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VW Multivan: Für alle Fälle
15.06.2005
Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 1985 in Frankfurt feiert der Multivan von Volkswagen Premiere. Auch wenn VW offiziell noch von einer Studie spricht ist die Produktion eigentlich schon beschlossene Sache: 1987 steht der Bus bei den Händlern. Mit der Entwicklung des Mehrzweckautos, das die Eigenschaften von Kombi, Kleinbus und Reisemobil in sich vereint, soll eine Lücke zwischen Kombi und Caravelle geschlossen werden. Entsprechend lautete der Auftrag an die Konstrukteure, ein Fahrzeug mit Übernachtungsmöglichkeit, Platz für Fracht und genügend Raum für eine größere Familie zu schaffen. Die Volkswagen-Konstrukteure präsentieren am Ende drei unterschiedliche Konzepte, die im Grunde noch heute gültig sind. Allen gemeinsam ist die Rücksitzbank im Heck, die sich zu einer Liegefläche umklappen lässt. Die Lösung mit einem flachen Schrank links im Heck wird von Volkswagen verworfen, der zweiten Variante mit zwei leicht ausbaubaren Klappsitzen sowie Variante Nummer drei mit fest eingebautem Sitz und integrierter Kühlbox blieb Volkswagen bis 1999 treu. Abgelöst wird das Konzept durch je nach Ausstattung einen oder zwei drehbare Einzelsitze in der Mitte.
Kommt der erste Multivan auf Basis des damaligen Transporters mit Heckmotor, intern T3 genannt, äußerlich noch recht schlicht daher, so sollen 1988 zwei Sondermodelle den Geschmack der freizeitorientierten Kundschaft genauer treffeb: Blue Star und White Star, benannt nach ihren Außenfarben, bilden die feineren Varianten zum eher biederen "Bulli". Das augenfälligste Merkmal ist das tiefergelegte Fahrwerk mit Leichtmetallrädern und Breitreifen. Der Frontgrill mit Doppelscheinwerfern sowie die ummantelten Stoßfänger sind bereits aus dem früheren Sondermodell Multivan Magnum bekannt. Während Volkswagen noch die erste Generation des Multivan verbessert, ist die zweite bereits in Vorbereitung, denn die Entwicklung der vierten Transportergeneration (T4) ist bereits in vollem Gange. Bei Stückzahlen von rund 8 000 Fahrzeugen pro Jahr ist es keine Frage, dass auch ein neues Multivan-Modell folgen wird. 1991 beginnt der Serienanlauf des neuen Mehrzweckfahrzeugs. Und auf der Frühjahrsmesse CMT 1992 in Stuttgart präsentiert Volkswagen neben dem neuen, frontgetriebenen Multivan auf T4-Basis eine Abschiedsauflage, die "Limited Last Edition", des Vorgängermodells, die auf 2 500 Exemplare limitiert ist.
Das Raumkonzept des neuen Multivan auf Basis des T4 entspricht dem seines Vorgängers, bietet aber eine neue Form, moderne Technik und eine verbesserte Ausstattung. Im Frühjahr 1996 profitieren alle Multivan-Varianten von der grundlegenden Weiterentwicklung der neuen Transporter-Generation: Der neue, verlängerte Vorbau bietet Platz für neue Motorisierungen bis hin zum VR-Sechszylinder Doch bleibt damit die Welt des Multivan nicht stehen. Im Herbst 1997 legt Volkswagen in limitierter Sonderserie den Topstar auf, der im Spicegreen-Dress, kombiniert mit Stoßfängern und Schwellern in blaugrau-metallic ein sportliches Erscheinungsbild abgibt. Mit dem Multivan Family versuchen die Wolfsburger durch den Verzicht auf die Kühlbox und einige unwesentliche Details den Preis unter 25 000 Euro zu drücken. Im Zuge der allgemeinen Modellpflege erhält der Multivan im Jahr 1998 ein Armaturenbrett in neuem Design. Die Angebotsstruktur wird komplett neu gestaltet, wobei der Longseller weiter in Richtung Großraumlimousine entwickelt wird. Funktionelle Details wie Zentralverriegelung und elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel gehören jetzt zur Serienausstattung. Der Multivan ist in zwei Ausstattungslinien erhältlich: Basis und Comfortline. Die Dauer-Sondermodelle Allstar und Classic werden von einer neuen, attraktiven Variante namens Multivan Atlantis abgelöst und es gibt eine neue TDI-Version mit 150 PS.
1999 gibt es eine grundlegende Änderung beim Multivan. Er bekommt in der Mitte drehbare und verschiebbare Einzelsitze mit integrierten Dreipunktgurten. Damit ist die Modellpflege des T4 abgeschloßen Stark überarbeitet präsentiert sich das Multivan-Konzept mit der Einführung des neuen VW Bus - dem T5. Erstmalig gibt es den vielseitigen Volkswagen auch mit einer zusätzlichen Schiebetür auf der linken Fahrzeugseite. Ausschließlich der Trendline erinnert mit einer Schiebetür, der Schlafbank, einem Einzelsitz und dem linksseitigen Ausziehtisch noch ein wenig an den Ur-Multivan. Die Ausstattungen Comfort- und Highline bieten hohen Komfort und ein überdurhschnittliches Ausstattungsniveau. Neu ist auch die Variabilität im Fond. Sie definiert sich über ein Schienen-System im Boden. Auf diesem System können die Einzelsitze, die Liegesitzbank und auch der Tisch des Comfort- und Highline an beliebiger Stelle im Fond fixiert werden. Der Einzelsitz des Trendline beziehungsweise die zwei Einzelsitze des Comfort- und Highline der zweiten Reihe lassen sich drehen. Zusammen mit der Rücksitzbank bilden sie im Multivan die Liegefläche. Auf Wunsch lassen sich eine Bettverlängerung und ein "Gute-Nacht-Paket" zur Verdunkelung ordern. An allen Fondplätzen sind Dreipunktgurte im Sitz integriert und bieten so in jeder Position optimalen Rückhalt. In der Neigung und Höhe verstellbare Kopfstützen tragen ihren Teil zur Sicherheit bei. Fünf Motor-Versionen kommen im Multivan zum Einsatz. Sie sorgen für Vergnügen und angemessenen Vortrieb im automobilen Alltag. Die Fünf- und Sechszylinder-Motoren haben ein Sechsgang-Getriebe. Auf Wunsch lässt sich der Multivan in der Allradversion 4MOTION bestellen (Handschalter). Serienmäßig kommen Vierkanal-ABS, ASR, EDS, MSR (nicht bei 4MOTION) und ESP (nur 77 kW als Option) zum Einsatz.
(Text: pt, rr ) |
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