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Neue Mercedes S-Klasse: Innovatives Bremssystem
15.04.2005
Mercedes-Benz' Premiumanspruch setzt nicht nur auf Fertigungsqualität und perfekten Komfort, sondern auch auf innovative technische Lösungen. Gerade die großen Limousinen der S-Klasse waren immer Vorreiter in der technischen Entwicklung: Luftfederung, verformbare Knautschzone oder ein Sicherheitslenkrad gab es zuerst im großen Mercedes. Auch die künftige S-Klasse, die im Herbst 2005 Weltpremiere feiern wird, folgt dieser Tradition. Für den intern W221 genannten Wagen wurde ein neuer vorausschauender Brems-Assistent entwickelt, der vorausfahrende Autos mittels Radar erfasst und bei zu geringem Abstand warnt. Durch den vorausschauenden Brems-Assistenten "Plus" soll sich die Zahl der gefährlichen Auffahrunfälle deutlich verringern lassen. Bei Tests mit 100 Autofahrern im Fahrsimulator der DaimlerChrysler-Forschung sank die Unfallquote dank des neuen Systems in typischen Situationen im Durchschnitt von 44 auf elf Prozent. Zudem ermöglicht die Kombination des Brems-Assistenten mit dem präventiven Insassenschutzsystem Pre-Safe eine Steigerung des Insassenschutzes. Mercedes-Benz bietet damit als erste Automobilmarke weltweit ein Sicherheitssystem, das bereits vor einem drohenden Unfall in Aktion tritt.
"Plus" (Bas Plus) nutzt zwei Radarsysteme, um die Verkehrslage vor dem Auto zu beobachten: Das Distronic-Radar (77 GHz) wird durch ein neu entwickeltes Nahbereichsradar (24 GHz) ergänzt, das im Winkel von 80 Grad das unmittelbare Umfeld vor dem Fahrzeug abtastet. Die Reichweite der Radarstrahlen beträgt 150 Meter, sodass vorausfahrende Autos rechtzeitig erkannt werden. Verringert sich der Sicherheitsabstand berechnet das System aufgrund der Radarinformationen, welche Bremskraftunterstützung in der jeweiligen Fahrsituation notwendig ist, um einen drohenden Auffahrunfall zu vermeiden. Diesen Bremsdruck kann der Autofahrer sofort beim Tritt auf das Bremspedal abrufen. Dadurch wird bei Unfallgefahr die bestmögliche Bremswirkung erzielt. Übersteigt die Bremsverzögerung ein bestimmtes Niveau, schaltet sich automatisch der Insassenschutz Pre-Safe zu, der ebenfalls weiterentwickelt wurde. So wird die künftige S-Klasse neben den bekannten Funktionen wie Gurtstraffung und Sitzpositionierung auch mit neuartigen Multikontursitzen ausgestattet, deren Luftpolster in Kissen und Lehne sich bei drohender Unfallgefahr automatisch aufpumpen. Diese Polster umschließen die Insassen, stützen sie ab und vergrößern dadurch beim Aufprall den Abstand zur Türinnenverkleidung. Der Sidebag kann deshalb eine noch größere Schutzwirkung entfalten. Auch die Fond-Einzelsitze werden mit aufblasbaren Stützpolstern in den Rückenlehnen ausgestattet. Zusätzlich integriert Mercedes-Benz die Seitenscheiben in das Schutzsystem. Sie werden vor einem drohenden Unfall automatisch geschlossen, um den Windowbag beim Seitenaufprall oder beim Überschlag bestmöglich abzustützen. Zudem verringert sich bei geschlossenen Seitenscheiben das Risiko, dass die Auto-Insassen beim Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert werden oder dass Gegenstände in den Innenraum eindringen. Die Wirksamkeit des Brems-Assistenten hat Mercedes-Benz ausgiebig untersucht. An Praxistests in Europa und den USA nahmen über 200 Autofahrerinnen und Autofahrer teil, die mit 24 Versuchswagen insgesamt über 400 000 Kilometer zurücklegten. Die Aufzeichnung der Fahrten mittels Datenspeicher und Videokameras ermöglichte eine präzise Analyse der Bas-Funktionen. Das neuartige System verbesserte die Fahrsicherheit maßgeblich.
Zudem führte Mercedes-Benz im Berliner Fahrsimulator der DaimlerChrysler-Forschung ein mehrmonatiges Testprogramm durch. Insgesamt 100 Autofahrer absolvierten eine jeweils 40-minütige Fahrt mit mehreren kritischen Situationen auf Autobahnen und Landstraßen. Unfälle konnten nur durch energisches Bremsen verhindert werden. Die Unfallquote bei diesen Testfahrten sank um drei Viertel von 44 auf elf Prozent. Besonders bei einer Kolonnenfahrt mit 80 km/h auf der Landstraße konnte das System überzeugen: Bei dem plötzlichen Bremsmanöver des vorausfahrenden Autos blieben 93 Prozent aller Fahrten bei Einsatz des radargestützten Brems-Assistenten unfallfrei ohne dieses System ereigneten sich bei mehr als jeder zweiten Testfahrt Auffahrunfälle. Mit dem vorausschauenden Brems-Assistenten und Pre-Safe dokumentieren die Stuttgarter, dass man das Thema Sicherheit als eine ganzheitliche Aufgabe versteht von der Unfall-Vermeidung mittels elektronischer Assistenzsysteme über den auf die jeweilige Unfallschwere abgestimmten Insassenschutz und bis zu Maßnahmen, die der schnellstmöglichen Rettung der Insassen nach einer Kollision dienen.
(Text: rr / pt )
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