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BMW 130i: 1er mit Sechs-Appeal
01.09.2005
Die 1er-Reihe von BMW ist eine Erfolgsgeschichte, aber einer Modellreihe ohne einen Reihensechszylinder-Motor ist für viele BMW-Fans nur unvollständig. Besonders, da der Motorraum offensichtlich Platz für ein größeres Triebwerk bietet. Dem, und den Rufen nach einer Hochleistungsvariante, trägt BMW nun mit dem neuen 130i Rechnung. In das kaum veränderte Kleid der Vierzylinder-Varianten hat man den 3-Liter-Motor, der schon im 330i, im 530i und im 630i seine Qualitäten zeigen konnte, eingesetzt und mit weiteren Zutaten eine sehr diskrete Sportversion des kompakten Einstiegsmodells geschaffen. Natürlich erbt der 130i auch alle Vor- und Nachteile des Ausgangsprodukts. Der Platz auf den Rücksitzen bleibt knapp, das Kofferraumvolumen eingeschränkt, aber die Fahrdynamik ist durch die kompakten Fahrzeugmaße, die kurzen Überhänge, den sehr langen Radstand und das in der Klasse einmalige Konzept des Hinterradantriebs aussergewöhnlich. Trotz des größeren Motors liegen auch beim 130i etwa 50% des Fahrzeuggewichts auf der Hinterachse. Der neue Reihensechszylinder ist mit einem Gewicht von nur 161 Kilogramm der weltweit leichteste Motor seiner Klasse.
Die 265 PS haben mit dem vergleichsweise niedrigen Leergewicht von 1450kg leichtes Spiel und durch den Hinterradantrieb hat der 130i auch keine Probleme, die Leistung in Vortrieb umzusetzen. Er benötigt für die Beschleunigung von null auf 100 Kilometer lediglich 6,1 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des BMW 130i wird mit 9,2 Liter je 100 Kilometer angegeben, aber um unter 10 Liter zu bleiben, wird der Fahrer schon sehr charakterstark sein müssen, die Drehfreudigkeit des 3-Liter-Aggregats und seine Charakteristik verleiten zu einer verbrauchsfördernden Fahrweise. Der BMW 130i ist serienmäßig mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe ausgerüstet. Ein Automatikgetriebe oder ein SMG sind nicht lieferbar.
Der BMW 130i ist in der 1er Reihe exklusiv mit der neuesten Variante des DSC ausgestattet. Sie umfasst erweiterte Bremsfunktionen, die vor allem kürzere Anhaltewege ermöglichen und darüber hinaus mit einer gezielten Bremskraftverteilung die Richtungsstabilität bei Verzögerungsmanövern in der Kurve gewährleisten. Außerdem werden bei nasser Witterung die Bremsbeläge in regelmäßigen Abständen leicht an die Bremsscheiben angelegt, um einen "Trockenbremseffekt" zu bewirken und das sonst bei Regen übliche verzögerte Ansprechen zu verhindern. Auch das automatische Voranlegen der Bremsbeläge bei abrupter Gaswegnahme verkürzt die Reaktionszeiten erheblich. Bekannt und in jedes DSC integriert ist die eine ähnliche Wirkung erzielende Vollbremshilfe (DBC). Eine Regelung gegen das Eindrehen in die Kurve beim leichten Bremsen (CBC) und eine elektronische, beladungsabhängige Bremskraftverteilung (EBV) sind weitere Zusatzfunktionen der Fahrstabilitätssysteme DSC und ABS. Die Schlupfregelung (ASC) sorgt für sichere Traktion beim Anfahren auf schwierigem Untergrund. Darüber hinaus verhindert eine weitere Zusatzfunktion des DSC in der neuesten Generation das Zurückrollen des Fahrzeugs an Steigungen. Für den sportlich ambitionierten Fahrer steht innerhalb des DSC ein Modus mit höheren Schlupfschwellen zur Verfügung (DTC). Einen besonderen Beitrag zur Zuverlässigkeit leistet, in Zeiten immer mehr elektronischer Helferlein, die permanente Überwachung des Batteriezustandes. Sobald der Ladesensor der Kontrolleinheit eine Beeinträchtigung der Kapazität erkennt, wird die Leistungsintensität von Verbrauchern, die ausschließlich dem Komfort dienen, reduziert. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die für einen Startvorgang nötige Batteriekapazität nicht unterschritten wird.
Einige Komfortmerkmale heben den kleinen BMW von den bisherigen Modellvarianten ab. So kann der BMW 130i bis zu drei Nutzer anhand ihres persönlichen Schlüssels "erkennen" und wichtige Funktionen automatisch aufrufen. Der Fahrer findet so beim Einstieg den BMW 130i bereits ganz auf seine individuellen Präferenzen eingestellt vor. Im Schlüssel werden automatisch die letzten Einstellungen des Audiosystems (Klang, Lautstärke, Stationstastenbelegung), der Klimaanlage (Temperatur und Luftverteilung) sowie der optionalen Sitze mit elektrischer Verstellung und der Spiegel abgespeichert. Der BMW 130i ist pures Understatement. Kein rot umrandeter Kühlergrill, kein auffälliger Diffusor am Heck deutet auf das Leistungspotential des kleinen Leistungssportlers hin. Nur die serienmäßige Bereifung im 17 Zoll-Format, ein Doppelauspuff mit verchromten Mündungen, titanfarbene Scheinwerferblenden, Nebelscheinwerfer, Shadow-Line-Optik und die verchromten Lamellen der Kühlergrill-Niere unterscheiden den 130i von den Vierzylinder-Varianten. Natürlich läßt sich der BMW 130i mit Dutzenden von Optionen individuell aufrüsten, dazu kommen M-Pakete und die Palette des BMW-Individualprogramms, die Luxus und Grundpreis von 35.000 Euro in die Höhe treiben können. Die Fahrzeug-Konfiguration kann am PC geplant werden, die Orderdaten werden vom Händler direkt per Online-Übertragung ins Produktionswerk gesendet. Zudem können Händler und Kunde jederzeit Online-Auskünfte über den Auftragsstatus einholen. Dabei werden sie auch darüber informiert, wie viele Tage noch bis zur endgültigen Festlegung aller Fahrzeugdetails verbleiben. Bis acht Tage vor Montagebeginn können Änderungswünsche berücksichtigt werden. Sechs Airbags, Euro4 und fünf Sterne im NCAP-Test runden das Bild ab. Und nur echte Puristen warten jetzt noch auf die zweitürige Stufenheck-Limousine als der wahre Nachfolger des 2002 tii.
(Text: Dieter Roßbach )
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