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2000km durch Deutschland: Szenetreffen
19.07.2005
Die "2000km durch Deutschland" sind inzwischen eine feste Einrichtung im deutschen Oldtimer-Veranstaltungskalender. Dabei hat sich die Auftaktveranstaltung, die am Samstag vor dem Beginn der Rundfahrt in Mönchengladbach stattfindet, zu einem lokalen Szenetreff entwickelt. Neben den rund 170 Teilnehmern der Tour treffen sich traditionell mehrere hundert Freunde klassischer Fahrzeuge um dem Prolog einen interessanten Rahmen zu geben. Der Wülfrather Schlosspark erwies sich als gute Wahl, das ruhige grüne Ambiente wurde besonders den Vorkriegsfahrzeugen gerecht, es war reichlich Platz für die zahlreichen Gast-Oldtimer vorhanden und das Wetter spielte auch mit, endlich einmal eine Auftaktveranstaltung ohne Regenschauer.
Die Spannweite der Rundfahrtteilnehmer ist breit, das älteste Fahrzeug ist ein Ford A Phaeton aus dem Jahr 1929, das neueste ein gerade erst mit einem H-Kennzeichen geadelter Mercedes 450 SLC 5,0 von 1975. Insgesamt ist das Feld wohltuend weit weg von den üblichen Oldtimer-Klischees, es bietet eine interessante Mischung aus Luxus und Alltag, ein Goggo-Transporter vertritt wie schon im vergangenen Jahr die Kleinwagenszene, die Oberklasse ist mit Horch und Rolls Royce vertreten. Die Masse der Teilnehmer sind deutsche Mittelklasse- und kleine Sportwagen. Das ist viel interessanter als wieder einmal eine Phalanx von 300SL Flügeltürern gezeigt zu bekommen. Opel, einer der Hauptsponsoren der diesjährigen Veranstaltung, hat offensichtlich seinen Fundus geplündert, insgesamt 11 Kapitäne der Jahrgänge 1950 bis 1964 dokumentieren die Zeit, in der die Rüsselsheimer eine bedeutende Rolle als Oberklassenanbieter spielten. Ein Diplomat B 2,5E mit einer Kabriolett-Karosserie von Fisore dokumentiert den Höhepunkt und das Ende der Luxuslimousinen bei Opel. Neben Opel waren auch Volkswagen und BMW mit Fahrzeugen aus dem Museumsfundus vertreten. BMW nimmt sich offensichtlich nun auch der Traditionspflege der englischen Marken, die ihnen durch das Rover- und Mini-Engagement zugefallen sind, an, denn eines der gemeldeten Autos ist ein Morris Minor. Unter den teilnehmenden US-Fahrzeugen sind nicht nur Chrommonster der späten Fünfziger, sondern auch ein ein Buick Eight von 1938 und ein Plymouth P 10 De Luxe Sedan 6 von 1940 vertreten.
Das Treffen rund um die Prolog-Veranstaltung ist von ganz besonderer Qualität, da man bei den Parkplatz-Anweisern den Begriff Oldtimer offensichtlich nicht zu eng faßt. Die lokale Szene ist zahlreich und engagiert vertreten. Das Hückelhofer Opel-Museum zeigte einen wunderschönen Blitz-Bus aus den frühen Fünfziger Jahren, das Rosengard-Museum einen kleinen Roadster. Die Borgward-Palette umfasste Vorkriegshansa, Tempo Dreirad, natürlich einige Isabella, den kleinen Lloyd, die großen Limousinen der Nachkriegszeit und einen LP300 Bus. Dazu kommen die Überraschungen: ein Stoewer Arkona mit Glaser-Aufbau, ein Mercedes-Benz Ponton Kombi, ein Hudson Terraplane von 1937, Opel Olympia Rekord Caravan und Kastenwagen und natürlich all die Porsche, Mercedes und BMW, die auf solchen Veranstaltungen immer vertreten sind. Selbst aus dem nahen Belgien und den Niederlanden waren einige sehenswerte Fahrzeuge gekommen. Der unrestaurierte belgische Bugatti 35 mit all seiner Patina war umlagerter Anziehungspunkt. Die Preisgestaltung macht den Auftakt besonders familienfreundlich: Der Eintritt ist kostenlos, die Parkplätze sind gebührenfrei.
(Text: Dieter Roßbach )
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