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Aktualisiert am 31.12.2011
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Porsche LMP2: Kunden-Renner

22.06.2005

Porsche LMP2
Roger Penske setzt den LMP2 ab der Saison 2006 in den USA ein

Statt die finanziellen Risiken eines Werkseinsatzes einzugehen, nutzen die Stuttgarter einen bewährten Weg, um wieder in den Rennsport mit den traditionellen Prototypen einzusteigen: Man entwickelte ein Kundenauto, das im ersten Jahr exklusiv einem ausgewählten Partner zur Verfügung steht. Ab dem zweiten Jahr kann es dann auch von anderen Interessenten erworben werden.

Das Feld, das motorsportlich beackert wird, sind natürlich die USA. Der neue LMP2-Rennsportwagen soll unter der Bewerbung von Roger Penske ab 2006 in der American Le Mans Series antreten. Penske und Porsche, das ist seit dem totalen Triumph von Mark Donohue auf dem über 1200 PS leistenden 917/30 in der Can Am-Serie, eine besondere Beziehung.

Der neue Porsche-Rennsportwagen für die Saison 2006, der jetzt in die Erprobung geht, ist ein weniger brutales Kaliber. Der Prototyp ist nach den Spezifikationen des LMP2-Reglements aufgebaut, das ein maximales Gewicht von 750kg vorsieht und Motoren, die entweder als 3,4 Liter-Sauger oder 2 Liter-Turbo ausgelegt sind.

Aussichten auf den Gesamtsieg hat man damit nicht, da die bei den gleichen Rennen antretenden LMP1-Prototypen à la Audi R8 mit einem Kampfgewicht von 950kg, 6 Liter Saugmotoren oder einem 4 Liter Turbo-Aggregat deutlich überlegen sind.

Porsche LMP2
Genau wie in der Formel 1 gleichen sich die Sportprototypen, die nach den aktuellen Regeln aufgebaut sind, bis auf Nuancen.

Die ersten Funktionstestläufe des neuen Prototypen auf der Prüfstrecke des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Porsche in Weissach wurden jetzt erfolgreich abgeschlossen. Damit hat die praktische Erprobung des neuen Rennfahrzeugs, das von der Kohlefaser-Kevlar-Außenhaut über den neuen Motor, das Chassis und die Kraftübertragung bis hin zum Fahrwerk eine komplette Eigenentwicklung von Porsche darstellt, begonnen.

Angetrieben wird der Sportwagen von einem neu entwickelten 90-Grad-V8-Langstrecken-Rennmotor, der mit einem vom Regelement vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer ausgestattet ist und aus 3,4 Litern Hubraum eine Leistung von 480 PS holt. Das Aggregat zeichnet sich durch ein geringes Gewicht sowie einen besonders tief liegenden Schwerpunkt aus. Der Vierventiler verfügt über eine Trockensumpfschmierung und Einzeldrosselklappen.

Das sequentielle Sechsgang-Klauengetriebe mit einer Dreischeiben-Kohlefaser-Kupplung ist als mittragendes Teil in das Chassis integriert und wird über Schalter am Lenkrad betätigt. Wie bereits der Porsche Carrera GT verfügt auch der neue Sport-Prototyp über ein Kohlefaser-Monocoque. An diese hochsteife und leichtgewichtige Struktur sind Doppeldreieckslenker für die vordere und hintere Radaufhängung angelenkt, die mit einstellbaren Federn, Querstabilisatoren und Stoßdämpfern ausgestattet sind. 

Porsche LMP2
Das Layout erinnert von oben an einen Monoposto mit verkleideten Rädern

Die Verzögerung besorgt eine Bremsanlage mit Doppel-Hauptbremszylindern, variabler Bremskraftverteilung und innenbelüfteten Kohlefaser-Scheiben, die an der Vorderachse einen Durchmesser von 380 Millimetern aufweisen und an der Hinterachse 355 Millimeter groß sind. Als fester, von Beginn an mit einbezogener Entwicklungspartner liefert Michelin die Rennreifen für den neuen Prototypen von Porsche.

Das im Reglement vorgesehene Gewicht von 750kg wurde durch ein intelligentes, hoch integriertes Leichtbau-Konzept erreicht. Da der Prototyp später auch im Kundensport zum Einsatz kommen soll, hatten die Entwicklungsingenieure die Vorgabe, auf den umfangreichen Einsatz exotischer und damit sehr teurer Materialien zu verzichten.

Nach der jetzigen Planung wird das Penske-Team das neu entwickelte Fahrzeug zunächst bei zwei Testrennen in der ALMS-Rennsaison 2005 einsetzen: am 1. Oktober beim „Petit Le Mans“-Rennen in Road Atlanta und am 16. Oktober im letzten ALMS-Lauf dieses Jahres in Laguna Seca. In der anschließenden Saison 2006 geht der Rennwagen dann von Beginn an bei sämtlichen Rennen an den Start.

(Text: rr / pt )
(Fotos: Porsche )

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