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Aktualisiert am 31.12.2011
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Villa d'Este 2005: Eine Ausstellung von besonderer Klasse

28.04.2005

Villa d'Este 2005, Delage
Voraussetzung für die Teilnahme am Concorso d'Eleganza ist, dass sich die Autos aus eigener Kraft bewegen. Deshalb überprüfen die Teilnehmer, wie hier bei einem Delage, die Funktionstüchtigkeit ihrer Fahrzeuge.

Automobile sind Skulpturen, die in den sozialen Raum hineinwirken. Diese banale Wahrheit beschreibt die visuelle, räumliche, physikalische oder akustische Inbesitznahme der Außenwelt durch die mechanischen Kinder des Karl Benz. Veranstaltungen wie der 76. Concorso d'Eleganza in der Villa d'Este sind ein Ort der Hygiene: Durch den hohen Anspruch, der an die teilnehmenden Fahrzeuge gestellt wird, entsteht eine neue Klarheit über die Qualität und Eleganz, die sich in einem Automobil ausdrücken kann – und über die Art, wie es seine Umgebung durch seine Präsenz verändert.

Die Fahrzeuge, die für die historischen Wettbewerbe am 23. und 24 April eingeladen wurden, haben den Vorzug, dass ihre Einzigartigkeit und Schönheit eine gesicherte Erkenntnis ist. Ballot, Bentley, Voisin, Maybach, Ferrari oder auch Pegaso haben einen festen Stellenwert in der automobilen Historie. So kann die Jury des Concorso, natürlich mit deutlich subjektiver Färbung, über einen gesicherten Fundus befinden. Hier geht es um die gereifte Persönlichkeit der Exponate: Wie steht es um die Originalität, wie ist die Patina zu bewerten, wie gut ist die Restauration?

Auch in diesem Jahr ging, wie nicht anders zu erwarten, der Hauptpreis an ein italienisches Fahrzeug. Die Coppa d'Oro di Villa d'Este wurde einem wunderschönen Ferrari 212 Export Spider Vignale von 1951 zugesprochen. Dieser kleine, etwas überrestaurierte schwarz-grüne Roadster wurde ursprünglich an Umberto Marzotto verkauft, der damit einige Rennen bestritt. Heute befindet sich das Fahrzeug im Besitz einer Sammlung in Florida.

Preiswürdig gewesen wären darüber hinaus der sensationelle Ferrari 375 Mille Miglia Sport von 1955, ein Maserati A6G/54 Zagato von 1956 oder der legendäre Aston-Martin DB4GT Zagato von 1961.

Insgesamt aber bot die Verteilung der Preise Überraschungen. Wo sonst italienische Begeisterung über das eigene Können dominiert, sind 2005 die meisten Pokale an ausländische Fabrikate verteilt worden.

Wie offen die Köpfe dieses Jahr waren, kann man daran sehen, dass der Preis für die eleganteste Karosserie an einen Pegaso Z 102 BT von 1955 ging. Ein verdienter Sieg für die Exzentrik!

Auch der BMW 507 hatte gute Chancen, zu seinem Fünfzigsten einen Preis zu gewinnen, und das tat er dann auch. Der Preis für das am besten erhaltene Auto ging an den Münchener Klassiker. Als Rolls Royce mit dem elegantesten Aufbau wurde ein Phantom I Picadilly Roadster von 1927 ausgezeichnet. Erfreulicherweise ging der Preis für die sensibelste Restaurierung an einen Kleinwagen. Der Erstling des Jaguar-Gründers Sir William Lyons, ein Austin Swallow Sports Saloon MK II Coupé von 1931, wurde mit diesem Preis bedacht.

Problematisch war der Wettbewerb der modernen Konzeptfahrzeuge. Die Auswahl war dürftig: Neben dem originellen Renault Zoé waren unter anderem der wuchtige, aber stimmige Bertone Villa, Nissans Quashquai, Giugaros Alfa Romeo Visconti und Peugeots Ferrari-Kopie 907 angetreten. Der Rest der Teilnehmer war nicht wettbewerbstauglich, abgesehen vielleicht von Rinspeeds Senso, der mit einem originellen Konzept aufwarten konnte.

Dass ausgerechnet Peugeots Ferrari-Plagiat den Design-Award zugesprochen bekam, läßt Zweifel an der Kompetenz der Jury aufkommen. Die Herren hätten nur eine Runde ums Hotel gehen müssen, um zwei bestens gepflegte Ferrari 275 GTB "Long Nose" von 1964 zu sehen. Dessen erstaunliche Verwandtschaft mit dem Peugeot wäre ihnen möglicherweise nicht verborgen geblieben – "Zitieren" in diesem Umfang sollte eigentlich nicht belohnt werden.

Bedauerlicherweise fiel der Sonntag ins Wasser. Pininfarina wollte den eigenen 75. Geburtstag mit einer Reihe hochkarätiger Studien feiern. Das Wetter war jedoch so schlecht, dass die Prototypen entweder ganz oder teilweise unter den Folien bleiben mussten.

212 Vignale Maserati Zagato Ferrari 375 MM
Der Ferrari 212 mit Vignale-Roadsteraufbau gewann die Coppa d'Oro 2005. Umberto Marzotto erstand das Fahrzeug 1951 und nahm damit an verschiedenen Rennen teil.
Doppelpfeil
Der Maserati A6G/54 wurde, nachdem er 1956 bei einer Testfahrt massiv zerstört wurde, von Zagato 1958 komplett neu aufgebaut.
Doppelpfeil
Ferraris 375 MM Racing Berlinetta wurde 1955 auf der Turiner Automobil-Messe vorgestellt. Pinin Farina zeichnete dieses außergewöhnliche Fahrzeug, das in zehn Exemplaren gebaut wurde und an Rennen in Le Mans und an der Carrera Panamericana teilnahm.
Doppelpfeil
 
Fiat 8V Zagato Aurelia und Flaminia Fiat 500 Mondial
Fiats 8V wurde 114 Mal gebaut und von der Creme der italienischen Stilisten eingekleidet. Dieses besonders schöne Exemplar von 1954 stammt aus der Werkstatt von Zagato.
Doppelpfeil
Der Lancia Aurelia (links) wurde 1952 von Allemano gezeichnet – der Flaminia 2500 Sport 3C (1963) ist von Zagato.
Doppelpfeil
Der Ferrari 500 Mondial hat einen Vierzylinder mit 2000 ccm Hubraum unter der Haube. Diese Pinin Farina-Kreation trat bei der Tour de France Automobile 1954 an.
Doppelpfeil
 
Aston Martin DB4GTZ Lister Monteverdi Palm Beach
Der Aston Martin DB 4 GT Zagato von 1961 ist einer der begehrtesten Sportwagen überhaupt. Nur 19 Stück wurden gebaut.
Doppelpfeil
Auf der Basis von Jaguars erfolgreichem D-Type baute Brian Lister seine schnellen Sportwagen. Dieses Exemplar stammt von 1958.
Doppelpfeil
Peter Monteverdi stellte den 375 Palm Beach 1975 dem Publikum vor.
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Ballot Fiat 1100 Loof BMW 507
Dieser französische Ballot von 1924 trägt eine Torpedo Sport Karosserie von Lagache-Glaszmann und wird von einem Vierzylinder mit 2000 ccm Hubraum angetrieben.
Doppelpfeil
Der Sechszylinder-1000 ccm Fiat 1100 mit einer Stabilimenti Farina-Karosserie gewann seine Kategorie beim Concorso 1947.
Doppelpfeil
Ernst Loof hätte sich gefreut: Sein BMW 507-Prototyp stand, wenn auch ausser Konkurrenz, auf dem Gelände der Villa d'Este.
Doppelpfeil
 
Bugatti Gangloff Bentley Mercedes-Benz
Der elsässische Karosseriebauer Gangloff hüllte das Chassis eines Bugatti Type 57 C 1939 im Stil von Figoni & Falaschi ein.
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Woolf Barnato beauftragte Nutting mit dem Aufbau einer aerodynamischen Karosserie auf der Basis eines Bentley Speed Six. 1931 wurde der Wagen fertiggestellt.
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Mercedes-Benz 500 K aus dem Jahr 1936. Die Karosserie ist ein Werksaufbau, insgesamt wurden 354 Exemplare dieses Typs gebaut.
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Peugeot Darl\'Mat Swallow Cord
Peugeot 402 Darl’Mat (1938). Der Pariser Peugeot-Händler Darl’Mat verpflichtete 1938 den Stylisten des Eclipse, um eine Sportversion auf der Basis des 402 zu bauen. 105 Exemplare dieses Typs wurden gebaut.
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Der Austin Swallow MK II aus dem Jahr 1931 ist das erste Automobil, das von Sir William Lyons gebaut wurde.
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Vom Cord 812 "Frigidaire" wurden insgesamt 194 Exemplare gebaut, davon 64 mit Kompressor. Dieser stammt aus dem Jahr 1937.
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Pegaso BMW 507 Bertone Cangaro
Der Pegaso Z 102 BT von 1955 hat einen 3,2-Liter-Achtzylinder-Motor und eine Karosserie von Touring. Dieser Wagen gewann den Preis für die eleganteste Karosserie.

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BMWs faszinierender Achtzylinder-Sportwagen 507 feierte seinen fünfzigsten Geburtstag.
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Alfa Romeo Canguro von Bertone (1964). Die technische Basis ist ein TZ2, gezeichnet wurde der Entwurf von Giorgetto Giugiaro.
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Peugeot 907 Bertone Villa Renault Zoe
Der Peugeot 907 (Paris 2004) gewann den Design-Award.
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Bertone Cadillac Villa, Genf 2005.
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Renault Zoé, Genf 2005.
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Alfa Romeo Dardo Dino 206 Competizione Chevrolet Corvette Rondine
Alfa Romeo Dardo (Pininfarina). 1998.
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Dino 206 Competizione (Pininfarina), 1967.
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Chevrolet Corvette Rondine (Pininfarina), 1963.
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(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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