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Aktualisiert am 31.12.2011
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ASA 1000 GT: La Ferrarina

10.06.2005

ASA 1000 GT
Konservativ, aber mit Stil: Die Bertone-Karosserie überzeugt auch heute noch

Auf dem Turiner Salon im Jahr 1961 wurde ein kleiner hochkarätiger 1000 ccm-Sportwagen vorgestellt, dessen Karosserie von Bertone stammte und der von Giorgietto Giugaro gezeichnet worden war. Der Rahmen sowie die Technik wurden von Giotto Bizzarini bei SEFAC Ferrari entwickelt. Das gab natürlich Gerüchten Nahrung, dass die Firma aus Maranello eigentliche Initiatorin des Projektes sei. Schnell machte der Name "La Ferrarina" die Runde. Obwohl die Fachwelt positiv auf das Projekt reagierte, distanzierte sich Ferrari nachdrücklich von der Vorstellung, der ASA 1000 GT sei so etwas wie die Abrundung der Ferrari-Palette nach unten.

Tatsächlich stammte das Geld für ASA (Autocostruzione Societa per Azione) im wesentlichen aus einer anderen Quelle: Die Firma "Oronza de Nora Petroleum" stellte das Kapital zur Verfügung, das ab 1964 den Bau von mindestens einem Fahrzeug pro Woche ermöglichen sollte.

ASA 1000 GT
Eine klare Silhouette und sparsamer Zierrat machen den ASA 1000 GT zum Klassiker

Zwei Jahre nach dem Coupé wurde 1963 der ebenfalls von Bertone gezeichnete Spider mit Fiberglas-Karosserie vorgestellt. Das technische Layout beider Versionen war gleich: Frontmotor und Heckantrieb entsprachen den Konventionen der Zeit. Als Rahmen wurde eine Gitterrohr-Konstruktion verwendet, die einen 1032ccm-Vierzylinder-Motor mit obenliegenden Nockenwellen aufnahm. Stolze 91 SAE-PS leistete die Maschine, deren Gemischaufbereitung von zwei Doppelvergasern übernommen wurde. Moderne Zutaten wie Scheibenbremsen an allen vier Rädern und eine vordere Einzelradaufhängung mit Viereckslenkern wurden ergänzt durch eine starre Hinterachse, die mit Längslenkern und Schraubenfedern ausgestattet war. Das alles entsprach somit dem damaligen Stand der Sportwagentechnik. Als Kraftübertragung diente eine Viergangschaltung mit Overdrive im dritten und vierten Gang.

ASA 1000 GT
Das Cockpit des ASA 1000 GT bietet ein üppiges Angebot an Uhren und Kippschaltern sowie ein Nardi-Lenkrad

Im gleichen Jahr noch wurde die Rennversion 1000 GTC vorgestellt, die sich deutlich von den Strassensportwagen unterschied. Die Karosserie des Mittelmotorsportwagens, der von Drogo konstruiert worden war, bestand aus Leichtmetall, der Motor war aus Homologationsgründen im Hubraum auf 994,6 ccm reduziert. Angeblich war ein Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans vorgesehen, der aber nie in Angriff genommen wurde.

Die Serienproduktion startete 1964 sehr langsam: Lediglich sieben Fahrzeuge verließen die Fabrik. Aber schon 1965 wurde auf dem Pariser Salon der neue "411" (vier Zylinder, 1092 ccm) vorgestellt, der es auf 104 SAE-PS bei 7500 U/min brachte. Neu war hier auch ein Viergang-Getriebe, das jetzt einen Overdrive für den zweiten, dritten und vierten Gang aufwies, und auch die Frontscheinwerfer waren neu gestaltet.

1965 gab es erste sportliche Einsätze: An der Targa Florio des gleichen Jahres nahmen zwei ASA teil – einer mit Fiberglas- und einer mit konventionellem Metallaufbau.

ASA 613 RB
Auf dem Genfer Salon 1966 wurde der 613 RB "Roll-Bar" vorgestellt, von dem nur drei Exemplare gebaut wurden

Die Herstellung der Karosserien wechselte von Bertone zu Ellena in Turin und später zu Marazzi in Mailand. Die Chassis wurden alle beim damaligen Ferrari-Stammlieferanten Marchesi gebaut. Insgesamt wurden 104 Fahrgestelle hergestellt, wobei aber bis zum Produktionsstopp im Jahr 1967 nicht mehr als 95 Fahrzeuge komplettiert wurden, davon nur sechs mit Spider-Karosserie. Unter diese Gesamtzahl fallen auch vier Exemplare des 411.

Der Genfer Salon 1966 war die Bühne für den Schwanengesang der Firma. ASA stellte hier den 613 RB "Roll-Bar" vor, der sich in seinem Konzept zwischen Spider und Coupé bewegte. Ähnlich wie beim Porsche Targa konnte hier das Dachteil zwischen dem vorderen Scheibenrahmen und dem Überrollbügel demontiert werden. Die Karosserie bestand aus Glasfaser und war wiederum auf einen Rohrrahmen montiert. Als Antrieb gab es entweder einen 1290 ccm-Reihensechszylinder mit 124 PS oder einen Vierzylinder, der aus 1755 ccm 150 PS schöpfte. Zudem bot der 613 RB ein Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Die Produktion betrug lediglich drei Fahrzeuge, von denen eines 1966 an den 24 Stunden von Le Mans teilnahm.

Danach wurde nur noch ein Formel 3-Chassis mit Cosworth-Motor für die Saison 1967 konstruiert. Die Energie der Firma hatte sich endgültig erschöpft – gegen Ende des gleichen Jahres stellte ASA den Geschäftbetrieb ein. Geblieben sind eine Handvoll faszinierender kleiner Sportwagen, die vollkommen den Geist der Sechziger atmen und im technischen wie ästhetischen Rang an den großen Namen Ferrari heranreichen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach, ASA Werksfoto )

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