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33. AvD Oldtimer Grand Prix 2005: Showtime
20.08.2005
Zum 33. Avd-Oldtimer-Grand Prix, der vom 12. bis zum 14. August auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, bot die Eifel alles auf, was sie an Wetterkapriolen zu bieten hat. Nieselregen, Sonnenschein und sintflutartige Niederschläge machten Deutschlands renomierteste Oldtimerveranstaltung zu einer Herausforderung für die Fahrer. Vor allem die Piloten der PS-starken und fahrerisch anspruchsvollen Formel 1-Wettbewerbe und des Orwell-Supercups mussten sich mit zum Teil widrigen Verhältnissen auseinander setzen, boten aber, zumindest an der Spitze des Feldes, hervorragenden Sport. Nachdem Samstags, beim Rennen der Formel 1-Fahrzeuge aus der Zeit von 1966 bis 1977, gute Bedingungen herrschten, konnte Chris Perkins auf Surtees TS 16 einen souveränen Start-Zielsieg vor Peter Williams auf March 761 erringen. Sonntags jedoch entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nachdem das Feld in strömenden Regen gestartet war, lieferten sich die Piloten auf der abtrocknenden Piste ein immer schneller werdendes Rennen, das von Führungswechseln und einer Reihe von Ausfällen geprägt war. Gewinner war der Spanier Joaquin Folch-Rusinol auf McLaren M23 von 1974, der in der letzten Runde die Spitze eroberte. Auf dem zweiten Platz lief der superschnelle und lange Zeit führende Chris Perkins ein, während Peter Williams auf March 761 den dritten Podestplatz holen konnte. Auch die CanAm-Renner der Supersport-Serie, Hubraum-Riesen mit bis zu 8,8 Liter großen Motoren, 800 PS Leistung und einer beeindruckenden Geräusch-Kulisse, hatten mit dem nassen Kurs zu kämpfen. Während Samstags die starken, von Chevy-Motoren angetriebenen McLaren, Lola und March den Sieg unter sich ausmachten, triumphierte am regnerischen Sonntag Sven Barth mit seinem von einem Zweiliter-Motor angetriebenen Lola T294. Die größte Attraktion im Feld war der Ferrari 712 von 1970, mit dem Chris Amon 1970 in der CanAm-Serie unterwegs war. Die Sieger des 15. AvD-Historic-Marathon auf der Nordschleife standen bereits am Freitagmorgen fest: Neben Lotus Elan, Porsche 904, Alfa Romeo Giulia, BMW 2002 und Ford Escort gaben hubraumstarke Amerikaner wie Ford Shelby Mustang GT 350 und Chevrolet Corvette den Ton an. Daneben lauerten Limousinen wie Jaguar MK 2 oder Mercedes-Benz 300 SE Heckflosse auf ihre Chance. Auf der Gewinnerseite waren am Ende wieder einmal die Porsche. Obwohl Krahn/Scharmach mit ihrer Corvette das Rennen zwei Stunden lang anführten, gingen nach 19 Runden Michael Eschmann und Paul Hulverscheid auf Porsche 911 ST von 1971 als Sieger durchs Ziel.
Unter die mehr als 560 Starter mischten sich historische Grand Prix-Fahrzeuge mit Mittelmotor der Jahrgänge 1961 bis 1965, Frontmotor-Formel 1-Rennwagen der Jahre bis 1960, Formel Junior-Renner und die spektakulären Tourenwagen der Deutschen Rennsportmeisterschaft von 1972 bis 1981. Bei deisem Lauf ging der Vizemeister von 1972, Klaus Fritzinger, in einem Datsun 240 Z an den Start, Dieter Tögel brachte den BMW 3.0 CSL an den Nürburgring, mit dem Albrecht Krebs 1975 Dritter im Gesamtklassement wurde und Peter Mücke bewegte den Ex-Stommelen Werks-Ford Capri RS 3,4 von 1974. Erfreulich war auch das Engagement von Opel: 13 Fahrzeuge hatten die Rüsselsheimer aus der über 100-jährigen Rennsportgeschichte in die Eifel gebracht. Neben dem GP-Wagen von 1913 und dem Ascona A, mit dem Walter Röhrl und Jochen Berger 1974 Rallye-Europameister wurden, gingen der Calibra V6 ITC Siegerwagen von 1994 und der Vectra GTS V8 aus der DTM-Saison 2004 zu Demonstrationsläufen auf die Strecke. Besondere Attraktion im Fahrerlager waren historische Renntransporter, die in den zeitgenössischen Farben ihrer Teams lackiert waren. Neben einem Leyland in den Farben des "Gold Leaf Team Lotus" faszinierte besonders jener originale Transporter des Tyrrell-Teams, der für zehn Jahre die Mannschaft des Holzhändlers Ken Tyrrell begleitete und mit dem der Rennstall die Monoposti transportierte, mit denen Jackie Stewart 1971 und 1973 zwei WM-Titel erringen konnte. Und auch der Weg über die Parkplätze lohnte sich: hier konnte man Kuriositäten und Juwelen bestaunen. Talbot Solara, Triumph Herald Vitesse Limousine, Opel Rekord Sprint 1900 und MGB RV8 stehen für die Bandbreite der Fahrzeuge, mit denen die Besucher an den Ring kommen und die ihren Teil zum Flair der Veranstaltung beisteuern. Auch sie machen den Besuch des Oldtimer-Grand Prixs zu einem Pflichttermin.
(Text: Rainer Roßbach )
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