Prova Logo
 
Inhalt
Magazin
Neues aus der Industrie
Neue Bücher
Nissan PIVO3
Audi R8 LMS ultra
Mercedes 190 E Evo II
Ford GT90
Renault 5
Alpine A 106
BMW i3 Concept
Land Rover DC100 Sport
Cadillac Ciel
e-Opel
Citroën Tubik
smart fortwo electric drive
Lister Monzanapolis
Chevrolet Miray Concept
Hispano Suiza Xenia
Fahrberichte
Lancia Thema
Mercedes Benz B 200
Fiat Freemont
Lexus CT200h
Ford Galaxy Titanium
Kultur : Unterwegs
Art und Cars bei Mercedes
Porsche Sonderausstellung
Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Maybach Zeppelin DS8: Einfach das Beste

28.09.2005

Maybach Zeppelin
Der Maybach Typ „Zeppelin“ wurde in zahlreichen Varianten von 1930 bis 1937 gebaut. Dieser "Zeppelin" DS8 mit Spohn-Karosserie aus dem Jahr 1938 war gern gesehener Gast beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2005

Wilhelm Maybach, Konstrukteur des „Mercedes“, dem ersten „richtigen“ Auto, verlässt 1907 die Daimler-Motoren-Gesellschaft, der er bis dahin als technischer Direktor vorgestanden hatte. Zusammen mit seinem Sohn Karl entwickelt er nun auf eigene Rechnung Motoren, die vor allem die damals aufkommenden Luftschiffe antreiben sollen. Er nimmt Verbindung mit dem Grafen Zeppelin auf, überzeugt ihn von seinen Aggregaten und gründet zusammen mit ihm 1909 die „Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH“ in Bissingen bei Stuttgart, deren technischer Direktor sein Sohn Karl wird.

1912 siedelt sich die Firma in Friedrichshafen direkt neben den Luftschiffbau des Grafen Zeppelin an. Ab 1920 übernimmt Karl Maybach das Unternehmen, das über Jahrzehnte hinweg Benzin- und Dieselmotoren sowie Getriebe höchster Qualität und Fortschrittlichkeit hervorbringt. Aber nicht nur Motoren für Flugschiffe entstehen – Maybach hat den Ehrgeiz, das beste und perfekteste Automobil deutscher Produktion zu bauen.

Nach 1921 beginnt Karl Maybach in Friedrichshafen mit dem Bau eigener Automobile, wobei nur die Rahmen, Fahrwerk, Motor, Getriebe, Kühler, Spritzwand und Aggregate fahrbereit zusammengebaut werden. Für die Aufbauten sind Karosseriebauer zuständig, die sich ihrerseits exakt den Wünschen der Kunden anpassen. Spohn in Ravensburg, Gläser in Dresden, Auer in Stuttgart, Neuss und Erdmann & Rossi in Berlin sind die bevorzugten Ansprechpartner für die Bekleidung der luxuriösen Coupes, Roadster oder Limousinen.

Maybach Zeppelin
Beste mechanische Qualität sowie eine perfekte Ausstattung machten den Maybach zu einem der begehrenswertesten Automobile der dreissiger Jahre

Ein Prospekt der Zeit gibt Auskunft über die Entstehung des Namens Zeppelin für die Spitzentypen der Marke Maybach: "Die Typenbezeichnung „Zeppelin“ wurde gewählt, um auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, dass der Zwölfzylinder-Maybach auf Grund der Erfahrung mit den Maybach-Zeppelin-Luftschiffmotoren konstruiert ist. Ein Name als Symbol für die Grundsätze, nach denen Maybach-Wagen gebaut werden: Nur Bestes aus Bestem zu schaffen, von dauerndem Wert, in höchster Vollendungsform neuen Entstehens. … Als Verkörperung des hochwertigen Reise- und Repräsentationswagens – wie als rassiger Typ für den passionierten Sportsmann – ist der „Maybach-Zeppelin“ das Automobil letzter Wunscherfüllung mit ausgeprägtem Charakter von vornehmster Eleganz und Kraft."

Ein Maybach Zeppelin DS 8, Baujahr 1932, Chassis-Nummer 1387, heute im Besitz des Mercedes-Benz Museums, verkörpert diesen Anspruch von Luxus und Eleganz. Sein von der Firma Spohn in Ravensburg maßgeschneiderter Aufbau, ein viertüriges, sechs- bis siebensitziges Cabriolet mit viel Platz in den bequemen Ledersesseln, ist vollständig restauriert. Der 8-Liter-V12-Motor mit der Nummer 25041 besticht durch die souveräne Leistungsentfaltung seiner 200 PS bei höchstens 3200 Umdrehungen und ist ein Vorbild an Geschmeidigkeit und dabei 170 Stundenkilometer schnell.

Der Maybach Typ „Zeppelin“ ist eines der berühmtesten Vertreter der Luxus-Automobile aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Seine Fahreigenschaften überzeugen noch heute. Der lange Radstand von 3735 Millimetern und das hohe Gewicht lassen den Wagen mit den an langen Halbelliptikfedern aufgehängten Starrachsen leichtfüßig dahingleiten. Für zusätzlichen Komfort sorgen hydraulische, doppelt wirkende Stoßdämpfer. Zum Anfahren wird zwar noch die Kupplung benötigt, ansonsten bedient der Fahrer nur zwei kleine Hebel in der Lenkradmitte, um die vier Gänge des Planetenrad-Getriebes zu schalten. Leerlauf, 1a-Gang oder Rückwärtsgang werden mit dem Vorwahl-Handhebel in der Wagenmitte eingelegt.

Maybach Zeppelin
Der 8-Liter-V12-Motor überzeugt auch heute noch mit seinen mechanischen Qualitäten und seiner souveränen Leistungsentfaltung

Vollsynchronisierte Getriebe, wie sie heute selbstverständlich sind, waren noch zu Beginn der dreißiger Jahre weitgehend unbekannt. Geschaltet wurde mit Doppelkuppeln beim Heraufschalten und Zwischengas beim Herunterschalten. Diese für manche Autofahrer nur schwer zu erlernende Technik wollte Maybach seinen Kunden ersparen und entwickelte daher ein sehr kompaktes Getriebe, dessen schräg geschliffene Zahnräder ständig im Eingriff waren. Geschaltet wurde ohne Kuppeln, außer beim Anfahren, beim Halten oder Rückwärtsfahren. Dazu gab es eine Schraubenlenkung, die, ohne Servohilfe, im Verhältnis zu den reichlich drei Tonnen Gewicht recht leichtgängig ist. Die via Seilzug betätigten riesigen Trommelbremsen verzögern dank eines ausgeklügelten Hebelsystems gleichmäßig. Der Kraftaufwand zu ihrer Bedienung ist durch die Unterdruck-Servounterstützung vergleichsweise gering.

Kilometerzähler, Geschwindigkeitsmesser, Benzinuhr für den 135-Liter-Tank, 8-Tage-Uhr, Kühlwasser-Temperaturanzeige, Ölmanometer, Vakuummeter zur Servobremse, Anlass-Einspritzvorrichtung, Anlass-Druckknopf, Handgas- und Starterklappenbetätigung, Instrumenten-Beleuchtung komplettierten die Ausstattung. Zusätzlich gab es zwei Reserveräder, Bosch-Horn, Scheinwerfer, Stopp- und Rückfahrlicht, Schlusslampe, vier eingebaute Wagenheber sowie einen kleinen Kompressor zum Aufpumpen der Reifen.

Bei der Luxusmarke Maybach hatten die Käufer nahezu alle Wahlmöglichkeiten, um ihr Fahrzeug ihren individuellen Ansprüchen und ihrem persönlichen Stil gemäß anfertigen zu lassen. Dank ihrer herausragenden Technik, der geschmeidigen Motoren und der den Kundenwünschen entsprechenden hochwertigen Aufbauten als Limousinen, als voluminöse Pullmans, als zwei- bis siebensitzige Coupés, Cabrios und Roadster, etablieren sich die exklusiven Maybach-Wagen sehr schnell auf dem Weltmarkt und werden als gleichwertige Konkurrenten zum „Großen Mercedes“, zu Rolls-Royce, Bentley oder Isotta-Fraschini betrachtet.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach, Maybach )

Verwandte Themen:

Pfeil  Maybach Exelero: Dunkle Materie - 2005

Pfeil  Karl Maybach: Seine Motoren und Automobile - 2004

Pfeil  Günter Engelen (Hrsg.): Das Maybach-Mosaik - 2004

Pfeil  Delius Klasing Verlag: Der Weg zur Legende / Der neue Maybach - 2002

Zurück zur Startseite

Prova Gesamtarchiv
Archivsuche
ausführen Hilfe
Termine
Impressum / Kontakt
 Anzeigen
Anzeige Porsche 804-Buch
Anzeige Porsche 908-Buch
Anzeige Porsche 917-Buch
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de