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Peugeot 204: Löwenbaby mit Frontantrieb
18.12.2005
Seit den Tagen des Peugeot Bébé von 1913 haben Kleinwagen bei Peugeot Tradition. Ein besonderer Vertreter in dieser Linie ist der kleine 204, dessen Serienproduktion Mitte 1965 anläuft. Diese auch in Deutschland populäre Limousine wartet mit einem für die ostfranzösische Marke komplett neuen Antriebskonzept auf: Vorderradantrieb, vorderen Scheibenbremsen, Einzelradaufhängung vorn und hinten sowie die quer eingebaute Antriebseinheit mit 1,1-Liter-Vierzylinder aus Druckgussaluminium, Viergang-Getriebe und Differenzial läutet eine neue Epoche ein. Die Limousine macht eine überzeugende Figur: Die hübsche Karosserie von Pininfarina mit den weichen Linien und den großen ovalen Frontscheinwerfern ist geradezu klassisch. Auch heute noch begegnet man dem kleinen Franzosen, der auch im Innenraum mit schöner Gestaltung, Platz für vier Personen und bequemen Sitzen überzeugt, mit viel Sympathie. Der 204 bietet Zuverlässigkeit und Qualität, so dass im Laufe des Produktzyklus eine Reihe von Derivaten nachgeschoben werden kann.
1966 folgen dann in schneller Reihenfolge Coupé und Cabrio. Beide Varianten bieten nicht die subtile Eleganz der Form wie die Limousine. Im Gegenteil: Das Coupé mit dem niedrigen Dach und der langabfallenden Heckklappe sieht recht improvisiert aus. Trotzdem wird dem 2+2 der wichtigste französische Designpreis, der "Grand Prix de l'Art et de l'Industrie Automobile", verliehen. Und auch das Cabrio, obwohl bei Pininfarina entstanden, kann nicht in dem selben Maß überzeugen wie der Viersitzer. Aber das ist Geschichte, und heute sind beide Varianten zu Recht gesuchte Klassiker, da sie französisches Flair pur ausstrahlen. Das Coupé findet in drei Jahren über 40 000 Liebhaber. In Deutschland ist der Erfolg jedoch nicht besonders groß: Es bleibt genauso wie das Cabrio ein Außenseiter.
Erfolgreicher als die sportlichen Versionen sind der fünftürige Kombi und ein dreitüriger Lieferwagen, der besonders in Frankreich populär ist. Alle Baureihen zusammen lassen Peugeot Ende der sechziger Jahre Erster der französischen Zulassungsstatistik werden. Die Lieferwagen- und Kombivariante des 204, besonders beliebt bei französischen Handwerkern und Bauern, steht aber auch für die ersten Erfolge des Diesel-Motors bei den Kompaktwagen. Im September 1967 wird der erste 1,3-Liter-Diesel aus Leichtmetall im Peugeot 204 Break eingeführt. Der 40 PS leistende Vierzylinder ist damals nicht nur der kleinste Diesel der Welt, er ist auch der erste quer eingebaute Selbstzünder in einem Pkw mit Frontantrieb. Der drehfreudige und sparsame Aluminium-Motor macht den Selbstzünder auch in den kleinen Modellklassen. Und auch im Motorsport macht der 204 eine, wenn auch kleine Karriere, deren spektakulärste Höhepunkte Klassensiege bei der East African Safari Rallye und Einsätze bei den 24 Stunden von Le Mans sind.
(Text: Rainer Roßbach )
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