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Vor 25 Jahren: VW stellt die Produktion des Käfer Cabriolets ein
24.01.2005
Es war eine lange Karriere. Am 3. Juni 1949 startet Karmann in Osnabrück mit der Serienfertigung der viersitzigen Cabrio-Version des Typ 1. Luxus wurde in dieser Zeit deutlich anders definiert als heute: Das neue Käfer-Cabrio leistete, wie die im gleichen Jahr lancierte Export-Version der Limousine, 25 PS aus 1,1 Liter Hubraum, es war nitrolackiert, bremste noch mechanisch und schaltete unsynchron. Sein Preis: stolze 7.500 DM. Zum Vergleich: Ein Volkswagen-Arbeiter erhielt damals einen Stundenlohn von 1,50 DM. Wenig später kommt auch Hebmüller mit der zweisitzigen Version auf den Markt. Ein Großbrand im Herstellerwerk in Wuppertal beendet die kurze Karriere dieser wunderschönen Käfervariante und begründet einen Mythos. Seinen Platz im Angebotsspektrum des VW-Werks nimmt in Zukunft der Karmann Ghia ein.
In der Folge erscheinen viele weitere offene Käfervarianten, der Plattformrahmen, die hohe Verfügbarkeit vorn Gebrauchtteilen und die sprichwörtliche Haltbarkeit fördern den Variantenreichtum. Die Spanne reicht von einigen wenigen Drews, Rometsch oder Dannenhauer & Stauss über den hauseigenen VW 181, der es sogar zur Mititärkarriere brachte, bis hin zu den verschiedensten Buggy-Varianten, die besonders in den Siebzigern einen Hauch von Südkalifornien, Surfen und Strandvergnügen in die deutsche Provinz bringen. Aber alle diese Fahrzeuge bleiben nur kurze Episoden in der langen Geschichte der offenen Käfer. Das Werkscabrio entwickelt sich dagegen zum Erfolgswagen und übernimmt dabei Schritt um Schritt die technische Entwicklung des Millionen-Sellers: Hydraulikbremsanlage 1950, Teleskopstoßdämpfer 1951, Synchrongetriebe 1952, 30 PS ab Ende 1953 und 34 PS anno 1960. Zum 1300er mit 40 PS wird auch das Cabrio 1965 – und schon im Folgejahr zum 1500er mit nunmehr 44 PS und Scheibenbremsen vorn.
Umfangreiche Eingriffe verändern 1970 mit Einführung des Typs 1302 die Silhouette, auch die des Cabrios: Die Hauben sind fortan voluminöser. Und unter dem Blech erfolgte Veredelung mit dem aufwendigsten Fahrwerk der zeitgenössischen Käfer-Klasse: Federbein-Vorderachse sowie Schräglenker-Hinterachse. Zugabe: ein 1,6 Liter-Boxer mit 50 PS. Die bislang Käfer-typisch plane Windschutzscheibe verschwindet 1972 beim neuen 1303 LS Cabrio zugunsten der 1303-typischen gewölbten Frontscheibe. 1302 und 1303 Cabriolet profilierten sich im Käfer-Herbst zu den erfolgreichsten Käfer Cabrios überhaupt: 125.411 entstanden davon, dazu addieren sich 206.436 Exemplare aller Varianten zuvor. Als am 10. Januar 1980 bei Karmann in Osnabrück das letzte Käfer Cabriolet mit Fahrgestell-Nummer 152044140 vom Band rollt sind insgesamt 331.847 Exemplare gebaut und somit durchschnittlich knapp 11.000 pro Käfer Cabriolet-Jahr.
Dem Käfer Cabrio gebührt die Ehre, offenes Autofahren auch in schwierigen Zeiten erschwinglich gehalten zu haben. Anfang der Siebziger ist das Angebot sehr geschrumpft, nur Alfa und Fiat bieten noch preiswerte Spider an, viersitzige Cabrios gibt es sonst nur noch bei Rolls-Royce und Mercedes-Benz. Nach dem Zwischenspiel des Golf Cabriolets, wegen seines eckigen Äußeren und dem Überrollbügel despektierlich Erdbeerkörbchen genannt, kommt erst 2003 wieder ein echter offener Volkswagen, der sich in die Tradition der alten Käfer einreihen darf. Der Retro-Trend macht es möglich. Das New Beetle Cabriolet mit seinen freistehenden Kotflügeln und lässig auf dem Heck lagernden Verdeckpaket ist eine visuelle Huldigung an das Original und findet pro Jahr rund viermal so viele Käufer wie sein Ahne. Der auf der Detroit Motor Show vorgestellte Ragster erweitert das Spektrum sogar noch um eine Variante, die es bei der Urversion nicht gab: die Cabriolimousine.
(Text: Dieter Roßbach,Volkswagen AG )
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