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Aktualisiert am 31.12.2011
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Festival of Speed: Alte Autos, alte Herren

28.06.2005

Replika des RA272
Eine perfekte Replika des Honda RA272 für die Skulptur vor Goodwood House
Doppelpfeil

Ganz gleich, ob man sich für Fahrzeuge aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, für die Rennsportwagen der Siebziger, für US-Motorsport oder die aktuelle Formel 1 interessiert: Goodwood bietet jedem etwas. Da die Veranstalter bei der Auswahl zudem Wert auf Qualität, Originalität und ein interessante Historie legen, wird ein Besuch des Festival of Speed für Kenner zu einer spannenden Entdeckungsreise. Und die Bandbreite ist so groß, daß damit offensichtlich auch alle die zu begeistern sind, die einfach nur einen schönen Nachmittag erleben wollen. Junge Frauen, gepflegte ältere Damen, Familien mit Kleinkindern und Picknickkorb erfreuen sich gleichfalls an der Atmosphäre des Festival of Speed: ein Publikum das bei Veranstaltungen dieser Art in Deutschland eher selten anzutreffen ist.

In mehr als einhundert Jahren Motorsport finden sich immer genug Themen, um dem Festival of Speed einen passenden Aufhänger zu bieten. So wurde dieses Jahr natürlich Stirling Mossë Sieg auf Mercedes bei der Mille Miglia 1955 besonders gewürdigt. Vor fünfzig Jahren gewann Moss in Rekordzeit die Mille Miglia. Das Jahr 1955 gilt ohnehin als das erfolgreichste des charismatischen britischen Rennfahrers: Neben der schnellsten "Mille" aller Zeiten gewann er mit dem 300 SLR auch die Targa Florio und die TT. Im gleichen Jahr siegte er als erster britischer Pilot überhaupt beim Grand Prix auf der Insel. Der erfolgreiche Monoposto, ein W 196, war auch in Goodwood zu sehen. Der Weltrekordwagen "Blitzen-Benz" von 1910 und der privat gemeldete Siegerwagen des GP von Frankreich 1914 rundeten den Mercedes-Auftritt ab.

Chevy-Small-Block-V8
Der Chevy-Small-Block-V8 kann auf eine besondere Karriere zurückblicken: Vom Truck bis zum Formel-Rennwagen reicht sein Einsatzgebiet
Doppelpfeil

75 Jahre Ferrari-Rennsport sahen als exponiertestes Fahrzeug einen 312PB, mit dem man 1972 die Langstreckenweltmeisterschaft überlegen gewonnen hatte. Dazu gab es Raritäten wie den Ferrari 410 von 1955, der die Panamericana Mexicana des gleichen Jahres bestreiten sollte, aber nicht an den Start ging. Besonders erfolgreich sind BMWs 3er seit 30 Jahren. Mit einem E23 des BMW Junior Teams, einem E30 M3 und dem 320d, mit dem BMW das 24h-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewann, war ein Querschnitt dieser Zeit zu sehen. Porsche brachte zwei Formel-1-Rennwagen von 1960 und 1962 an den Start. Zwei privat gemeldete 917 von 1970 sowie ein 959 von 1983 und ein 962 von 1988 erinnerten an die erfolgreichsten Epochen der Porsche-Sportgeschichte. Audi feierte neben 25 Jahren Quattro-Technik auch den aktuellen Sieg des R8 in Le Mans.

Das Festival of Speed räumt Amerika und seiner einzigartigen Rennszene immer einen besonderen Platz ein. Dieses Jahr feiert der Chevrolet Small Block-V8 seinen 50. Geburtstag. Der meistgebaute Automotor der Welt hat auch im Rennsport erfolgreich Karriere gemacht: Corvette, Camaro, Stock Cars und Formel 5000 nutzten den Motor als Antrieb.

Die gleichfalls anwesende Indy 500-Riege zeigte nicht nur so herausragende Fahrzeuge wie den letzten Chaparral, der 1980 das legendäre Oval-Rennen und die Serie dominierte - die aus den USA eingeflogenen Kurtis-Kraft, Penske und Eagle wurde auch von den alten Indy-Kämpen Rutherford, Al Unser jr. und Arie Luyendyk gefahren.

Es ist ohnehin ein besonderes Markenzeichen von Goodwood, daß man Fahrer mit ihren alten Fahrzeugen zusammenbringt. So nahm Stirling Moss zum erstenmal seit 1961 wieder im allradgetriebenen Ferguson-Climax-Formel 1 Platz, Emerson Fittipaldi fuhr den Lotus 72, mit dem er 1973 Weltmeister wurde und John Surtess gab dem Honda RA300 die Sporen, mit dem er 1967 den Grand Prix von Italien gewann.

Fahrer und Fan schwelgen gemeinsam in Erinnerungen: Gerard Larrouse signiert Bilder
Fahrer und Fan schwelgen gemeinsam in Erinnerungen: Gerard Larrousse signiert Bilder aus seiner langen Karriere
Doppelpfeil

Wer keinen besonderen Geburtstag zu feiern hatte durfte trotzdem kommen. 40 Jahre Honda im Automobilrennsport waren Grund genug, die große Skulptur vor Goodwood House mit Formel-Rennern aus der Renngeschichte der Japaner zu bestücken. Sechs Monoposti schaukelten als Mobile über den Köpfen der Zuschauer. Die zwei ältesten der montierten Fahrzeuge waren perfekte Replika. Deshalb konnte man den Original-RA272, mit dem Richie Ginther den ersten Honda-Formel-1-Sieg errang, auf der Strecke sehen.

Ein besonderer Höhepunkt für die englischen Besucher war der Napier, der 1905 das Gordon-Bennett-Rennen von Wien nach Paris gewann. Dieser Erfolg begründete nicht nur die herausragende Stellung englischer Firmen im Motorsport, der grüne Lack des Siegerfahrzeugs wurde zum Symbol englischer Rennwagen. "Britisch Racing Green" als nationale Farbe war geboren und zierte in verschiedenen Schattierungen alle Rennfahrzeuge von der Insel, bis Colin Chapman ab 1968 seinen Lotus 49 in Sponserfarben lackierte.

Motorsport hat in England eine andere, volkstümliche Bedeutung. Die englischen Teilnehmer nehmen das Festival of Speed beim Wort und treiben auch Vorkriegstechnik, im Kampf um die Sekunden am Berg, im Drift um die Kurven. Man kann natürlich befremdet sein, daß technisches Kulturgut auf diese Weise gefährdet wird, aber der besondere Reiz eines Rennwagens zeigt sich eben erst dann, wenn er wettbewerbsmäßig bewegt wird. Die Arbeit des Fahrers im Grenzbereich, die Dynamik des Fahrzeugs sowie die Geräuchkulisse lassen dann das Geschehen auf der Strecke authentisch werden.

Picknick
Picknick ist die liebste Freizeitbeschäftigung der Engländer
Doppelpfeil

Die französischen Farben vertrat Renaults Formel-1-Team mit dem aktuellen R24. Zusätzlich hatte der Konzern aus Billancourt auch den ersten Turbo-Formel 1 RS01 von 1977 dabei. Besonders interessant waren auch Le Mans-Teilnehmer wie der Alpine Renault A220 von 1969 oder ein Kompressor-CD-Panhard SP 66 von 1964. Geradezu sensationell war aber der Autritt des Matra-Museums: Nicht weniger als sechs Formel- und Sportwagen fanden den Weg auf die Strecke. Die Matras glänzten mit einer ganz besonderen Patina. Offensichtlich wurden sie direkt nach ihrem letzten Renneinsatz ins Museum gestellt – ihr originaler Zustand bildete einen spannenden Kontrast zu einigen überrestaurierten Exponaten, die auch im Paddock zu sehen waren. Improvisation war in den Siebziger Jahren üblich in den Rennabteilungen: die Optik wurde nur so weit optimiert, wie es für die Sponsoren erforderlich war. Der blasse Lack, die kleinen Kratzer und Dellen, die Gummi-Spannbänder aus der Campingabteilung, mit der die Airbox notdürftig befestigt war, erzählen Geschichten aus einer Zeit, als der Motorsport noch nicht durchkommerzialisiert war.

Für Historiker besonders interessant war der MS650 von 1969. Hierbei handelte es sich um das Einsatzfahrzeug der Tour de France aus dem gleichen Jahr. Da bei dieser Langstreckenveranstaltung die Verbindungsetappen zwischen den Rundstrecken und Bergrennstrecken auf der eigenen Achse zurückgelegt werden mussten, wurde der Wagen entsprechend präpariert. Für den Navigator ist ein zweiter Sitz mit passenden Windschutz eingebaut, ein Tachometer, der bis 320km/h reicht und elektrische Zusatzlüfter an den vorderen Kühlern machten den Wagen fit für den Feierabendverkehr in den französischen Kleinstädten Ende der Sechziger Jahre.

Auch wer sich nicht für alte Rennfahrzeuge interessiert, bekam genug geboten. Eine Sonderausstellung auf den Cricket Field zeigte Luxus-Limousinen aus den Jahren zwischen 1954 und 1981, darunter so seltene Stücke wie einen Vanden Plas Type R, einen Facel Vegal Excellence oder einen Daimler Majestic Major.

Goodwood ist ein Mekka der Automobil-Geschichte und das sehen die inzwischen über 150.000 Besucher auch so. Deshalb gibt es seit zwei Jahren die Eintrittskarten nur noch im Vorverkauf. Wer das grandiose Spektakel im nächsten Jahr gerne selbst sehen möchte, dem kann nur empfohlen werden, die Karten rechtzeitig zu buchen.

1899 Panhard&Levassor 16PS 1904 Napier Gordon Bennett 80 HP 1905 Darracq 200PS
1899 Panhard Levassor: 16PS und zwei Personen, da wird selbst der H¸gel in Goodwood zur Herausforderung
Doppelpfeil
1904 Napier Gordon Bennett 80 HP: Der Begr¸nder des Britisch Racing Greens
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1905 Darracq 200PS: V8, 200PS, kein Getriebe – Für vier Jahre das Maß aller Dinge, wenn es um Geschwindigkeitsrekorde ging
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1910 Benz 200 Blitzen-Benz 1914 Mercedes Grand Prix 1914 Rolls-Royce Ghost 40/50HP
1910 Benz 200 Blitzen-Benz: 228,2 km/h, ein Rekord der bis 1919hält
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1914 Mercedes Grand Prix: Sieg am Vorabend des 1. Weltkriegs
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1914 Rolls-Royce Ghost 40/50HP: Pflegefall
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1951 Alfa Romeo Tip 159 Alfetta 1935 Bugatti 35B 1950 BRM P15 V16
1951 Alfa Romeo Tip 159 Alfetta: Auch die Werkzeuge sind original
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1935 Bugatti 35B: dieses Modell ist das letzte der Baureihe, die Aluminiumräder in den Automobilbau einführte
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1950 BRM P15 V16: 1,5 Liter Hubraum, verteilt auf 16 Zylinder
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1954 Mercedes-Benz W1961 1954 Lancia D50a 1961 Ferguson Climax Project99
1954 Mercedes-Benz W196: Neubeginn und Ende, der letzte Formel-1-Rennwagen von Mercedes
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1954 Lancia D50a: Nur eine Replika, aber aus Originalteilen gebaut
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1961 Ferguson Climax Project 99: Lange vor den Audi Quattros gab es schon Allradantrieb im Motorsport
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1955 Chevrolet Bel Air Cabriolet Chevy Small Block V8 Lola T222 Big BLock
1955 Chevrolet Bel Air Cabriolet: V8 als Pace Car für Vierzylinderrennwagen
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Der Chevy Small Block V8 ist der erfolgreichste Motor der Welt: 90 Millionen Exemplare treiben alles an – vom Light Truck bis zum Formel-Rennwagen
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Das amerikanische Motto heißt "Größer ist besser". Big Block im Lola T222 CanAm-Rennwagen
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1959 Bocar-Chevrolet XP-5 1967 Holman-Moody-Ford Honker II 1955 Kurtis Kraft Offenhauser 500D
1959 Bocar-Chevrolet XP-5: für die Strasse wie für die Rennstrecke gedacht. Bod Carnes baute etwa 60 dieser Sportwagen
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1967 Holman-Moody-Ford Honker II: Ford GT40-Teile und Größen wie Len Bailey, Paul Newman und Mario Andretti reichten nicht für einen Erfolg in der CanAm. Aber schön ist er ...
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1955 Kurtis Kraft Offenhauser 500D: Ein Vierzylinder-Roadster aus den Hallen des damals größten Hersteller von Rennfahrzeugen
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>1955 Taraschi Giaur 750 Sport 1965 Toyota 800 Sport F¸nf Jahrzehnte Indy500
1955 Taraschi Giaur 750 Sport: Als Fiat noch eine gute Plattform für Sportwagen war, baute jede zweite Garage in Italien darauf einen Mille-Miglia-Rennwagen für die kleine Klasse auf.
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1965 Toyota 800 Sport: die optische Nähe zum S2000 reichte nicht zum Erfolg, der Zweizylindermotor war zu schwach und zu rauh
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Fünf Jahrzehnte Indy 500 Seite an Seite
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1959 Facel Vega Excellence 1960 Armstrong Siddeley Start Sapphire 1960 Daimler Majestic Major
1959 Facel Vega Excellence: Franz–sisch-amerikanische Symbiose im Luxussegment
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1960 Armstrong Siddeley Start Sapphire: Very british indeed
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1960 Daimler Majestic Major: Stil ist keine Frage der Gr–þe
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1967 Alfa Romeo Tipo 33-2 1968 Alpine Renault A220 1969 Piper GTR
1967 Alfa Romeo Tipo 33-2: noch gilt im Sportwagenbau nicht, das die Form der Funktion zu folgen hat. Schönheit geht vor
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1968 Alpine Renault A220: ein 3 Liter-V8 wurde aus zwei Gordini-Vierzylindern zusammengestückelt, der Erfolg blieb aus
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1969 Piper GTR: Als beim Training für Le Mans die Heckhaube wegflog, ging damit auch die Starterlaubnis verloren.
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1960 Porsche 718 1962 Porsche 804 1966 Brabham-Honda BT18:
1960 Porsche 718: Ohne technische Änderungen vom Formel 2 zum Formel 1 mutiert
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1962 Porsche 804: Dem Achtzylinder gelang Porsches einziger Formel-1-Sieg in einem WM-Lauf durch Dan Gurney in Rouen
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1966 Brabham-Honda BT18: elf Siege in Folge in der europäischen Formel-2-Serie
Doppelpfeil
 
@@bild1-tite1 1969 Matra MS650 1972 Matra MS120
1968 Matra MS 630: schon der zweite Sportwagen von Matra, nun mit einem eigenen Motor statt der vorher verwendeten BRM- und Cosworth-Aggregate, war sehr konkurrenzfähig
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1969 Matra MS 650: Der ultimative Traum - mit einem Rennsportwagen legal durch Frankreich fahren
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1972 Matra MS 120 D: Chris Amon hätte den Sieg in Clermont-Ferrand verdient gehabt ...
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1972 Ferrari 312PB Brian Redman 1980 Chaparrel-Cosworth
1972 Ferrari 312 PB: Formel-1-Technik mit einer zweisitzigen Karosserie gepaart
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Brian Redman und der Ferrari 312PB: Passt noch, auch nach 33 Jahren
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1980 Chaparral-Cosworth: Aufhören, wenn es am schönsten ist - mit einem Sieg bei den Indy 500 endet die Chaparral-Geschichte
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1965 Honda RA272 1965 Honda RA272 1998 Toyota TS020 GT One
1965 Honda RA 272: ein Nachtgewand nach Christo-Art
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1965 Honda RA 272: Spaghetti Nipponese
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1998 Toyota TS020 GT One: Das Kölner Team verpasst den Le Mans-Sieg nur knapp
Doppelpfeil
 

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach )

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