfall nur eine amüsante Fußnote ist, wurde sie bereits 1954 zum letzten Mal ausgetragen. Diese fünf Rennen reichten jedoch, um den mexikanischen Langstreckenklassiker zur Legende werden zu lassen.

D24
Drei Lancia im Päckchen

Für die Fahrer wurde es mitunter zum Himmelfahrtskommando. Auch Lancia musste diese tragische Erfahrung machen: Felice Bonetto, der nur drei Monate zuvor im Lancia D23 beim großen Preis von Lissabon vor Stirling Moss triumphiert hatte, verunglückte tödlich. Dieser Unfall überschattete den Dreifachsieg der Scuderia Lancia, einem der erfolgreichsten Rennställe der 50er Jahre. Aber Juan Manuel Fangio und sein 230 PS starker und 250 km/h schneller Lancia D24 mit der Startnummer 36 wurden mit diesem Sieg zur Legende. Vervollständigt wurde der Triumph durch den zweiten Platz Piero Taruffis und Eugenio Castellottis dritten Platz mit dem D 23, womit dieses Rennen einer der größten Triumphe Lancias überhaupt ist.

Trotz des fehlenden Werksteams von Ferrari war die Konkurrenz stark: So meldete Luigi Chinetti Alfonso de Portago auf einem Vignale Spider und das Team Phil Hill/Ritchie Ginther bewegten einen Ferrari 340 Mexico. Der meisterschaftsführende Jaguar hatte zwar ebenfalls nicht gemeldet, aber den Rest des Feldes stellten stake Konkurrenten wie zwei Gordinis, davon einer für Jean Behra, ein Talbot, zwei Borgward, diverse Porsche und, natürlich, viele Specials auf Detroiter Basis.

Viele internationale Piloten scheiterten an technischen Defekten: Dem führenden Umberto Maglioli ging die Wasserpumpe entzwei, Karl Klings Porsche erlitt einen Achsschaden und Phil Hill verlor in einer Haarnadelkurve die Kontrolle über seinen Ferrari. Deshalb führte in Mexico City Lanciapilot Bonetto vor seinem Teamkollegen Piero Taruffi. In Höhe der Stadt Leon ignorierte der Bonetto Warnungen über Löcher in der Fahrbahn und wurde, nachdem sein Fahrzeug ausbrach und in eine Hauswand einschlug, getötet. Taruffi verlor durch einen Reifenschaden alle Chancen auf den Sieg. Juan Manuel Fangio aber, der das Rennen mit beherrschter und konstanter Leistung bestritten hatte, übernahm die Führung, die er bis zur karierten Flagge nicht mehr abgab.

D24
Zurück in Europa: die siegreichen Lancia im Hafen von Le Havre

Der Siegerwagen D24 basiert auf dem 217 PS bis 240 PS starken Lancia D20, einem Coupé, mit dem Lancia 1953 unter anderem die Targa Florio gewann. Für das spektakuläre Design zeichnete Pinin Farina verantwortlich. Weiterentwickelt zum Spider, entstand aus dem D20 der offene Lancia D23 (217 PS). Beide Rennwagen, der Lancia D20 und D23, wurden 1953 gebaut.

In der Rekordzeit von nur zwei Monaten baute die Scuderia Lancia dann im selben Jahr den Lancia D24 auf. Der je nach Einsatzanforderungen bis zu 305 PS starke und damit 290 km/h schnelle Sportspider gilt heute als einer der schönsten Rennwagen aller Zeiten. Mit ihm gewann Lancia nicht nur die Carrera Panamericana, sondern ebenfalls so legendäre Rennen wie die Targa Florio oder die Mille Miglia. Insgesamt fünf Lancia D24 wurden produziert, zwei von ihnen gibt es noch heute. Einer von ihnen steht im Turiner Automobilmuseum als Zeugnis einer ruhmreichen Vergangenheit.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Lancia)

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