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Aktualisiert am 31.12.2011
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Marcos TSO GT2: Neokonservativer

25.06.2005

Marcos TSO GT2 CoupŽ
Die Front des Marcos TSO GT2 ist konventionell gezeichnet

Marcos hat eine lange Tradition: Seit den späten Fünfzigern, als der legendäre Aerodynamiker Frank Costin mit seinem Partner Jem Marsh Coupés aus Sperrholz zusammenklebte, steht die englische Firma für schnelle, windschlüpfrige Sportwagen mit exzentrischem Äußeren.

Seit 45 Jahren ist die Marke im Rennsport aktiv: Von Jackie Stewarts erstem Sieg 1961 im Marcos Gullwing Coupé über diverse Teilnahmen an den 24 Stunden von Le Mans bis zum LM600, der an der British GT Championship der Neunziger teilnahm, erzählt die Geschichte.

Wenige andere kleine Sportwagenmarken von der Insel hatten einen so hohen Wiedererkennungswert wie ein Marcos – und das gilt bis zum Mantula, der ab 1984 gebaut wurde und auch für den Mantara, dessen Produktion 1993 anlief.

Jetzt gibt es einen Neuen, der jedoch mit den formalen Traditionen bricht. Das TSO GT2 Coupé ist zweifellos ein gelungener Sportwagen, aber es läßt die Radikalität vermissen, die bislang typisch für die Marke war. Die ganze Karosserie wirkt merkwürdig weichgespült und rückwärtsgewandt. Das Design soll klassisch wirken, aber der GT2 verliert durch diese Verbeugung vor dem "guten" Geschmack das, was Marcos bisher begehrenswert machte.

Marcos TSO GT2 CoupŽ
Das Heck zeigt noch leichte Verwandschaft mit den Vorgängermodellen, die Schlitze hinter dem vorderen Radlauf erinnern an den MG XPower

Dafür wird bei der Technik ins Volle gegriffen. Gewählt werden kann zwischen einem Sport Package, das eine Sportfederung, Rennbremsen und satte 475 PS bietet und einem Touring Package, dass eine weichere Federung und zusätzliche Touring-Features umfasst.

Der verwendete 5,7 Liter V8-Motor aus dem GM-Regal ist ganz aus Aluminium gefertigt, die Kraftübertragung erfolgt über ein manuell betätigtes Sechsgang-Getriebe. Innenbelüftete Vierkolben-Scheibenbremse mit 340mm Durchmesser vorne und 320 mm Querschnitt hinten sorgen für eine angemessene Verzögerung – Reifen im Format 215/40/17 ZR vorne und 225/40/18 ZR hinten, montiert auf 17 Zoll-Felgen, halten die Fuhre auf der Straße.

Die Kunststoffkarosserie ist auf eine Space-Frame-Struktur montiert. Durch das geringe Fahrzeuggewicht von 1150 kg beschleunigt der 4020 mm lange und lediglich 1150 mm hohe Zweisitzer in etwa vier Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 Stundenkilometern. Die optimale Gewichtsverteilung von 50 : 50, die breite Drehmomentkurve sowie eine direkt übersetzte Lenkung machen den Marcos zu einem agilen Kurvenkünstler, der durch das bei Prodrive entwickelte Fahrwerk optimalen Fahrbahnkontakt hält.

Marcos TSO GT2 CoupŽ
Das stilvolle Cockpit sieht aus, als wäre es aus vollem Metall gearbeitet

Trotz der überaus sportlichen Fahrleistungen muß auf Komfort nicht verzichtet werden: elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, elektrische Spiegel und getönte Scheiben gehören ebenso zur Serienausstattung wie der zentrale Anlasserknopf oder die Edelstahl-Auspuffanlage.

Darüber hinaus kann man noch in ein Navigationssystem, Lederausstattung, Sperrdifferential oder andere Getriebeübersetzungen investieren, was denn Preis über die für die Basisversion fälligen 49.995 Pfund treibt.

Tony Stelliga, Vorsitzender von Marcos Engineering betont, dass "unsere umfassenden technischen Anstrengungen zu einem ausserordentlichen Grand Touring Wagen mit hervorragenden Fahreigenschaften und einem besonderen Preis-Leistungs-Verhältnis geführt haben". Da ist es besonders schade, dass das TSO GT2 Coupé nicht mehr die ausdrucksstarke Persönlichkeit früherer Marcos' besitzt.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Marcos )

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