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1000 km Nürburgring: Aufholjagd
06.09.2005
Der Langstreckenklassiker des ADAC bot am 3. und 4. September Motorsport vom Feinsten. Die gute Show beim vierten Lauf zur "Le Mans Endurance Serie" war vor allem Hayanari Shimoda und Tom Chilton auf Zytek 04S zu verdanken, die eine sensationelle Leistung ablieferten. Das Team musste in einem Starterfeld von 22 Prototypen und 26 GT vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Als die karierte Flagge fiel hatte die japanisch-englische Paarung 10,7 Sekunden Vorsprung auf Allan McNish und Stephane Ortelli auf dem Audi R8 des französischen Oreca-Teams. Dritter wurde der schnelle DBA 03S-Judd von Jamie Campbell Walter und Nicolas Minassian. Schon im Training waren die Abstände sehr gering. Sowohl Zytek-Pilot Hayanari Shimoda als auch Minassian auf DBA unterboten mit 1 :44,275 Minuten und 1:44,965 den bestehenden Rundenrekord auf dem 5,1 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs. Danach kam der Schock für Shimoda: Aufgrund technischer Unregelmäßigkeiten wurde der Zytek 04S-Zytek an das Ende des Feldes verbannt. Damit rückte Nicolas Minassian auf die Pole-Position vor. Der Franzose eroberte sofort die Führung, indem er den hervorragend gestarteten Emanuel Collard auf Pescarolo mit einem bravourösen Manöver vor der Mercedes-Arena ausbremste. Allan McNish auf Audi folgte auf dem dritten Platz. Lange hatte es nach einem Zweikampf zwischen Campbell Walter/Minassian und dem starken Pescarolo C60 ausgesehen, die sich vom Start weg ein beinhartes Duell lieferten. Aber niemand hatte mit dem entfesselt fahrenden Shimoda gerechnet: In einer bravourösen Aufholjagd schloss er schnell zum Führungstrio auf.
Schon nach einer Stunde war er Erster, allerdings nur, weil er als Letzter aus der Führungsgruppe zum Boxenstopp hereinkam. Nach dem Service ging die Aufholjagd weiter. Während sich an der Spitze McNish/Ortelli vor Minassian/Campell Walter festsetzten verabschiedeten sich Jean Christian Boullion und Emmanuel Collard auf Pescarolo mit einem Schaden am Diffusor aus der Spitzengruppe das Bauteil konnte an der Box nur provisorisch repariert werden. Eine halbe Stunde vor Rennende startete Shimoda in der NGK-Schikane den Angriff auf den zweitplatzierten Minassian. Beim erstenmal verfehlte er seinen Bremspunkt und rutschte durch das Kiesbett. In der folgenden Runde schob er sich an der gleichen Stelle am DBA des Franzosen vorbei und machte sofort Druck auf den führenden Audi. Allan McNish hatte dem Kampfgeist des Japaners auf Dauer nichts entgegen zu setzen und musste sich zehn Minuten vor Ende des Rennens geschlagen geben. Mit den zwei Siegen in Spa und am Nürburgring hat Shimoda nun 27 Punkte und damit die besten Voraussetzungen, die Fahrerwertung der Serie zu gewinnen. Mit gleichfalls 27 Punkten in Führung liegend kann auch das Zytek-Team optimistisch dem letzten Rennen, das am 12. und 13. November in Istanbul stattfindet, entgegen sehen.
(Text: Rainer Roßbach )
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