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Aktualisiert am 31.12.2011
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Mazda RX-7: Kreisläufer

02.10.2005

Mazda RX-7
Das zurückhaltende und sehr technisch wirkende Design des RX-7 macht den Wankelsportler zu einem typischen Vertreter der siebziger Jahre

Als der japanische Automobilkonzern Toyo Kogyo 1961 eine Wankellizenz von NSU erwarb, geschah das aus der Überlegung heraus, eine Alternative zum Hubkolbenmotor zu haben. Im Laufe der Zeit entstanden mit den Mazda-Fahrzeugen RX-2, RX-3, RX-4 und RX-5 Autos, bei denen der Kreiskolbenmotor ständig verbessert wurde. Obwohl Toyo Kogyo Anfang der 70er mit beachtlichen Produktions- und Absatzzahlen aufwarten konnte, schien die Energiekrise Mitte der 70er Jahre den Niedergang dieser neuen Antriebsart einzuläuten. Negativ zu Buch schlug vor allem ein im Verhältnis zum Hubkolbenmotor höherer Verbrauch.

Im Gegensatz zu den vielen anderen Lizenznehmern gaben die Japaner das Projekt aber nicht auf, sondern beauftragten den damaligen Entwicklungschef Kenichi Yamamoto, einen verbrauchsarmen Kreiskolbenmotor zu entwickeln, der seine Arbeit in einem Fahrzeug mit äußerst strömungsgünstiger Karosserie verrichten sollte.

Das zu entwickelnde Auto sollte um den Motor herum gebaut werden. Vor allem der Windkanal bestimmte die Linie der Karosserie. Es entstand ein Sportwagen, der die Vorteile des Kreiskolbenmotors durch seine glatte, aerodynamisch günstige Form unterstützte. Der Luftwiderstandsbeiwert des neuen RX-7 lag bei dem für damalige Zeiten beachtlichen Wert von 0,36. Zur Erreichung dieses Cw-Werts wurden vorne elektrisch betriebene Klappscheinwerfer installiert. Hinzu kam eine Verfeinerung der Antriebsquelle selbst, die eine höhere Leistungsausbeute, eine größere Lebensdauer und bessere Verbrauchs- und Emissionswerte mit sich brachte. So wurden zum Beispiel die Brennraumvertiefungen im Rotor statt in der bisher üblichen Trapezform in einer tropfenähnlichen Form ausgebildet. Das und viele andere konstruktive Maßnahmen trugen zu einem besseren Wirkungsgrad und einem drastisch reduzierten Kraftstoffverbrauch bei. Das Abgassystem mit Nachverbrennung brachte so gute Emissionswerte, daß alle Abgastests auf Anhieb bestanden wurden.

Hohe Aufmerksamkeit wurde der Sicherheit gewidmet. So wurden die Front- und Heckpartie als energieaufnehmende Knautschzonen ausgebildet, die Fahrgastzelle selbst bleibt formstabil und entspricht den härtesten damaligen Sicherheitsanforderungen. Bei einem Überschlag sind die Passagiere durch einen in die breite B-Säule integrierten Überrollbügel geschützt. Als Sicherheitspaket kommen im Innenraum Dreipunkt-Automatikgurte und in die Sitze eingearbeitete Kopfstützen hinzu.

Mazda RX-7
Die große Glasklappe im sachlich gezeichneten Heck gewährt einen problemlosen Zugang zum variablen Gepäckabteil

Mit dem 1979 präsentierten Mazda RX-7 stellten die Japaner einen echten Sportwagen auf die Räder. Das begann mit dem platzsparenden, leistungsfähigen Kreiskolbenmotor und der durch den Windkanal bestimmten Karosserieform. Das setzte sich fort in einer idealen Gewichtsverteilung von 51 zu 49 Prozent und einem hochentwickelten Fahrwerk. So hat der RX-7 vorn Einzelradaufhängung mit Federbeinen und Querlenkern, Stabilisator und Zugstreben. Die Hinterachse ist an vier Längslenkern und einem Wattgestänge geführt. Außerdem kommen Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer und ein Querstabilisator zum Einsatz. Dadurch erzielte man eine gute Kurvenstabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten, weil das „Eigenleben" der Hinterachse auf ein Minimum reduziert wird.

Die Lenkung sollte präzise arbeiten, um dem Fahrer eine sichere Beherrschung des Fahrzeuges auch im Grenzbereich zu erlauben. Den Fahrleistungen angepaßt wurde das Bremssystem. Es ist in zwei Kreise unterteilt, hat einen Bremskraftverstärker und innenbelüftete Scheiben vorn sowie außen verrippte Trommeln hinten.

Der kleine positive Lenkroll-Radius sorgt zudem für einen guten Geradeauslauf und ein weiches Abrollen der Vorderräder. Die Leichtmetallfelgen wurden mit einer Größe von 51/2 J x 13 so groß dimensioniert, das Reifen der Größe 185/7O HR 13 aufgezogen werden konnten.

Das Herzstück des Mazda RX-7 ist ein flüssigkeitsgekühlter Zweischeiben-Kreiskolbenmotor, mit einem Kammervolumen von 2 x 573 ccm. Der Motor entwickelt eine Leistung von 105 PS bei 6.000 U/min. Über einen Fallstrom-Doppelregister-Vergaser wird die Maschine mit Kraftstoff versorgt. Die Höchstgeschwindigkeit des 1060 kg schweren Autos liegt bei 190 km/h, von 0-100 km/h beschleunigt der RX-7 in 9,5 sec. Neben der Laufruhe zeichnet sich die Maschine durch ihre besondere Elastizität aus, sie erlaubt eine ruckfreie Beschleunigung im 5. Gang auch bei extrem niedrigen Drehzahlen.

Der Motor ist hinter der Vorderachse platziert und treibt die Hinterräder an. Durch diese Positionierung des Motors wurde eine günstige Gewichtsverteilung erzielt.

In Deutschland wurde der Wagen als 2 + 2-Sitzer angeboten, bei dem die hintere Sitzbank umgeklappt werden kann. Den Heckabschluß bildet eine verglaste Klappe, die sowohl elektrisch vom Cockpit aus, als auch durch das Ein-Schlüssel-System geöffnet werden kann. Die von zwei Gasdruckdämpfern gehaltene Heckklappe öffnet so weit, daß der Kofferraum bequem beladen werden kann.

Mazda RX-7
Die Instrumententafel bietet alle Informationen auf einen Blick. Ein besonderer Akzent ist der Voltmeter, der in den zentral liegenden Drehzahlmesser integriert ist

Schalenförmig ausgebildete Sitze bieten eine gute Seitenführung und eine straffe Oberschenkelauflage. Hebel, Schalter und Armaturen liegen direkt im Blickfeld, drei Uhren informieren den Fahrer über die Motordrehzahl, die Geschwindigkeit und über Kraftstoff und Kühlflüssigkeit. Auf einer Leuchtleiste finden sich Anzeigen zum Öl-, Bremsflüssigkeits- und Kühlflüssigkeitsstand, eingeschaltetes Licht und Heckscheibenheizung sowie Lichtmaschinenzustand. Zudem befindet sich m Innenfeld des Drehzahlmessers ein Voltmeter: Schaltet der Fahrer die Zündung ein, markiert der Zeiger den aktuellen Ladezustand der Batterie. Gelenkt wird mit einem Vierspeichen-Lederlenkrad, geschaltet wird mit einer Fünfgangschaltung, die kurze Schaltwege aufweist.

Der Mazda RX-7 unterscheidet sich von anderen Sportwagen allein schon durch seine Antriebsart. Das macht ihn zum Klassiker und zum Stammvater einer Dynastie von Sportwagen, die im aktuellen RX-8 einen zeitgemäßen Höhepunkt findet.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Mazda )

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