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Oldtimergala Schwetzingen: Zur Kür beim Kurfürsten
09.09.2005
Das eine Jahr Pause hat dem Concours dElegance nicht geschadet und auch wenn das Prädikat "europäisch" aus dem Titel verschwunden ist, haben es Johannes Hübner und sein Team geschafft, eine sehr eindrucksvolle Sammlung besonderer Fahrzeuge zusammenzustellen. Die Schlossanlage in Schwetzingen ist für einen Concours bestens geeignet. Der weitläufige barocke Schlosspark bietet Platz für viele Autos und eine wunderschöne Kulisse. 150 Fahrzeuge dokumentierten quer durch die Jahrzehnte und über vier Kontinente die Geschichte des Fahrzeugbaus. Rund ein Drittel der Teilnehmerfahrzeuge kamen aus britischer Produktion, im Jahr des Endes von MG-Rover ein sehr schmerzliches Zeugnis des Niedergangs der Automobilinstrie auf der Insel.
Der fünfzigste Geburtstag von Citroëns Göttin und der Hundertste der Marke Skoda brachten einige bemerkenswerte Fahrzeuge in den Schlossgarten. Neben Henry Chaprons DS Cabriolet und dem hinreißenden LeDandy-Coupé zeigte ein mehrachsiger Autotransporter auf BS21-Basis die Vielseitigkeit des Konzepts. Skodas wechselvolle Geschichte dokumentierte sich in den üppigen Vorkriegs- und den volkstümlichen Nachkriegsfahrzeugen. Außergewöhnlich war auch die Sammlung von insgesamt acht Fahrzeugen aus Carlo Abarths Manufaktur. Der Abarth 1600 Spider Allemano von 1959 wirkt wie die kleine Ausgabe der Ferrari 250 GT, das Abarth 209A Coupé Boano zeigt mit seiner Zweifarbenlackierung in Orange und Antrazit, daß man in den Fünfzigern mehr Mut zur Farbe hatte als heute, wo zehn verschiedene Silberschattierungen im Angebot Viefalt bedeutet und ein helles Rot schon als Wagnis gilt.
Neben den üblichen Concoursteilnehmern aus dem Mercedes-, Porsche-, Rolls-Royce oder Jaguar-Angebot waren einige sehr seltene Exponate zu sehen: Der Pegaso Z102 Coupé Cupola mit einer besonderen Stromlinienkarosserie von Touring wurde von Graf Metternich bei Rekordfahrten und in Le Mans eingesetzt. HMW, bekannt für seine Rennsport-Roadster auf Jaguar-Basis, schuf ein einzigartiges Coupé, das in diesem Jahr in Schwetzingen zu sehen war. Ein weiterer Jaguar-Ableger war der Swallow Doretti Roadster auf Triumph-Basis, dessen Aussenhaut Zitate von Autin Healeys 3000 und ACs ACE zusammenführt. Humber und Armstrong-Siddley, die vier Facel Vega, der Riley RMB und die Siata 8V, gleich als Spider und als Coupé vertreten, werden für manchen Besucher ganz neue Markennamen gewesen sein. Passend zur aktuellen Benzinpreisentwicklung präsentierten sich ein Detroit Electric von 1915 und ein Columbian Electric von 1915 als Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten. Die Probleme sind dabei die gleichen geblieben, damals wie heute scheitern sie an der Reichweite. Opel stellt mit einen perfekt restaurierten Darraq von 1899 das älteste Fahrzeug der Veranstaltung, der dann auch erwartungsgemäß zum Sieger seiner Klasse gekürt wurde. Die jüngsten Fahrzeuge waren der Baur-BMW TC3 von 1987, der am gleichzeitig vorgestellten BMW Z1 scheiterte und mit zum Ende der Firma Baur beigetragen hat, der exzentrische Isdera Spyder 036 sowie ein Alfa Zagato RZ Spider von 1992. Diese zeitliche Bandbreite mag umstritten sein, aber sie sorgt für Frische bei den Exponaten.
(Text: Dieter Roßbach )
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