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Aktualisiert am 31.12.2011
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33. AvD Oldtimer Grand Prix 2005: Showtime

20.08.2005

Sportwagen-Masters
Chevron B8, Chevron B16 und Lola T70 rangeln kurz nach dem Start zum "World Sportscar Masters"-Rennen um die Plätze
Doppelpfeil

Zum 33. Avd-Oldtimer-Grand Prix, der vom 12. bis zum 14. August auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, bot die Eifel alles auf, was sie an Wetterkapriolen zu bieten hat. Nieselregen, Sonnenschein und sintflutartige Niederschläge machten Deutschlands renomierteste Oldtimerveranstaltung zu einer Herausforderung für die Fahrer. Vor allem die Piloten der PS-starken und fahrerisch anspruchsvollen Formel 1-Wettbewerbe und des Orwell-Supercups mussten sich mit zum Teil widrigen Verhältnissen auseinander setzen, boten aber, zumindest an der Spitze des Feldes, hervorragenden Sport.

Nachdem Samstags, beim Rennen der Formel 1-Fahrzeuge aus der Zeit von 1966 bis 1977, gute Bedingungen herrschten, konnte Chris Perkins auf Surtees TS 16 einen souveränen Start-Zielsieg vor Peter Williams auf March 761 erringen. Sonntags jedoch entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nachdem das Feld in strömenden Regen gestartet war, lieferten sich die Piloten auf der abtrocknenden Piste ein immer schneller werdendes Rennen, das von Führungswechseln und einer Reihe von Ausfällen geprägt war. Gewinner war der Spanier Joaquin Folch-Rusinol auf McLaren M23 von 1974, der in der letzten Runde die Spitze eroberte. Auf dem zweiten Platz lief der superschnelle und lange Zeit führende Chris Perkins ein, während Peter Williams auf March 761 den dritten Podestplatz holen konnte.

Auch die CanAm-Renner der Supersport-Serie, Hubraum-Riesen mit bis zu 8,8 Liter großen Motoren, 800 PS Leistung und einer beeindruckenden Geräusch-Kulisse, hatten mit dem nassen Kurs zu kämpfen. Während Samstags die starken, von Chevy-Motoren angetriebenen McLaren, Lola und March den Sieg unter sich ausmachten, triumphierte am regnerischen Sonntag Sven Barth mit seinem von einem Zweiliter-Motor angetriebenen Lola T294. Die größte Attraktion im Feld war der Ferrari 712 von 1970, mit dem Chris Amon 1970 in der CanAm-Serie unterwegs war.

Die Sieger des 15. AvD-Historic-Marathon auf der Nordschleife standen bereits am Freitagmorgen fest: Neben Lotus Elan, Porsche 904, Alfa Romeo Giulia, BMW 2002 und Ford Escort gaben hubraumstarke Amerikaner wie Ford Shelby Mustang GT 350 und Chevrolet Corvette den Ton an. Daneben lauerten Limousinen wie Jaguar MK 2 oder Mercedes-Benz 300 SE „Heckflosse“ auf ihre Chance. Auf der Gewinnerseite waren am Ende wieder einmal die Porsche. Obwohl Krahn/Scharmach mit ihrer Corvette das Rennen zwei Stunden lang anführten, gingen nach 19 Runden Michael Eschmann und Paul Hulverscheid auf Porsche 911 ST von 1971 als Sieger durchs Ziel.

Boxengasse
Bunte Bilder. Zwischen den Läufen treffen sich Dino 206 Sp, Porsche 962 und Ferrari 512 BB LM in der Boxengasse
Doppelpfeil

Unter die mehr als 560 Starter mischten sich historische Grand Prix-Fahrzeuge mit Mittelmotor der Jahrgänge 1961 bis 1965, Frontmotor-Formel 1-Rennwagen der Jahre bis 1960, Formel Junior-Renner und die spektakulären Tourenwagen der Deutschen Rennsportmeisterschaft von 1972 bis 1981. Bei deisem Lauf ging der Vizemeister von 1972, Klaus Fritzinger, in einem Datsun 240 Z an den Start, Dieter Tögel brachte den BMW 3.0 CSL an den Nürburgring, mit dem Albrecht Krebs 1975 Dritter im Gesamtklassement wurde und Peter Mücke bewegte den Ex-Stommelen Werks-Ford Capri RS 3,4 von 1974.

Erfreulich war auch das Engagement von Opel: 13 Fahrzeuge hatten die Rüsselsheimer aus der über 100-jährigen Rennsportgeschichte in die Eifel gebracht. Neben dem GP-Wagen von 1913 und dem Ascona A, mit dem Walter Röhrl und Jochen Berger 1974 Rallye-Europameister wurden, gingen der Calibra V6 ITC Siegerwagen von 1994 und der Vectra GTS V8 aus der DTM-Saison 2004 zu Demonstrationsläufen auf die Strecke.

Besondere Attraktion im Fahrerlager waren historische Renntransporter, die in den zeitgenössischen Farben ihrer Teams lackiert waren. Neben einem Leyland in den Farben des "Gold Leaf Team Lotus" faszinierte besonders jener originale Transporter des Tyrrell-Teams, der für zehn Jahre die Mannschaft des Holzhändlers Ken Tyrrell begleitete und mit dem der Rennstall die Monoposti transportierte, mit denen Jackie Stewart 1971 und 1973 zwei WM-Titel erringen konnte. Und auch der Weg über die Parkplätze lohnte sich: hier konnte man Kuriositäten und Juwelen bestaunen. Talbot Solara, Triumph Herald Vitesse Limousine, Opel Rekord Sprint 1900 und MGB RV8 stehen für die Bandbreite der Fahrzeuge, mit denen die Besucher an den Ring kommen und die ihren Teil zum Flair der Veranstaltung beisteuern. Auch sie machen den Besuch des Oldtimer-Grand Prixs zu einem Pflichttermin.

Elfin-Chevrolet March 707-McLaren M8F Ferrari 712-1970
Der Ex-Porsche Designer Harm Lagaay brachte wieder einmal seinen Elfin-Chevrolet zum Ring
Doppelpfeil
March 707 und McLaren M8F im Infight
Doppelpfeil
Der Ferrari 712 CanAm von 1970 wird vom größten jemals gebauten Ferrari-Motor angetrieben
Doppelpfeil
 
Hesketh 308E Wolf WR 1/2, 1977 McLaren M23, 1974
Der Hesketh 308E-Ford kämpfte 1977 um die Formel 1-Weltmeisterschaft
Doppelpfeil
Der Wolf WR 1/2 sorgte 1977 für eine Sensation: das komplett neue Team holte im ersten Rennen den ersten Sieg
Doppelpfeil
Samstags kam Joaquin Folch-Rusinol mit seinem McLaren M23 noch vom Weg ab – Sonntags holte er den Sieg
Doppelpfeil
 
Surtees TS 16 Lotus 72 Maserati, Lotus
Der Surtees TS 16 von Chris Perkins war das schnellste Formel 1-Auto des Wochenendes
Doppelpfeil
Der Lotus 72 von Alistair Morrison pflügte sich Sonntags durch die Gicht
Doppelpfeil
Maserati 250 F und der Lotus 16 dominierten den Lauf der GP-Wagen bis 1960
Doppelpfeil
 
BRM P 261 JWB F1, 1960 Cooper T51
Der Le Mans-Sieger von 1970, Richard Attwood, pilotierte diesen BRM P 261 von 1965
Doppelpfeil
Äußerst selten ist dieser JWB F1 aus dem Jahr 1960, der von dem Italiener Daniele Salodini an den Start gebracht wurde
Doppelpfeil
John Cooper machte nach dem Zweiten Weltkrieg die Mittelmotorbauweise wieder populär: hier ein T51 aus den Jahren 59/60
Doppelpfeil
 
Aston Martin, Marcos Merlyn Mk6A-Ford, 1963 Ford Fairlane, 1964
Aston Martin DB 214 und Marcos 1800 GT kämpfen Rad an Rad auf der Zielgeraden
Doppelpfeil
Dieser hübsche Merlyn Mk6A-Ford wurde 1963 gebaut
Doppelpfeil
Amerikanische Tourenwagen wie dieser Ford Fairlane von 1964 waren zu dieser Zeit in Europa recht häufig im Einsatz
Doppelpfeil
 
Maserati A6GCS, 1952 Ferrari 250 GT SWB Dino 206 Sp, 1966
Der Maserati A6GCS von 1952 atmet noch den Geist der Vorkriegsepoche
Doppelpfeil
Bullige Ferrari-Sportwagen vom Zuschnitt eines 250 GT SWB dominierten das Rennen für GT-Fahrzeuge bis 1965
Doppelpfeil
Schöner kann man einen Sportwagen nicht bauen: Der Dino 206 Sp aus dem Jahr 1966 ist einfach ein Traum
Doppelpfeil
 
Porsche Carrera 6 Lola T70 MkIIIB, 1968 Lola T70, 1967
Der Porsche Carrera 6 ist eine deutsche Sportwagenikone
Doppelpfeil
Der Lola T70 MkIIIB (1968) von Richard Meins gewann bei den World Sportscar Masters
Doppelpfeil
Dieser frühe und seltene Lola T70 aus dem Jahr 1967 war eines der schönsten Autos am Ring
Doppelpfeil
 
Bentley Le Mans, 1927 Ferrari 512 BB LM Parnell MG K3, 1933/36
Der Bentley Le Mans "Old Mothergun" von 1927 bietet 6500 ccm Hubraum auf
Doppelpfeil
Der Ferrari 512 BB LM aus dem Jahr 1980 zeigt offenherzig seine Technik
Doppelpfeil
Ein Parnell MG K3 (1933/36) wird an der Leine ins Fahrerlager geschleppt
Doppelpfeil
 
Renault Spider MGB RV8 Opel GT Diesel
Renaults Spider ist auf dem besten Weg, ein Klassiker zu werden
Doppelpfeil
Selten zu sehen: Ein MGB RV8 mit Rover.3,5 Liter-V8-Motor
Doppelpfeil
Opel brachte sein GT-Diesel-Rekordfahrzeug an den Ring
Doppelpfeil
 
Opel Rekord Sprint 1900 Fiat 128 Abarth Alfa Romeo Alfetta Pickup
Der Opel Rekord Sprint 1900 ist eine absolute Rarität
Doppelpfeil
Fast nicht zu glauben: Ein Fiat 128 Abarth in nahezu neuwertigem Zustand
Doppelpfeil
Geköpft: Ein Alfa Romeo Alfetta Pickup
Doppelpfeil
 
Triumph Vitesse Talbot Solara Alfa Romeo 6
Viel seltener als das Cabrio: Eine Triumph Herald Vitesse Limousine
Doppelpfeil
Sogar für Autos mit dem Charme eines Talbot Solara finden sich Liebhaber
Doppelpfeil
Der Alfa Romeo 6 war auch in seiner italienischen Heimat selten anzutreffen
Doppelpfeil
 

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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