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Aktualisiert am 31.12.2011
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40 Jahre Opel Diplomat V8 Coupé: Deutsch-amerikanische Freundschaft

08.08.2005

Opel Diplomat V8 Coupé
Die aktuelle US-Mode formt ein typisches Hardtop-Coupé, das Record A Coupé nimmt die Idee später noch einmal auf
Doppelpfeil

Es gab Zeiten, da lieferte Mercedes als maximale Motorisierung im PKW einen Reihensechszylinder mit 3 Liter Hubraum, Audi hatte nur Vierzylinder im Programm und BMWs größter war der zugekaufte GLAS 3000 V8. Richtig große Autos mit üppiger Motorisierung konnte nur ein deutscher Hersteller liefern: Opel.

Die Tradition der Rüsselsheimer im Segment der Oberklasse-Fahrzeuge war lang. Schon in den Dreißiger Jahren lieferte man unter den Namen Kapitän und Admiral Luxusfahrzeuge und der Vorgänger der ersten KAD-Reihe, war meistverkauftes Modell seiner Klasse im Deutschland. Mit der Erneuerung der Baureihe weitete Opel das Lieferprogramm aus. Die Modelle Admiral und Diplomat ergänzten den Kapitän um luxuriösere und stärker motorisierte Varianten. Optisch nahm man Designtrends der aktuellen Chevrolet-Reihen auf. Der Diplomat war mit seinem 4638 ccm großen V8-Motor aus dem GM-Regal mit 190 PS Leistung, seiner Powerglide-Automatik und der Höchstgeschwindigkeit von 210km/h die größte und schnellste Limousine deutscher Fertigung.

Opels Erfolg in der Oberklasse setzte sich mit der ersten KAD-Reihe fort, rund 100000 Fahrzeuge wurden insgesamt produziert, und Erfolg macht mutig. Auf der Suche nach noch mehr Prestige und Exklusivität landeten die Opel-Strategen beim Coupé.

Da große Stückzahlen nicht zu erwarten waren, suchte Opel einen Partner für die Entwicklung und Fertigung und fand ihn bei Karmann, wo man mit Kleinserien und dem Sonderfahrzeugbau reichlich Erfahrung hat.

Opel Diplomat V8 Coupé
Die Gemütlichkeit der Sechziger: Bandtacho, Echtholz, breite Ledersessel ohne Seitenhalt
Doppelpfeil

Im Dezember 1964 wurde das Ergebnis dieser Kooperation vorgestellt. Auf einem verkürzten Fahrgestell der KAD-Serie hatte man eine elegante pfostenlose Coupé-Karosserie gesetzt. Der Zweitürer besitzt hydraulische Lenk- und Bremshilfen, Scheibenbremsen und Nebelscheinwerfer. Im Innenraum dominieren tiefe Teppiche, üppige Polster, Echtholzeinlagen sowie ein Bandtacho, der bis 250 km/h reicht. Elektrische Fensterheber, von innen verstellbare Außenspiegel und Fußraumleuchten im Fond sind zu dieser Zeit echte Luxusmerkmale. Um das viersitzige Coupe auch technisch von der Limousine abzusetzen, spendierte Opel seinem Topmodell das Triebwerk aus der aktuellen Corvette. Mit 5,4 Litern Hubraum und 230 PS erreicht der 1610kg schwere Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h und beschleunigt im Zusammenspiel mit der "Powerglide"-Zweigangautomatik und 427 Nm Drehmoment in unter 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Grundpreis betrug 25500.- DM, rund viermal soviel, wie der günstigste Opel Rekord kostete. Die Auslieferung begann im März 1965, 347 Exemplare wurden bis zur Einstellung der Produktion im Frühjahr 1965 gebaut.

Ein besonderes Exemplar dieser Kleinserie zeigt Karmann auf der IAA 1965 in Frankfurt: Die Studie eines Diplomat Cabriolets, eine edle Lederausstattung und ein elektrisches Verdeck sind Mitte der Sechziger nahe an der Dekadenz. Wie das Coupe, auf dem sie aufbaut, hat auch die offene Variante wieder Corvette-Technik unter der Haube. Sie wird ein Einzelstück bleiben.

Mit der Produktionseinstellung der KAD-A-Serie ist die Geschichte der großen Coupés bei Opel aber noch nicht zu Ende, Pietro Frua entwirft 1969 auf Basis des Admiral B ein Diplomat B Coupé Spezial und baut den im Opel Designzentrum gestalteten CD, der schließlich zum Bitter CD führt.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Opel AG )

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