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Nissan in Tokyo: Vom Pivo bis zum Amenio
11.10.2005
Vier Konzeptstudien präsentiert Nissan auf der 38. Tokyo Motor Show (22. Oktober 6. November): den Elektrostadtwagen Pivo mit komplett drehbarer Kabine, das Sportcoupé Foria, die sechssitzige Großraumlimousine Amenio und einen Nissan NOTE mit von adidas gestaltetem Interieur. Beim Pivo ließ sich der japanische Künstler Takashi Murakami von Comicfiguren aus der TV-Serie Pokemon inspirieren. Kernelement des Pivo ist eine kugelförmige Kabine, die komplett drehbar auf dem Fahrgestell gelagert ist. Wenden oder rückwärts fahren ist nicht mehr nötig. Es reicht, die Kanzel in die gewünschte Richtung zu drehen. Da der Unterbau streng symmetrisch ausgelegt ist, ergibt sich für den Fahrer immer der exakt gleiche Blick nach vorn. Elektrisch betätigte Schiebtüren erleichtern den Zugang zum großzügig verglasten Innenraum. Dort finden neben dem zentral platzierten Fahrersitz zwei Beifahrer auf leicht zurückgesetzten Stühlen Platz. Kameras in den A-Säulen übertragen ihre Bilder auf Bildschirme auf der Innenseite. Weitere Objektive an Bug und Heck fangen die gesamte Umgebung des Pivo ein und setzen diese zu einem 360-Grad-Bild zusammen. Ein mittig angeordneter Infomonitor zeigt dann das Fahrzeug und etwaige Hindernisse aus der Vogelperspektive. Darüber hinaus können das Navigationssystem und die Audioanlage mit einfachen Hand- oder Fingerzeichen gesteuert werden. Ein infrarotbasiertes System erkennt die Bewegungen. Um die Musik lauter zu stellen, reicht es, die Hand nach oben zu bewegen. Angetrieben wird der Pivo von zwei Elektromotoren, die ihre Energie aus einer kompakten Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie beziehen. Jeder Motor verfügt über zwei Ausgangswellen, die unabhängig voneinander aktiviert werden. Da je ein als E-Motor und Generator fungierendes Aggregat an der Vorder- und Hinterachse installiert ist, können alle vier Räder einzeln angesteuert werden.
Die Studie Foria ist als viertüriger 2+2-Sitzer mit Frontmotor, Heckantrieb und Allradlenkung konzipiert. Gegenläufig öffnende Hecktüren á la Mazda RX8 erlauben einen bequemen Einstieg. Die Front wird geprägt durch den in der Mitte heruntergezogenen Kühlergrill und schlitzartige Scheinwerfer. Im Kontrast dazu stehen die in Aluminium gehaltenen A-Säulenverkleidungen, die den Panoramaeffekt der Windschutzscheibe betonen. Eine einzige Lichtkante gliedert die Seitenpartie, während das gerundete Heck mit seinen waagerechten Rückleuchten elegant-sportlich wirkt. Bei der Gestaltung von Schaltern und Instrumenten ließen sich die Interieur-Designer von klassischen Chronographen und mechanischen Kameras inspirieren. Der Instrumententräger, die Mittelkonsole und Teile der Türverkleidungen sind mit dickem Sattelleder überzogen; zusammen mit metallischen Applikationen bildet dies eine geglückte Synthese aus Sportlichkeit und Eleganz. Am Lenkradkranz, an den Rückseiten der Paddle shifts für das sequenzielle Getriebe, am Schaltknauf sowie an einigen anderen Flächen ist Oberflächenstruktur genoppt.
Der NOTE inspired by adidas richtet sich an die so genannte Remix-Generation. Zu den Ikonen des täglichen Lebens dieser Jugendlichen zählen Sportschuhe und Sportkleidung. Die Nissan-Designabteilung entwarf daher für die Tokyo Motor Show gemeinsam mit adidas Japan einen NOTE im Zeichen der drei Streifen. Der schon in der Serienversion verwandlungsfreudige NOTE bietet in der adidas-Version austauschbare Kunststoffpaneelen an Bug und Heck. Der Innenraum ist blau-weiß gestreift: Die am Armaturenträger sowie an den Türtafeln und den Sitzen verwendeten Stoffe und Gummimaterialien entsprechen ganz der aktuellen adidas-Sportwear-Mode. Die Bezüge sind so gestaltet, dass sie jederzeit gegen ein andersfarbiges oder andersstrukturiertes Muster ausgetauscht werden können. Weitere Details hingegen betonen die Funktionalität: Die für kleine Gegenstände geeigneten Ablagen am Instrumententräger sind mit Netzen versehen, der Deckel des Handschuhfachs wird einfach per Reißverschluss geöffnet und der in die Mittelkonsole integrierte Beutel kann auch außerhalb des Autos verwendet werden.
Die sechssitzige Studie Amenio zielt auf Kunden, die ihre individuellen Transportwünsche mit einem Maximum an Flexibilität erfüllen wollen. Dabei kontrastiert ein betont auf Ruhe konzipierter Innenraum mit einem dynamischen Exterieur. Als Clubsessel konzipierte Sitze und viel Glas dominieren den Innenraum. Große Schiebetüren an beiden Seiten erleichtern den Ein- und Ausstieg. Der Beifahrersitz und die Plätze der zweiten Reihe lassen sich elektrisch in der Länge verschieben und umklappen. Darüber hinaus verfügen sie über ausklappbare Fußstützen ähnlich denen an Flugzeugsitzen. Auch wenn das Interieur ein globales Publikum ansprechen soll, verwendet Nissan doch einheimische Materialien wie zum Beispiel das aus der traditionellen japanischen Architektur bekannte Rosenholz. Im Gegensatz zum Wohnzimmer-Charakter des Interieurs ist das Exterieur des Amenio recht sportlich. Betont wird dies unter anderem durch 20 Zoll große Felgen und eine betonte Modellierung der Seitenpartie. Die seitliche Fensterlinie steigt bis in Höhe des Türgriffs an, um danach wieder abzufallen. Der vordere Kotflügel verbindet fließend die Front- und Seitenpartie, während der hintere sanft in den Heckbereich übergeht. Nur die vertikalen Leuchteinheiten an den eckig auslaufenden Front- und Heckpartien setzen einen scharfen Kontrast zur insgesamt sehr organischen, weichen Formensprache des Amenio. Wie schon im Nissan Pivo findet sich auch im Innenraum des Amenio ein großer Monitor, der die Umgebung des Autos in Echtzeit in leicht digitalisierten Bildern darstellt. Der 18 Zoll große Bildschirm dominiert den vorderen Cockpitbereich und ist von allen Plätzen aus gut einsehbar. Im Menü Earth browsing erscheinen wie aus dem All aufgenommene Bilder, die auf der Erde fahrende Autos zeigen. Im Space browsing-Modus leuchten Sternbilder auf, die in der vom Amenio eingeschlagenen Richtung am Firmament erscheinen.
(Text: rr/rr )
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