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Aktualisiert am 31.12.2011
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Techno Classica 2005: Lecker Essen

13.04.2005

DKW PS 600
Nicht alle DKW sind Fronttriebler: der Sportwagen PS 600, gebaut zwischen 1929 und 1933, schickt seine 18 PS an die Hinterräder

Die 17. Techno Classica, die vom 7. bis zum 10. April in Essen stattfand, wurde vor allem von den Firmenständen und Clubs der großen Hersteller geprägt. Schließlich waren einige Jubiläen zu feiern, die nach einer ausführlichen Präsentation verlangten. So inszenierte BMW, traditionell in der Halle 12 zu finden, 50 Jahre BMW 503 und 507, 50 Jahre Isetta und, besonders wichtig, 30 Jahre 3er Baureihe.

Während die Autos aus den 50ern klein, aber fein in Szene gesetzt wurden, gab es beim 3er-Geburtstag eine breite Palette an Exponaten zu bewundern. Von der ersten Generation E21 bis zur kürzlich erschienenen neuesten Generation waren alle fünf Baureihen mit stilbildenden Varianten zu sehen. Besonders faszinierende Exemplare waren natürlich die erfolgreichen Tourenwagen, die wesentlich am Mythos des 3er als der Sportlimousine mitgeschrieben haben.

Vom legendären 507 gab es drei Exemplare: Neben dem von Albrecht Graf Goertz gezeichneten Serienroadster zeigte die Mobile Tradition den Alternativ-Entwurf von Ernst Loof sowie einen Michelotti-Entwurf aus dem Jahr 1959, der sich formal an das vom gleichen Designer gezeichnete BMW 700 Coupé anlehnt.

Neben Werksfahrzeugen hatten auch frühe Nachkriegsrennwagen von Veritas, Holbein und A.F.M einen Platz auf dem BMW-Stand gefunden. Diese frühen Versuche, den deutschen Automobilsport nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu beleben, sind ohne BMW-Technik nicht denkbar und daher Teil der Markenfamilie. Dieses faszinierende Kapitel deutscher Automobilgeschichte ist bei BMW besonders gut aufgehoben.

Auch der VW Konzern, der jahrzehntelang die eigenen Geschichte eher gelangweilt betrachtet hat, hat mit der Autostadt und der Stiftung AutoMuseum Volkswagen mittlerweile zwei Kompetenzzentren, die hervorragende Arbeit leisten. Die diesjährigen Themen der Wolfsburger waren „Meilensteine in Serie“: 30 Jahre Polo und 50 Jahre Karmann Ghia. Besonders der sportliche Abkömmling des Käfers wurde mit dem Prototypen aus dem Jahr 1953 sowie mehreren Derivaten, von denen das brasilianische Coupé TC 145 das bemerkenswerteste war, sehr schön in Szene gesetzt. Tochter Audi feierte 25 Jahre Quattro unter anderem mit dem kurzen Quattro S1 von 1985 sowie Frank Bielas DTM-V8 von 1991. Der spanische Ableger Seat zeigte einen Querschnitt seiner Markengeschichte sowie einen interessanten Monoposto für die Formula Nacional von 1970. Skoda dokumentierte mit der repräsentativen Achtzylinderlimousine 860 der Zwischenkriegszeit und dem sozialistisch mageren 1000MB von 1970 die Volten und Wendungen des 20. Jahrhunderts.

Mercedes-Benz' Thema war die Historie der S-Klasse. Um der Neuentwicklung, die bei der diesjährigen IAA im September Premiere hat, einen festen historischen Stand zu geben, zeigten die Stuttgarter alle Baureihen seit dem legendären "Adenauer"-300er. Als Appetitanreger diente ein mit Tarnteilen verschraubter Erlkönig der neuen Limousine mit dem Entwicklungscode W221. Die von DaimlerChrysler Heritage anerkannten Clubs ergänzten den Mercedes-Benz Classic-Stand mit besonders schönen Exponaten: eine hervorragende Replica des AMG 300 SEL 6,9, diversen 190 SL in Clubsportausführung, aber auch einen frühen Unimog.

Ford war mit der ganzen Palette der Konzernmarken vertreten. Wo die Mutter bescheiden einen Escort aus den späten Sechzigern mit dem aktuellen Focus zusammenbrachte, glänzten die Töchter Volvo und Jaguar mit opulenten Präsentationen. Die Schweden etwa zeigten die Studie "Philip" aus dem Jahr 1953, die mit einem Achtzylinder und amerikanischen Linien aufwartet, während Jaguar die Studie RD-6 von 2003 oder den XK-SS zeigte.

Citroën feierte den 50sten Geburtstag der DS mit ausgesuchten Exponaten auf dem eigenen Stand sowie einem Display bei den Clubs. Dieses war die exakte Kopie der Präsentation der Deesse auf dem Pariser Salon 1955. Der finanzielle Einsatz der deutschen Dependance dürfte angesichts der Qualität der Umsetzung nicht gering ausgefallen sein. Renault spürte den eigenen Autos in Comics nach und Peugeot zeigte die Ahnenreihe der aktuellen SW-Modelle.

Doch die Techno Classica bot nicht nur Material zum Anschauen, sondern es waren mehr als 2000 klassische Fahrzeuge im Angebot. Vom seltenen NART-Ferrari Spider über hochwertige klassische Limousinen bis zum Lambretta-Roller reichte die Palette. Zudem gab es eine Restaurations-Börse sowie Ersatzteile und Automobilia für jedes Interessengebiet.

Michelotti BMW 507 Veritas RS 3er Tourenwagen
Michelotti kleidete den BMW 507 für den Genfer Salon 1959 in eine Karosserie, die dem 700er ähnelt
Doppelpfeil
Der Veritas RS 52/2 aus dem Jahr 1952 ist ein Unikat
Doppelpfeil
1978 startete der Österreicher Markus Höttinger mit diesem BMW 320 in der DTM
Doppelpfeil
 
Holbein Karmann Karmann Prototyp
Hermann Holbein konstruierte seinen Eigenbau-Formel 2 1947 und setzte ihn bei den ersten Nachkriegsrennen ein. Die Technik des HH stammt aus dem Vorkriegs-BMW 328
Doppelpfeil
Der Karmann Ghia TC 145 wurde 1970 vom Karmann-Zweigwerk in Brasilien entwickelt und von VW do Brasil verkauft.
Doppelpfeil
Der Karmann Ghia Prototyp von 1953 ging mit leichten Retuschen in Serie
Doppelpfeil
 
Audi Quattro Lamborghini Miura SV Skoda860
1981 startete der Audi Rallye Quattro Gruppe 4 in der Rallye-Weltmeisterschaft
Doppelpfeil
Lamborghinis Mittelmotor-Coupé Miura feiert in diesem Jahr seinen 40sten Geburtstag
Doppelpfeil
Der luxuriöse Skoda 860, der in den Jahren 1929 bis 1932 49 Mal gebaut wurde, war mit einem Achtzylinder-Reihenmotor ausgerüstet
Doppelpfeil
 
Seat 1400 Mercedes W 221 AMG SEL 6.3
Das erste Modell von Seat war der 1400. Zwischen 1953 und 1964 liefen fast 100.000 Exemplare dieses Typs vom Band
Doppelpfeil
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse W 221 wird auf der IAA debütieren. Die Stuttgarter zeigten diesen getarnten Erlkönig
Doppelpfeil
Hans Heyer und Clemens Schickendanz pilotierten den AMG Mercedes 300 SEL 6.9 1971 beim 24-Stunden-Rennen von Spa auf den zweiten Platz. Grund genug, diese perfekte Replica zu bauen
Doppelpfeil
 
DS Cabrio 1963 DS 1955 Ford Escort
Citroën DS Cabrio von 1963
Doppelpfeil
Citroëns Clubgemeinde baute anläßlich des fünfzigsten Geburtags der DS die Präsentation auf dem Pariser Salon im Jahr 1955 nach
Doppelpfeil
Die Erfolgsgeschichte des Hundeknochen-Escort dauerte von 1968 bis 1974.
Doppelpfeil
 
Volvo Philip Volvo Laplander OSI 1200
Volvos Konzept "Philip" wurde 1953 entwickelt. Mit seinem V8-Motor und der amerikanischen Linienführung zielte es auf den US-Markt. Zu einer Produktion kam es jedoch nie.
Doppelpfeil
Der vierradgetriebene Volvo Laplander aus dem Jahr 1979 wurde auf Initiative des schwedischen Militärs entwickelt und fand auch viele zivile Verwendungen. Die Produktion wurde später nach Ungarn verlagert
Doppelpfeil
Der Vierzylinder des OSI Spider 1200 S von 1967 hat 50 PS
Doppelpfeil
 
Renault Fregate 911 RSR Porsche 550 RS
Die Renault Frégate wurde auf dem Pariser Salon 1951 vorgestellt. Bis zum Produktionsende 1960 wurden ca. 180.000 Exemplare verkauft.

Doppelpfeil
1977 pilotierte Jacky Ickx den Werks-Porsche 935/77
Doppelpfeil
Lukas Hüni hatte einen absolut perfekten Porsche 550 RS Spyder im Angebot
Doppelpfeil
 
Lancia Gamma AMC Javelin Bitter SC
Diese Lancia Gamma-Limousine der ersten Serie aus dem Jahr 1978 hat erst 15.000 Kilometer auf der Uhr
Doppelpfeil
Selten ist dieser AMC Javelin SS-T von 1970. Der Amerikaner wurde auf dem Freigelände für 10.500 Euro angeboten
Doppelpfeil
Der Bitter SC basiert auf dem Opel Senator A 3.0 E und wurde auf der Frankfurter IAA 1979 präsentiert.
Doppelpfeil
 
NART Ferrari Ferrari 330 GTC Fiat Dinos
Ein fazinierend polarisierendes Auto ist dieser NART Ferrari, der 1988 von Luigi Chinetti auf der Basis eines 1969er 365 GTB 2+2 gebaut wurde
Doppelpfeil
Der elegante 64er Ferrari 330 GT 2+2 sollte 59.500 Euro bringen
Doppelpfeil
Berückend schön: Fiat Dino Spider und Fiat Dino Coupé
Doppelpfeil
 
Alfa Romeo 6C 2500 Alfa Romeo Helvetia Chevrolet 1940
Das Alfa Romeo 6C 2500 SS Cabriolet mit Pinin Farina-Karosserie von 1950 wurde für 138.500 Euro angeboten
Doppelpfeil
Der Alfa Romeo 6C 2500 Coupé Villa d'Este "Helvetia" hatte 1951 auf dem Genfer Salon seine Publikumspremiere
Doppelpfeil
Der Chevrolet Fourdoor-Sedan von 1930 bietet Sechszylinder-Komfort für 19.750 Euro
Doppelpfeil
 

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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