|
|
|
|
Nürburgring Classic 2005: Gelungener Saisonabschluß
17.10.2005
Schwere Regenwolken lagen am ersten Oktober-Wochenende über der Eifel. Typisches Herbstwetter also, bei dem die ADAC Nürburgring Classic 2005 zum ersten Mal stattfanden. Die attraktiven Starterfelder halfen jedoch, über diesen Mißstand hinwegzusehen. Sportlicher Höhepunkt war das 300-km-Rennen für historische Tourenwagen und GT-Fahrzeuge aus den 50er und 60er Jahren. 110 Fahrzeuge und Fahrer aus ganz Europa nahmen bei wechselhaften Wetterbedingungen die Strecke unter die Räder. Im Feld tummelten sich unter anderem NSU TTS, Steyr Puch 650 TR, Porsche 914/6, BMW 2002 Alpina und Mini Cooper. Nach zweieinhalb Stunden hatte Michael Menden auf einer 65er Corvette das glückliche Ende für sich: Er gewann vor der 1970er Renault Alpine A110 der italienischen Bigatti-Brüder und der Fahrerpaarung Bernd Hahne/Werner Bluhm auf Aston Martin DB4 GT von 1960. In den beiden Rennen um den Graf Berghe von Trips-Pokal, der für für historische Rennsport- und Formelfahrzeuge ausgeschrieben war, gewann Palle Ringstroem auf March souverän beide Läufe. Besonders attraktiv waren hier die kleinen zweisitzigen Sportwagen, etwa von March oder Tiga, die auf deutschen Strecken nicht oft anzutreffen sind. Bei der Gleichmäßigkeitsprüfung, die über die Nordschleife führte, gab es viele Raritäten zu bewundern: Veritas-Rennwagen und andere Nachkriegsrenner, die auf BMW 328-Basis aufgebaut wurden, wie der Baum-Monoposto von 1947, trafen auf die berühmten Sportwagen der Vorkriegszeit. Herausragend war hier vor allem der Mercedes 680 S von Hanspeter Kern, mit dem Rudolf Caracciola das Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring im Jahr 1927 gewann und der, zusammen mit den gleichfalls gemeldeten Bentley, große Oper auf dem langen Kurs inszenierte. Umrahmt wurden die Rennen durch ein abwechslungsreiches Angebot im Fahrerlager mit historischem Jahrmarkt, Kettenkarussell, Münzprägestätte und dem ADAC-Zelt, in dem eine Reihe besonders schöner historischer Motorräder und Autos angeboten wurden. Hier stand auch ein Porsche 917 in Gulf-Design aus dem Jahr 1970, dessen Rahmen und Karosserie perfekt restauriert waren. Bei abgenommener Heckhaube verhüllte ein schwarzes Tuch schamhaft den eingebauten Sechszylinder-Boxermotor. Soviel Schüchternheit wäre angesichts der Qualität der Karosseriearbeiten gar nicht nötig gewesen.
(Text: Rainer Roßbach ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||