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Techno Classica 2005: Lecker Essen
13.04.2005
Die 17. Techno Classica, die vom 7. bis zum 10. April in Essen stattfand, wurde vor allem von den Firmenständen und Clubs der großen Hersteller geprägt. Schließlich waren einige Jubiläen zu feiern, die nach einer ausführlichen Präsentation verlangten. So inszenierte BMW, traditionell in der Halle 12 zu finden, 50 Jahre BMW 503 und 507, 50 Jahre Isetta und, besonders wichtig, 30 Jahre 3er Baureihe. Während die Autos aus den 50ern klein, aber fein in Szene gesetzt wurden, gab es beim 3er-Geburtstag eine breite Palette an Exponaten zu bewundern. Von der ersten Generation E21 bis zur kürzlich erschienenen neuesten Generation waren alle fünf Baureihen mit stilbildenden Varianten zu sehen. Besonders faszinierende Exemplare waren natürlich die erfolgreichen Tourenwagen, die wesentlich am Mythos des 3er als der Sportlimousine mitgeschrieben haben. Vom legendären 507 gab es drei Exemplare: Neben dem von Albrecht Graf Goertz gezeichneten Serienroadster zeigte die Mobile Tradition den Alternativ-Entwurf von Ernst Loof sowie einen Michelotti-Entwurf aus dem Jahr 1959, der sich formal an das vom gleichen Designer gezeichnete BMW 700 Coupé anlehnt. Neben Werksfahrzeugen hatten auch frühe Nachkriegsrennwagen von Veritas, Holbein und A.F.M einen Platz auf dem BMW-Stand gefunden. Diese frühen Versuche, den deutschen Automobilsport nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu beleben, sind ohne BMW-Technik nicht denkbar und daher Teil der Markenfamilie. Dieses faszinierende Kapitel deutscher Automobilgeschichte ist bei BMW besonders gut aufgehoben. Auch der VW Konzern, der jahrzehntelang die eigenen Geschichte eher gelangweilt betrachtet hat, hat mit der Autostadt und der Stiftung AutoMuseum Volkswagen mittlerweile zwei Kompetenzzentren, die hervorragende Arbeit leisten. Die diesjährigen Themen der Wolfsburger waren Meilensteine in Serie: 30 Jahre Polo und 50 Jahre Karmann Ghia. Besonders der sportliche Abkömmling des Käfers wurde mit dem Prototypen aus dem Jahr 1953 sowie mehreren Derivaten, von denen das brasilianische Coupé TC 145 das bemerkenswerteste war, sehr schön in Szene gesetzt. Tochter Audi feierte 25 Jahre Quattro unter anderem mit dem kurzen Quattro S1 von 1985 sowie Frank Bielas DTM-V8 von 1991. Der spanische Ableger Seat zeigte einen Querschnitt seiner Markengeschichte sowie einen interessanten Monoposto für die Formula Nacional von 1970. Skoda dokumentierte mit der repräsentativen Achtzylinderlimousine 860 der Zwischenkriegszeit und dem sozialistisch mageren 1000MB von 1970 die Volten und Wendungen des 20. Jahrhunderts. Mercedes-Benz' Thema war die Historie der S-Klasse. Um der Neuentwicklung, die bei der diesjährigen IAA im September Premiere hat, einen festen historischen Stand zu geben, zeigten die Stuttgarter alle Baureihen seit dem legendären "Adenauer"-300er. Als Appetitanreger diente ein mit Tarnteilen verschraubter Erlkönig der neuen Limousine mit dem Entwicklungscode W221. Die von DaimlerChrysler Heritage anerkannten Clubs ergänzten den Mercedes-Benz Classic-Stand mit besonders schönen Exponaten: eine hervorragende Replica des AMG 300 SEL 6,9, diversen 190 SL in Clubsportausführung, aber auch einen frühen Unimog. Ford war mit der ganzen Palette der Konzernmarken vertreten. Wo die Mutter bescheiden einen Escort aus den späten Sechzigern mit dem aktuellen Focus zusammenbrachte, glänzten die Töchter Volvo und Jaguar mit opulenten Präsentationen. Die Schweden etwa zeigten die Studie "Philip" aus dem Jahr 1953, die mit einem Achtzylinder und amerikanischen Linien aufwartet, während Jaguar die Studie RD-6 von 2003 oder den XK-SS zeigte. Citroën feierte den 50sten Geburtstag der DS mit ausgesuchten Exponaten auf dem eigenen Stand sowie einem Display bei den Clubs. Dieses war die exakte Kopie der Präsentation der Deesse auf dem Pariser Salon 1955. Der finanzielle Einsatz der deutschen Dependance dürfte angesichts der Qualität der Umsetzung nicht gering ausgefallen sein. Renault spürte den eigenen Autos in Comics nach und Peugeot zeigte die Ahnenreihe der aktuellen SW-Modelle. Doch die Techno Classica bot nicht nur Material zum Anschauen, sondern es waren mehr als 2000 klassische Fahrzeuge im Angebot. Vom seltenen NART-Ferrari Spider über hochwertige klassische Limousinen bis zum Lambretta-Roller reichte die Palette. Zudem gab es eine Restaurations-Börse sowie Ersatzteile und Automobilia für jedes Interessengebiet.
(Text: Rainer Roßbach )
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