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Nissan GT-R Proto: Weltauto
04.11.2005
Bislang war Nissans Supersportler GT-R ausschließlich als Rechtslenker lieferbar. Damit waren der Verbreitung des leistungsfähigen Coupés enge Grenzen gesetzt. Nennenswerte Stückzahlen wurden nur in Japan zugelassen. Außerhalb seiner ostasiatischen Heimat macht sich der GT-R rar: In Deutschland wurde er nur in der Rennspezifikation beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gesehen. Mit dem GT-R Proto soll das anders werden: Die Studie der japanische Renault-Tochter spiegelt bereits sehr deutlich die zukünftige Serienversion wider, die ab 2007 auch in einer linksgelenkten Version angeboten werden soll. Von der Leistung her waren die bisherigen GT-R durchaus interessant: Allradantrieb sowie ein Sechszylinder-Doppelturbo-Triebwerk, das aus 2500 ccm etwa 280 PS mobilisiert, reichen für ein gutes Handling, 250 km/h Spitze und einen Spurt von 0 auf 100 in 5,2 Sekunden. Formal waren die bisherigen Nissan-Sportler eher konventionell: Statt spektakulären Formen gaben sie sich mit einer Stufenheckkarosserie zufrieden, die mehr an Papas Alltagslimousine denken liess.
Auch der aktuelle Prototyp ist, wie seine Vorgänger, ein Traditionalist: Die formale Klasse des 350 Z erreicht er nicht. Man meint ein Coupé britischer Tradition vor sich zu haben Invicta oder Bristol zeigen einen ähnlichen Zuschnitt. Aggressiv gestaltete Lufteinlässe und Frontlampen kaschieren die konventionelle Stufenheckform. Der sportliche Kick entsteht mehr durch die skulpturalen Kotflügel, ausgeprägte Schweller und den aufgesetzt wirkenden Heckspoiler. Zusammen mit dem als Diffusor ausgebildeten Unterboden sorgt er bei zunehmender Geschwindigkeit für standesgemäßen Abtrieb. Die Karosserieform der Studie wird von den Entwicklern funktional begründet: So ist der vordere Kotflügel ein Resultat intensiver Windkanaltests genauso wie die seitlichen Entlüftungsschlitze im vorderen Türbereich. Auch der charakteristische Knick in der C-Säule soll aerodynamische Vorteile bieten. Die Modellierung der Seitenlinie und der hinteren Radhäuser haben eine ästhetische Aufgabe: Sie sollen die "rohe Kraft" und die dynamische Spannung des Sportwagens unterstreichen. Am Heck reflektieren die Designer die Tradition der 1969 mit dem Modell PGC 10 begründeten Baureihe. Vier runde Rückleuchten und je zwei Auspuffendrohre zu beiden Seiten greifen ein traditionelles Motiv auf. Bleibt abzuwarten ob dieser rauhe Charakter auf den europäischen Märkten Anklang findet. Selbst Honda kam mit dem durchaus gefälligen NSX nie über eine Nebenrolle hinaus der exzentrische Skyline GT-R wird es deutlich schwerer haben.
(Text: Rainer Roßbach )
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